Hilke Sellnick: Bergab geht’s tot am schnellsten

Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen erhält die junge Pianistin Henni von Kerchenstein einen ungewöhnlichen Auftrag: Die Witwe eines Filmstars feiert im Kreis einiger Freunde den 100. Geburtstag des Verstorbenen. Henni soll die Feier auf dem Klavier begleiten. Da Henni knapp bei Kasse ist, nimmt sie den Auftrag an und fährt gemeinsam mit ihrem Kartäuserkater Walter von Stolzing und ihren beiden Freundinnen Claudia und Cindy in die verschneiten Schweizer Alpen. Um genau zu sein in das „Grandhotel Alpenstern“. Leider erwartet die vier vor Ort kein Luxushotel, sondern ein zugiges altes Hotelgemäuer, das beinahe zusammenzubrechen droht. Und die Auftraggeberin sowie ihre geladenen Gäste sind maximal C-Promis.

Berge, ein eingeschneites Hotel und ein Mord in einer Kapelle: Das perfekte Setting für einen spannenden Locked-room Fall. Aber leider wird dieses Potenzial nicht wirklich ausgeschöpft. Etwa bis zur Hälfte des Buches passiert nichts Nennenswertes. Trotz des für Gruseleffekte prädestinierten Settings kommt die Geschichte viel zu brav daher. Die sehr skurrilen Figuren sind oft recht überzeichnet, manche – wie der Unterkommissar (!) – regelrecht nervtötend. Auch die Protagonistin ist einen Großteil der Handlung sehr überdreht (dass sie erst Ende 20 sein soll finde ich auch sehr unglaubwürdig). Die eigentliche Krimihandlung kommt durch die vielen Charaktere viel zu kurz. Besonders anstrengend fand ich die kontinuierliche Bezeichnung des Smartphones als Smarty, aber das nur am Rande.

Schade, so ist das Buch zwar nett zu lesen, aber von einem wirklich spannenden Krimi so weit entfernt wie der „Alpenstern“ vom „Excelsior“.

Hilke Sellnick: Bergab geht’s  tot am schnellsten.
Penguin Verlag, November 2019.
416 Seiten, Taschenbuch, 10,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Nadine Roggow.

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