Jennifer Estep: Elemental Assassin 10: Spinnenzeit

Mittlerweile kennen wir Gin Blanco, die unter dem Namen „die Spinne“ als Auftragskillerin gearbeitet hat, hinlänglich. Ihre Kämpfe, in denen sie sich immer aktiv auf die Seite der Unterdrückten stellt, ihre, nun nennen wir sie verzwickten emotionalen Achterbahnfahrten und ihre guten Freunde sind uns ans Herz gewachsen.

Wie aber kam es dazu, dass ein Mädchen zur Mörderin ausgebildet wurde? Diese Frage wurde uns von der Autorin bereits vor ein paar Bänden hinreichend detailliert erläutert. Die Folterung und Ermordung ihrer Familie durch die Feuermagierin Mab, ihre später aber entschlossene Rache für dieses Unrecht, das sie hilflos mit ansehen musste, war einer der Höhepunkte der Serie. Dennoch entschloss sich Estep vorliegend noch einmal in die Jugend von Gin zurückzukehren, und uns von ihrem ersten Auftragsmord zu berichten.

Auf der Bühne finden sich denn neben ihren Ziehbruder Finn auch ihre Adoptivvater Fletcher, der junge Owen taucht ebenso auf, wie die Vampirin Roslyn. Und es kommt, wie es kommen muss – die junge, naive Gin verliebt sich in den falschen Mann und muss schauen, wie sie ihr gebrochenes Herz überlebt, lässt ihr Lover doch ein marmorenes Mausoleum über ihr zusammenbrechen und hält auch sonst so einige unliebsame Überraschungen für sie parat …

Der Fokus ist klar auf der jungen, noch ganz impulsiven – als wäre dies später anders … – Gin gerichtet. Naiv tappt sie in die Falle, zeigt aber schon in jungen Jahren, dass sie eine Kämpferin ist, dass sie sich einmal am Boden aufrappelt und wieder angreift.

Für Fans der Serie hält dieser Band dann so einige interessante Hintergrundinformationen parat. Insbesondere Fletcher, der sie als Killer ausbildet, rückt mehr in den Vordergrund, aber auch die noch jungen, späteren Freunde und Gegner agieren bereits mehr oder minder deutlich im Hintergrund.

Vieles am und im Plot erinnert an die späteren Handlungsabläufe, wobei es der Autorin gelingt, uns eine junge Gin, die noch nicht so verbittert und angesichts ihrer Fehler gereift agiert, vorstellt. Dies hat allerdings zur Folge, dass die Handlung per se recht vorhersehbar abläuft. Der kundige Leser wird unschwer nach einigen Kapiteln erraten, wohin die Reise gehen wird, einzig die Art und Weise, wie sich unsere toughe Heldin ihrer Haut erwehrt, ist und bleibt überraschend.

Als solches liegt hier ein Roman vor, den man auch als Fan der Reihe nicht unbedingt gelesen haben muss, der für Neueinsteiger, da vieles vorausgesetzt wird, ungeeignet ist, der aber munter und rasant zu unterhalten weiß.

Jennifer Estep: Elemental Assassin 10: Spinnenzeit.
Piper, September 2018.
416 Seiten, Taschenbuch, 13,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Carsten Kuhr.

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