Jasper T. Scott: Dark Space 03: Der Ursprung

Einst umfasste das menschliche Sternenreich ISS die ganze Galaxis. Das war, bevor die insektoiden Aggressoren der Sythianer kamen, und die ISS dank ihrer Tarnschirme vernichtend schlugen. Die Sythianer schickten das von ihnen versklavte Reptilienvolk der Gor vor, eine Rasse, die für den Kampf lebt, die sich selbst und ihre Kriegsschiffe fast unsichtbar machen kann und die Telepathen sind. Der Untergang der Menschheit schien unaufhaltsam zu sein. Billionen Menschen starben in den Gefechten, nur einer verschwindend kleinen Anzahl gelang die Flucht in den Dark Space, einem Sternenhaufen aus schwarzen Löchern, in den einst die straffälligen Verbrecher deportiert wurden. Lange Zeit dachte man, dass die letzten freien Menschen hier leben würden.

Der Overlord, allmächtiger Anführer der letzten freien Menschen koordinierte die Angriffe und baute eine wackelige Allianz mit Gor Rebellen auf. Dass ein skrupelloser Verbrecher ihm sein Flaggschiff stehlen, und seine Mannschaft mit einem künstlichen Virus killen würde, war nicht eingeplant. Dass er selbst nur eine Maske ist, unter der wechselnde Männer versuchen den Untergang der Menschheit zu verhindern erweist sich für den Piloten Ethan und seinen Sohn Atton die unter der Maske agierten als tragisch. Eigentlich wollen sie nur den skrupellosen Verbrecher, der den Virus auf die Mannschaft losgelassen hat bekämpfen, da werden sie von Admiral Hoff gefangen genommen.

Dass dieser mit der verschollenen Ehefrau Ethans verheiratet ist erweist sich als tückisch. Zu gerne hätte er den Ex seine Frau los, und auch der Stiefsohn ist eher eine Bürde dann ein willkommenes Geschenk. Als der Verbrecher mit dem gekaperten Flaggschiff in den Dark Space flieht, befindet sich Ethan zusammen mit einer Eliteeinheit an Bord – seine Mission – den Feind schädigen und dabei den Heldentod sterben. Eine Rückkehr, das hat der Admiral deutlich gemacht, ist für ihn nicht vorgesehen …

Military Science Fiction erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Was manche als Landser im Weltraum abtun, das hat sein Publikum, die stabilen Verkaufszahlen legen hier beredt Zeugnis ab. Wie kein anderes Subgenre gelingt es der Military-SF Gamer zum Medium Buch zu ziehen. So ist es nur logisch für den in Sachen Science Fiction erst seit relativ kurzer Zeit im Markt befindlichen Piper Verlag, dass er hier nach entsprechenden Reihen gesucht hat. Mit Jaspar Scotts insgesamt sechsteiligen Saga hat man ein erfolgreiches Produkt eingekauft.

Vorliegend erwartet bereits der dritte Teil den Leser. Neueinsteiger in den Zyklus aber werden es schwer haben. Eine Zusammenfassung, was bislang geschah wird schmerzlich vermisst, selbst mir, der ich die ersten Teile gelesen hatte, fiel der Wiedereinstieg relativ schwer.

Natürlich erfindet der Autor das Rad nicht unbedingt neu. Sprich, auf den Leser wartet ein Plot, den er, was die Personalien und das Setting anbelangt, so oder zumindest so ähnlich doch schon einige Mal kredenzt bekommen hat. Die Menschheit von Alien-Aggressoren bedroht, ja fast vernichtet sucht im verzweifelt geführten Überlebenskampf nach Möglichkeiten, dem übermächtigen Gegner zu schwächen. Da werden Erinnerungen an Battlestar Galactica wach, versucht der Autor aber zumindest durch Einführung der telepathischen Gor wieder eigene Wege zu gehen.

Dazu kommt, dass sich die Figuren kaum entwickeln. Selbst die dramatische Szene, in der Vater und Sohn die verschollene Frau und Mutter wiederfinden bleibt merkwürdig steril, wirkliche nachvollziehbare Gefühle fehlen weitgehend. Scott bietet uns Abziehbilder, eindimensionale Figuren die stereotyp agieren und letztlich auf mich langweilig wirkten. Zwar bringen die Kämpfe, der Verrat und die Geheimnisse ein wenig Schwung und Action in den Plot, es fehlt aber ein wenig das Besondere.

So unterhält vorliegender Roman den Leser, der der Handlung bislang schon gefolgt ist zwar spannend und temporeich, überzeugt der Plot aber handwerklich nicht wirklich und bietet kaum wirkliche Fortschritte in der Charakterzeichnung.

Jasper T. Scott: Dark Space 03: Der Ursprung.
Piper, März 2017.
480 Seiten, Taschenbuch, 14,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Carsten Kuhr.

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