Ian McEwan: Nussschale

nussschaleWas für eine gute Idee: Der britische Erfolgsautor Ian McEwan erzählt seinen neuen Roman „Nussschale“ aus der Sicht eines frühreifen und äußerst verständigen Embryos im Mutterleib. Der Kleine muss mit ansehen – beziehungsweise hören –, wie seine Mutter und deren fieser Lover planen, den sympathischen Vater des Kindes um die Ecke zu bringen, um das Haus, das diesem Vater gehört, gewinnbringend verkaufen zu können …

McEwans inhaltlich an Shakespeares Hamlet angelehnter Kurzroman ist äußerst witzig und amüsant, weil der Embryo mit Lebensweisheiten aufwartet, die selbst einem Erwachsenen einen hohen Intelligenzgrad bescheinigen würden. Und er entwickelt sich zu einem echten Weinkenner, weil die Mutter einem guten Tropfen gegenüber alles andere als abgeneigt ist.

Gefangen in der Gebärmutter sieht der Kleine Katastrophen früh kommen, kann aber rein gar nichts dagegen tun.

Und ganz nebenbei ist die Krimihandlung in diesem Roman sogar spannend. Funktioniert der Komplott gegen den Vater? Kommt der Embryo nicht versehentlich beim wilden Sex der beiden Bösewichte zu Tode? Soll er zu seiner Mutter stehen, obwohl sie doch wohl zur Mörderin wird? Und kann er wirklich gar nichts tun?

Insgesamt sehr empfehlenswert!

Ian McEwan: Nussschale.
Diogenes, Oktober 2016.
288 Seiten, Gebundene Ausgabe, 22,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Andreas Schröter.

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