Isabel Allende: Der japanische Liebhaber

japanIn ihrem neuen Roman erzählt Isabel Allende von einer gefühlvollen Liebesbeziehung.
Gleichzeitig beleuchtet sie das Altern mit den gängigen Bedürfnissen und Beeinträchtigungen.
Allende holt weit aus, bindet geschichtliche Ereignisse – so die Zeit des Pazifikkrieges und Schicksale im Konzentrationslager mit ein.

Die junge Osteuropäerin Irina Bazili findet eine Anstellung in einem Altenheim. Eine der Heimbewohnerinnen, die achtzigjährige Künstlerin Alma Belasco, bestimmt Irina als ihre persönliche Assistentin.
Almas Enkel Seth verliebt sich in die introvertierte Irina, was die alte Dame gern fördert; sieht sie doch in Irina einen Rohdiamant, dem man nur die entsprechenden Manieren und Kultur beibringen muss.
Zusammen spüren Irina und Seth dem Geheimnis von Alma nach. Die alte Dame verlässt in regelmäßigen Abständen für einige Tage das Heim und sagt niemandem, wohin sie geht. Zudem wollen Seth und Irina wissen, von wem Alma die mysteriösen Briefe in gelben Umschlägen und immer wieder Blumen zugestellt bekommt.
Nach und nach werden wir hineingezogen in Almas Biografie, in eine vergangene Beziehung ohne Leidenschaft und in eine hingebungsvolle heimliche Liebe, die ein ganzes Leben lang anhält.
Ebenso sukzessive erfahren wir von Irinas eigener schrecklichen Vergangenheit.

Allende schildert in reichen Details verschiedene Schicksale, arbeitet dabei mit Rückblenden und hält so die Spannung.
– Alles in allem ein schöner, romantischer Liebesroman, dem man die seicht anmutenden Stellen gern verzeiht, weil er keinesfalls kitschig daherkommt.

Isabel Allende: Der japanische Liebhaber.
Suhrkamp, September 2015.
336 Seiten, Gebundene Ausgabe, 21,95 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Annegret Glock.

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