Jenny Blackhurst: Das Mädchen im Dunkeln

Karen Brown ist Psychiaterin und nimmt tagtäglich neue Patienten in ihre Kartei auf. Als sie jedoch an diesem Nachmittag Jessica gegenübersitzt, ist alles anders. Die fremde, junge Frau provoziert Karen, stellt ihre Arbeit in Frage und enthüllt Überlegungen, die bei Karen zu Fragen führen. Jessica gibt an, mit einem verheirateten Mann Sex zu haben. Nur wenig später entdeckt Karen die junge Frau mit dem Mann ihrer besten Freundin. Kann es sein, dass Jessica nicht durch Zufall ihre Patientin wurde?

Jenny Blackhurst hat schon 2015 mit ihrem Roman „Die stille Kammer“ einen spannenden Thriller abgeliefert, der mit vielen spannenden Wendungen versehen war und sich maßgeblich mit der Frage nach Schuld auseinandersetzte. Auch in „Das Mädchen im Dunkeln“ ist Schuld wieder ein beherrschendes Thema, das hier allerdings völlig anders umgesetzt wird. Vorgestellt werden die drei Freundinnen Karen, Bea und Eleanor, die schon seit vielen Jahren beste Freundinnen sind. Immer Freitagnachmittag treffen sie sich und sprechen über ihre Woche. Obwohl sie gleichalt sind, haben sie ganz unterschiedliche Leben. Karen lebt mit ihrem Freund zusammen, den ein Geheimnis umgibt, das sie ihren Freundinnen trotz aller Nähe niemals offenbaren würde. Bea ist Dauersingle und auf der Suche nach der ganz großen Liebe. Eleanor ist verheiratet, hat zwei Kinder und ein geregeltes Familienleben. Jessica wirbelt das Leben der drei Frauen durcheinander und spinnt im Hintergrund ein Netz. Dabei weiß man als Leser oder Leserin von Anfang an, dass nur sie diejenige sein kann, die die Fäden in der Hand hält. Selbst Karen als eine der wichtigsten Figuren hat davon schon bald keinen Zweifel mehr.

Kann ein Thriller, bei dem man sofort weiß, wer der Übeltäter ist, überhaupt spannend sein? Ja, das kann er. „Das Mädchen im Dunkeln“ ist kein hochspannender Roman, aber gute Unterhaltung für all diejenigen, die es etwas subtiler mögen und gerne ein bisschen nachdenken. Blackhurst beweist erneut, dass sie ein Händchen für den richtigen Aufbau von Geschichten hat. Durch die Sprünge zwischen den Figuren ist man als Leser oder Leserin immer genau dort, wo es so spannend ist, dass man weiterlesen möchte. Ein gelungenes Werk!

Jenny Blackhurst: Das Mädchen im Dunkeln.
Bastei Lübbe, Februar 2017.
432 Seiten, Taschenbuch, 10,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Janine Gimbel.

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