Jennifer Estep: Elemental Assassin 11: Spinnenglut

Gin Blanco, genannt die Spinne, war die berühmteste und berüchtigte Auftragskillerin von Ashland. Egal ob in den Slums oder den Vierteln der Reichen und Berühmten, wenn ihr Name fiel, warfen sich Menschen, Zwerge und Vampire unbehagliche Blicke zu. Dies hat Gin, – wie das Getränk -, auch der Tatsache zu verdanken, dass sie mit Mab, der Anführerin des organisierten Verbrechens und der Feuermagie kundig, die gefährlichste Macht der Stadt ausgeschaltet hat – endgültig. Damit hat sie Rache für die Ermordung ihrer Mutter und ihrer älteren Schwester genommen. Seitdem meinen die Verbrecher der Stadt, dass sie, um den vakanten Thron zu übernehmen, nur Gin aus dem Weg räumen müssen. Wenn das so einfach wäre – Leichenberge hinter dem von Gin betriebenen Diner legen beredt Zeugnis davon ab, dass sie ihre Fähigkeiten, mit Gefahren umzugehen nicht verlernt hat.

Dumm, dass sie, just als alles sich etwas zu beruhigen schien, in einen neuen Kampf hineingezogen wird. Ihre jüngere Schwester ist als Polizistin hinter dem Mann her, der die Stadt mit Drogen versorgt. Seitdem dieser, ein Luftelementar, einen ihrer Spitzel ermordet und dessen Lebenskraft in sich aufgenommen hat, ist die Sache für sie persönlich geworden. Als dann auch noch eine Kellnerin von Gins Diner in die Angelegenheit verwickelt wird, muss Gin ihre alten, noch lange nicht eingerosteten Fähigkeiten reaktivieren. Dass der Drogenbaron eine neue Pille im Angebot hat, die insbesondere auf Elementare eine im wahrsten Sinne des Worts umhauende Wirkung hat und er bereit ist, sich an Gins Schwester und ihrer Kellnerin zu vergehen macht die Sache für unsere Killerin persönlich – bis sie, hilflos gefangen, auf dem Untersuchungsstuhl des Dealers landet …

Auch der elfte Aufguss der Reihe um die toughe Assassinin Gin Bianco bringt wieder packendes Lesefutter satt. Sicherlich, sie werden zurecht sagen, dass sich die Handlungsschemata wiederholen, dass Estep hier massiv mit ihren eigenen Stereotypen zu werke ist. Gin oder eine Person aus ihrer Entourage wird von finsteren Verbrechern bedroht und unsere tapfere Frau schreitet unter massiven Gefahren für ihr Eigenes Wohl ein.

Dass ihre Gegner immer unzweifelhaft als abgrundtief böse dargestellt werden, verleiht ihrem Kampf dann seine moralische Rechtfertigung. Dennoch, bei all der Vorhersehbarkeit des Plots lesen sich die Romane einfach gut. Die Handlung läuft rasant und flüssig ab, wir ahnen zwar, dass unsere Heldin den Bösen zeigen wird, was eine Harke ist, doch das wie sie entgegen aller Wahrscheinlichkeiten dies hinbekommt, das macht einen Großteil des Reizes der Bücher aus. So werden Fans der Reihe auch dieses Mal das Buch zufrieden schließen, zumal bereits eine neue, existenzbedrohende Gefahr für Gin und ihre Lieben am Horizont auftaucht, so dass für weitere Abenteuer gesorgt ist.

Jennifer Estep: Elemental Assassin 11: Spinnenglut.
Piper, Dezember 2018.
432 Seiten, Taschenbuch, 14,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Carsten Kuhr.

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