Hilary Freeman: Mein schönes falsches Leben

Als die 17-jährige Ella eines Morgens die Augen aufschlägt, ist sie eine andere. Und irgendwie doch nicht. Sie ist noch Ella, aber anders. Sie trägt eine andere Frisur, ihr Zimmer ist anders dekoriert, sie hat andere Freundinnen, ihre Eltern sind nicht geschieden und in der Schule belegt sie völlig andere Kurse als sonst. Was ist passiert? Ella beginnt nach Ursachen zu forschen, während sie sich Stück für Stück in dem fremden Leben zurechtfinden muss. Hat das alles etwas mit dem Autounfall zu tun, der ein paar Wochen zurückliegt? Oder mit der seltsamen alten Frau, die ihr ständig begegnet, die aber niemand außer ihr zu sehen scheint?

Die Idee von Hilary Freeman ist nicht schlecht, aber man hätte mehr aus ihr machen können. Viel zu lange hält sie sich mit Ellas neuem Leben auf, bis sie auf den Kernpunkt – im Wesentlichen eine Theorie über Parallelwelten, die aus Wendepunkten im Leben resultieren – kommt. Dann bleibt für die thematische Behandlung leider nur noch sehr wenig und überhastet Zeit.

Der Roman ist trotz allem gut und flott zu lesen. Die Autorin weiß definitiv gut zu erzählen, nur der gesamte Aufbau des Jugendromans für ein Zielpublikum ab 15 Jahren ist irgendwie nicht gelungen. Deshalb kann man „Mein schönes falsches Leben“ lesen, muss es aber nicht. Es gibt definitiv bessere Bücher zum Thema.

Hilary Freeman: Mein schönes falsches Leben.
Loewe, März 2017.
336 Seiten, Taschenbuch, 14,95 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Janine Gimbel.

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