Geoff Dyer: White Sands

Geoff Dyer, ein 1958 geborener Autor und Journalist, legt mit „White Sands“ eine Sammlung von zehn Reise-Erinnerungen vor, die er halb erfunden, halb wirklich so erlebt hat, wie er im Vorwort erklärt. Am stärksten ist dabei gleich die erste Geschichte, die von einem Peking-Aufenthalt handelt, bei dem sich der Ich-Erzähler ausgerechnet am letzten Tag in eine verkappte Reiseleiterin verliebt. Diese Geschichte ist rasant und sprüht vor Lebenslust und Überraschungen.

Danach geht‘s leider bergab. Etwas zu oft lässt der Autor seine Bildung heraushängen. Das wirkt nicht nur latent unsympathisch, sondern hemmt auch noch den Lesefluss. Es gibt Stellen, da hat man Mitleid mit den Menschen, denen Geoff Dyer/der Ich-Erzähler auf seinen Reisen begegnet – zum Beispiel wenn sich eine Stewardess seine Nörgeleien über die fehlende Beinfreiheit im Flugzeug anhören muss oder wenn er sich bei einem Ausflug mit Schlittenhunden unkooperativ gegenüber den jungen Hundeführerinnen zeigt.

In den Geschichten geht es etwa um einen Trip nach Französisch-Polynesien auf den Spuren Gauguins oder eine völlig missratene Nordlicht-Suche im Winter in Spitzbergen.

Die letzte Story handelt von einem Schlaganfall des Ich-Erzählers und passt inhaltlich nicht recht zum Rest des Buches. Gegenüber „Sex in Venedig/Tod in Varanasi“ (2012) fällt dieses Werk deutlich ab.

Geoff Dyer: White Sands: Erlebnisse aus der Außenwelt.
DuMont Buchverlag, September 2017.
254 Seiten, Gebundene Ausgabe, 24,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Andreas Schröter.

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