Jeri Smith-Ready: Aura 01: Verliebt in einen Geist

auraAura ist 16 Jahre alt und lebt in einer besonderen Welt. Vor etwas mehr als 16 Jahren fand der Shift statt, ein bisher unerklärtes Phänomen, das es allen von diesem Zeitpunkt an geborenen Kindern ermöglicht, Geister zu sehen. Aura hat mit den Jahren gelernt, damit zu leben und hat sogar einen kleinen Minijob in der Kanzlei ihrer Tante, bei der sie seit dem Tod ihrer Mutter lebt. Doch dann überschlagen sich in ihrem Leben die Ereignisse. Ihr Freund Logan stirbt auf seiner Geburtstagsparty und kehrt als Geist zurück. Etwa zeitgleich taucht der Austauschschüler Zachary an ihrer Schule auf und sucht ihre Nähe. Bald muss sie erkennen, dass dies kein Zufall ist. Denn Zachary ist das letzte Kind, das vor dem Shift geboren wurde, Aura das erste.

Jeri Smith-Ready entwirft in ihrem neusten Roman eine interessante Vision von einer Welt, in der nur die Jüngsten Geister sehen und mit ihnen kommunizieren können. Sie stellt dies allerdings keinesfalls als nur toll und spannend dar. Lange Zeit glaubte niemand den Kindern, dann fand man beispielsweise heraus, dass Geister Rot nicht leiden können und „uniformierte“ die Kinder zu ihrem Schutz in vor allem roter Kleidung. Zum Zeitpunkt der Romanhandlung werden die ersten Post-Shifter, wie die nach dem Shift Geborenen heißen, langsam volljährig und somit interessant für die Behörden. Sie sollen als Geisterjäger oder Hilfen bei Gericht ihre Gaben einsetzen. Aura hat sich mit dem Shift arrangiert, merkt aber zunehmend, dass mehr dahinter steckt. Sie stellt fest, dass ihr eigenes Schicksal mit dem Shift fest verbunden ist und versucht, durch eine schulische Facharbeit der Wahrheit auf die Spur zu kommen.

„Verliebt in einen Geist“ ist ein besserer Jugendroman als man zuerst denken mag. Die Geschichte ist gar nicht so platt, wie sie auf den ersten Blick wirken mag. Ein junges Mädchen mag sich nicht damit abfinden, dass ihr Freund gestorben ist und führt mit ihm als Geister weiterhin eine Beziehung. Doch dieser Roman kann viel mehr und ist vielschichtig angelegt. Junge Leserinnen ab etwa 13 Jahren sollte er gut für sich begeistern können. Die Figuren sind jugendtypisch aufbereitet, bleiben aber nicht einseitig. Besonders Aura und Zachary gewinnen im Verlauf der Geschichte zahlreiche Facetten.

Dieser Roman ist für die Zielgruppe nett zu lesen und beantwortet zugleich genügend Fragen, um einen guten Abschluss zu finden, lässt aber auch Einiges offen, damit die geplanten Fortsetzungen noch spannend werden können. Mit „Geküsst von einem Geist“ erscheint im September 2014 der zweite Band der Reihe.

Jeri Smith-Ready: Aura 01: Verliebt in einen Geist.
cbj, Dezember 2013.
384 Seiten, Taschenbuch, 12,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Janine Gimbel.

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.