Gayle Forman: Nur ein Tag

nurDas Leben der 18-jährigen Allyson war bisher wohl geordnet und gradlinig. Sie ist gut in der Schule, hält sich an die Regeln und weiß genau, was sie vom Leben erwartet. Mit ihrer besten Freundin Melanie geht sie nach dem Highschool-Abschluss auf eine Europarundreise, die die beiden schließlich zu Shakespeares Wurzeln nach Stratford-upon-Avon führt. Dort lernen die beiden den Niederländer Willem kennen, der dort lebt, wo das Leben ihn hintreibt. Er lädt ausgerechnet Allyson zu einem eintägigen Kurztrip nach Paris ein, da Allyson diese Stadt noch unbedingt sehen wollte. Allyson wirft schließlich alle Bedenken über Bord und begibt sich mit Willem auf ein Abenteuer. Doch war das wirklich die richtige Wahl – mit einem Wildfremden in eine ihr unbekannte Stadt zu fahren?

nur2Gayle Forman legt mit „Nur ein Tag“ und „Und ein ganzes Jahr“ ein aufeinander aufbauendes Roman-Duo vor, bei dem der vorliegende Band den Auftakt der Geschichte bildet. „Nur ein Tag“ betrachtet das Geschehen aus dem Blickwinkel der jungen Amerikanerin Allyson, „Und ein ganzes Jahr“ widmet sich dann voll und ganz dem Niederländer Willem. Die Bücher sind in ihrer Gestaltung aufeinander abgestimmt und sehen vor allem einander gegenübergestellt toll aus.

Die Geschichte als solche konnte mich nicht von Hocker hauen. Gayle Forman schreibt gewohnt flüssig und gut lesbar, die Übersetzung ins Deutsche durch Stefanie Schäfer ist dabei gelungen. Und doch wirkt mir die Geschichte irgendwie zu vorhersehbar, zu konstruiert. Allyson wird als das typische Mädchen von nebenan beschrieben, ohne sonderliche Ecken oder Kanten. Willem weckt in ihr zwar eine gewisse Sehnsucht nach dem Abenteuer, wirklich abgenommen habe ich ihr diese Wandlung allerdings nicht.

In meinen Augen ein Roman, den man lesen kann, aber nicht muss.

Gayle Forman: Nur ein Tag.
Fischer, März 2016.
432 Seiten, Taschenbuch, 14,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Janine Gimbel.

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