Hera Lind: Kuckucksnest

Kuckucksnest von Hera LindBestseller-Autorin Hera Lind hat schon spannendere Schicksale zu Romanen verarbeitet. In ihrem neuen Buch „Kuckucksnest“ erzählt die 60-Jährige, selbst vierfache Mutter, von den Zwillingsschwestern Sonja und Senta, die zusammen zehn Kinder adoptieren.

Hera Lind kehrt mit dieser wahren Geschichte, die das Leben schrieb, zu ihren „Superweib“- und „Zauberfrau“-Figuren zurück. Sonja und Senta sind unfruchtbar und quälen sich zunächst durch Ämter-Mühlen, um ein Kind zu adoptieren. Im Laufe der Jahre werden es bei Senta zwei Adoptiv-Kinder und zwei Pflegekinder und bei Sonja sechs Adoptivkinder. Vom Babyklappen-Frühchen über ein Kind einer Prostituierten und dem Ergebnis eines Seitensprungs einer Geschäftsfrau bis zum Baby einer Drogensüchtigen und Pflegekindern aus dem Iran und aus Kenia ist alles dabei.

Es ist eine heile Welt, die Hera Lind in einem kleinen Dorf bei Köln beschreibt. Die Kinder wachsen liebevoll behütet auf, bekommen Nestwärme von zwei Supermamis, die alle Schwierigkeiten anpacken und mit links bewältigen.

Natürlich stellen sich in der Pubertät bei den vier Jungs und sechs Mädchen Probleme ein. Die Kinder wollen ihre leiblichen Eltern kennenlernen, und das sind nicht die Vorzeige-Eltern, die in Sonjas und Sentas Lebensschema passen. Aber mit Kampfgeist und Herzenswärme schaufeln die patenten Zwillinge auch diese Probleme weg und verschaffen sich noch mehr Respekt bei ihren Kindern.

Hera Lind erzählt das alles ausführlich auf 448 Seiten und mit dem von ihr gewohnten Humor. Das Buch endet damit, dass Zola die Zwillinge zur Großmutter und Großtante macht.

Wer Hera Linds Sprachwitz, Erzählkunst und ihre „Superweib“- und „Zauberfrau“-Romane mag, wird auch dieses Buch lieben. Und für Paare, die ein Kind adoptieren möchten, ist der Roman eine unterhaltsame Lebenshilfe.

Hera Lind: Kuckucksnest.
Diana Verlag, Mai 2016.
448 Seiten, Gebundene Ausgabe, 19,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

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2 Kommentare zu “Hera Lind: Kuckucksnest

  1. Ich verstehe nicht, warum diese Schwestern 10 Kinder adoptieren können und andere Paare jahrelang auf ein Kind warten…
    Die Liste der Adoptivwilligen ist länger als die der Pflege-oder Adoptivkinder. Warum werden also aktuell diese beiden Schwestern in den Medien so gehyped?
    Um es deutlich zu sagen: die Schwestern sind sicher gute Eltern und wirken im TV sympathisch und liebevoll – aber viele andere sind das auch, und „bekommen“ kein Pflege- oder Adoptivkind.

    • Hallo, das liegt vielleicht daran, dass sie keinerlei Ressentiments gegen irgendein Kind hatten. Wenn das Jugendamt dann sieht, dass die beiden alle Herausforderungen im Sinne ihrer Kinder meistern, ist es doch klar , dass man ihnen dann weitere Kinder anvertraut . Außerdem sollte Jochen nicht Pflege mit Adoption verwechseln! Pflegekinder bekommt man relativ schnell ! Allerdings sind das in der Regel traumatisierte Kinder, die unendlich viel Geduld und „Erziehungskunst“ erfordern!
      Ich selbst hatte auch 5 Jahre einen unerfüllten Kinderwunsch , bin dann mit Fünflingen schwanger geworden! Drei der Kinder haben letztlich überlebt. Dann bekam ich völlig unerwartet und ohne Hormone eine Tochter und als diese 9 war, hat das Jugendamt uns ein schwerkrankes, türkisches Mädchen “ angeboten“! Sie lebt seit fast 14 Jahren bei uns und wir haben vieles erlebt, wie die Zwillinge: plötzliches Auftauchen des leiblichen Vaters samt gewünschter Verheiratung mit einem “ Cousin“……. Sehr schwierige Pubertät, schwierige Schulzeit infolge Entwicklungsretardierung…. Und die chron. Krankheit! Wir hätten auch noch weitere Kinder als Pflegekinder bekommen können- haben uns aber entschieden , dass unsere 5 reichen!

      LG Claudia

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