Jeff Kinney: Gregs Tagebuch 11: Alles Käse!

Im neuesten Comic-Buch-Abenteuer findet Jeff Kinney wieder zu den Ursprüngen der Greg Reihe zurück und mir hat das gut gefallen. War es im ersten Band ein Tagebuch, mit dem Gregs Mom ihn zu einem besseren Menschen machen wollte, so ist es in Band 11 ein Hobby, dass sie von ihm verlangt. Dabei hat Greg gerade erst – nicht ganz freiwillig – Lektüre gefunden , die ihn zu einem regelmäßigen Leser machen könnte: Die Schlotterbein-Romane von Reiner Grusel. Aber seine Mom möchte, dass er etwas „kreatives“ macht und außerdem steht gerade Halloween vor der Tür. Was bietet sich also besser an, als einen Horrorfilm zu drehen. Da Gregs Ego es zwar durchaus zulassen würde, Regie und Rollen gleichzeitig zu übernehmen, er aber einsehen muss, dass er unmöglich gleichzeitig vor und hinter der Kamera sein kann, muss sein bester Freund Rupert als Hauptdarsteller herhalten. Das ist – wie fast alles, was mit Rupert zu tun hat – nicht nur eine gute Idee.

Die Comic-Romane über Greg funktionieren auf zwei Ebenen: Zum einen ist es die simple Geschichte über Gregs Erlebnisse, einem egozentrischen Elfjährigen mit allen Problemen des jungen Lebens, die vermutlich die etwa gleichaltrigen fasziniert. Zum anderen ist es aber auch Kinneys unterschwellige Satire über die amerikanische Gesellschaft, die sich in Gregs gesamter Familie spiegelt, die eher die Älteren bis Erwachsenen anzieht. Es hat schon was, wie der vollkommen auf ich selbst bezogene Greg mit dem scheinbar hilflosen Rupert umgeht, der sich kaum jemals zur Wehr setzt, jeden Blödsinn um der Freundschaft Willen mitmacht und am Ende dann irgendwie der strahlende Sieger ist. Dabei war es doch die ganze Zeit Greg, um den sich alles drehen sollte.

In diesem 11. Band werden viele Dinge aus dem 1. Band wieder aufgegriffen, wie etwa der Käsefinger vom Schulhof. Und Jeff Kinney ist wieder dazu übergegangen, Greg Erinnerungen aus früheren Zeiten erzählen zu lassen, was mir immer gut gefallen hat, in den letzten Bänden aber kaum noch vorkam. Insgesamt ist das Buch auch deutlich dicker als die Vorgänger. Außerdem scheint Greg ein kleines Stück älter geworden zu sein, denn Mädchen und Haloween-Feiern, zu denen an vielleicht nicht eingeladen wird, werden plötzlich ein Thema. Aber seine Mom schafft es auch hierbei, ihm die Feier einerseits zu ermöglichen und ihn andererseits (aus seiner Sicht) bis auf die Knochen zu blamieren.

Jeff Kinney: Gregs Tagebuch 11: Alles Käse!.
Baumhaus Verlag, November 2016.
224 Seiten, Gebundene Ausgabe, 14,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Regina Lindemann.

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