Eva Reichl: Todesdorf

Die Protagonistin Diana wird den Hof ihrer Eltern übernehmen. Der liegt in Österreich, an der Grenze zu Tschechien. Mit am Hof leben Dianas Eltern, ihr jüngerer Bruder Alexander und ihr Ehemann Oliver. Das junge Paar ist glücklich, teilt die Liebe zur Landwirtschaft und macht sich über notwendige Neuerungen im Betrieb Gedanken. Da wird Oliver mitten in der Nacht nach einem Schuss sterbend in der Scheune aufgefunden. Die polizeilichen Ermittlungen gehen von Selbstmord aus und die Staatsanwaltschaft legt den Fall ad acta. Diana aber kann nicht glauben, dass ihr lebensfroher Gatte sich umgebracht haben soll und macht sich im Alleingang auf die Suche nach dem mutmaßlichen Mörder. Tatsächlich tauchen viele Ungereimtheiten auf. Was plant ihr Vater Geheimnisvolles mit dem jahrelang angefeindeten Nachbarn? Wozu will ein Bankbeamter die zwei Männer drängen? Welche Rolle spielt Dianas Bruder Alexander im Zusammenhang mit Olivers Tod? War der am Ende gar nicht der gute Mensch, für den sie ihn gehalten hat? Im Dorf feindet man sie an, weil sie mit ihrem Schulfreund Johannes ein Cafe´ besucht. Man munkelt, sie selbst habe Oliver erschossen, um freie Bahn für einen Liebhaber zu schaffen. Wem kann Diana trauen?

Wer Regionalkrimis mag, wird eventuell auch diesem Regionalthriller etwas abgewinnen können, wobei die Charakteristik der Figuren sehr oberflächlich bleibt. Warum zum Beispiel Dianas Vater seine erwachsene, verwitwete Tochter nach einem Fauxpas brutalst an den Haaren aus dem Stall schleift, hat sich mir nicht erschlossen. Die dargestellte Gewalt wirkt nicht nur hier, sondern an mehreren Stellen überzeichnet. Stilistisch bewegt sich Frau Reichl hart an der Schmerzgrenze, wenn sie schreibt: „Dabei funkelten seine blauen Augen wie ein Gebirgssee, in dessen sanften Wellen sich das Sonnenlicht brach.“ (S. 33)

Der Schluss der Geschichte hat mich aber dann doch wieder in den Bann gezogen.

Ein Buch mit Stärken und Schwächen und vorzugsweise für Liebhaber von Regionalliteratur zu empfehlen.

Eva Reichl: Todesdorf.
Gmeiner, Februar 2022.
281 Seiten, Taschenbuch, 13,50 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Karina Luger.

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