Ella Simon: Das Leuchten einer Sommernacht

Lynne arbeitet bei einer Agentur, die schwer kranken Kindern ihre (meist letzten) Wünsche erfüllt. In ihrem Job hat sie deshalb schon einiges gesehen und ist hart im Nehmen. Auf den Anblick ihrer Jugendliebe hat sie allerdings niemand vorbereitet. Vor zwölf Jahren floh sie Hals über Kopf mit Reed, den sie bereits seit Kindertagen kannte, nach London. Er konnte nicht mehr im kleinen Heimatstädtchen bleiben und für die damals 15 Jahre alte Lynne stand fest, dass er auf keinen Fall alleine gehen würde. Doch dann ging viel schief und die beiden verloren sich aus den Augen. Eigentlich müsste Reed in Australien Rugby spielen, doch nun steht er vor der perplexen Lynne in Cardiff und bringt sie völlig aus dem Konzept.

Dieser Roman ist toll, einfach wunderschön. Man kann es nur so sagen. Eine romantische Kömodie, die zwar in vielen Teilen vorhersehbar ist, aber durch ihre überaus sympathischen Figuren so viel Farbe gewinnt, dass man darüber gerne hinwegsieht. Die wichtigste von ihnen ist wohl Lynne, die alle anderen Figuren miteinander verbindet. Sie ist eine toughe Powerfrau und so schnell bringt sie nichts aus dem Konzept. Doch sie hat eine Schwäche, die sie niemals offenbaren würde. Reed brach ihr einst das Her z und ihr Leben veränderte sich nach ihrer Trennung ebenfalls grundlegend. Die Tatsache, dass Reed nun wieder vor ihr steht, reißt alte Wunden auf und bringt Erinnerungen hervor, die Lynne lange in sich vergraben hatte. Auch Reed lernen die Leserinnen näher kennen und blicken auf den weichen Kern hinter der harten Schale. Als Jugendlicher hatte er schwer zu kämpfen und litt unter ADHS. Besonders seine Eltern grenzten ihn gerne aus und bevorzugten seine Vorzeigeschwester, was ihn schließlich dazu brachte, mit gerade einmal 15 Jahren seinen kleinen Heimatort zu verlassen. Mittlerweile ist er erfolgreicher Rugbyspieler im Nationalteam. Eine junge Frau namens Jen komplettiert die Hauptfiguren. Sie ist die Mutter der neunjährigen Winnie, die zu Beginn des Romans einen Wunsch erfüllt bekommt. Die beiden sorgen zusätzlich für reichlich Verwirrung und Eifersucht.

Mit diesen Figuren beginnt der Roman zu strahlen und die Lesezeit vergeht wie im Flug. „Das Leuchten einer Sommernacht“ ist genau das richtige für Fans von Autoren wie Nicholas Sparks, Gabrielle Engelmann oder Petra Hülsmann, um auch mal deutsche Namen zu nennen. Eine romantische, aber auch witzige Geschichte, die ans Herz geht, auch wenn sie das Rad nicht völlig neu erfindet.

Die Autorin ist übrigens kein unbeschriebenes Blatt: Unter dem Namen Sabrina Qunaj veröffentlicht sie auch historische Romane, in denen Wales ebenfalls eine wichtige Rolle spielt. „Das Leuchten einer Sommernacht“ zeigt auch ihre Begeisterung für den Rugby-Sport und bringt ihn den Leserinnen näher. Das sorgt im Romangeschehen für zusätzliche Abwechslung.

Alle Daumen nach oben für diesen wunderschönen Roman. Wer romantische Komödien mag, sollte ihn unbedingt lesen!

Ella Simon: Das Leuchten einer Sommernacht.
Goldmann, Juli 2017.
400 Seiten, Taschenbuch, 9,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Janine Gimbel.

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