Evelyn Waugh: Eine Handvoll Staub (1934)

eveFans von allem Englischen sollten Evelyn Waugh lesen (1903-1966). In herrlich ätzender Weise hat der Exzentriker in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts die britische Gesellschaft seziert – mit ihrem schrecklichen Standesdünkel, den unvermeidlichen Fuchsjagden und ihren schlecht zu heizenden Herrenhäusern in irgendeiner gottverlassenen Gegend.

In „Eine Handvoll Staub“ – im Original 1934 erschienen – besitzt der menschenscheue Tony Last ein solches Haus. Außerdem ist er verheiratet und hat einen kleinen Sohn. Sein Leben könnte perfekt sein, wenn er nicht das Pech hätte, dass seine Frau eigentlich nur eines will: weit weg sein von ihrem Mann in seinem schrecklich dunklen Haus. Sie will sich amüsieren, und zwar mitten in London – und nimmt sich dazu einen geeigneten Liebhaber.

Nach einer Tragödie bei der Fuchsjagd sucht Tony sein Heil in der Flucht. Ob er allerdings im Dschungel am Amazonas glücklich wird, soll hier noch nicht verraten werden.

Es ist dem Schweizer Diogenes-Verlag zu danken, dass er gerade die Werke Waughs in Neuübersetzung in einer kleinen Reihe herausbringt. Die Lektüre lohnt auch heute noch.

Evelyn Waugh: Eine Handvoll Staub (1934).
Diogenes, Oktober 2014.
344 Seiten, Gebundene Ausgabe, 22,90 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Andreas Schröter.

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