Jan Fleischhauer: Alles ist besser als noch ein Tag mit dir

Spiegel-Redakteur Jan Fleischhauer nennt sein Buch über das Ende einer Ehe und die Zeit danach „Roman“ – doch das ist es nur zu einem ganz kleinen Teil. Größtenteils ist es eine Art Materialsammlung aus wissenschaftlichen Büchern und Untersuchungen, Zeitschriften-Artikeln, eigenen Überlegungen und allem, was der Autor zu dem Thema „Scheidung“ zusammentragen konnte. Eine gute Recherche-Leistung, sicher, aber eben kein Roman.

Der Leser erfährt viel über Statistiken und über die Wirkungsweise unterschiedlicher Pillen, über Parship und Depressionen – also all das, was man in einem Sachbuch zum Thema erwarten würde.

Aber alles, was einen Roman ausmachen würde – eine Art Handlung oder auch das tiefere Eindringen in die Köpfe der handelnden Figuren – bleibt an der Oberfläche. Immer wenn man glaubt, jetzt könnte es spannend werden, versickert das Ganze im Nichts.

Dem Ich-Erzähler kommt nach langjähriger Ehe die Frau abhanden, und er durchlebt die Hölle auf Erden. Erst ganz am Ende des Buches geht es für ihn wieder bergauf. Für alle Leser, die in einer ähnlichen Situation stecken, mag dieses Buch eine leidlich gute Hilfe sein – alle, die einfach nur eine gute Geschichte lesen wollen, werden enttäuscht sein.

Jan Fleischhauer: Alles ist besser als noch ein Tag mit dir.
Knaus Verlag, Oktober 2017.
208 Seiten, Gebundene Ausgabe, 20,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Andreas Schröter.

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