Elizabeth Strout: Oh, William!

Die amerikanische Autorin Elizabeth Strout ist bekannt für ihre emotionalen Bücher, die tief in das Seelenleben ihrer Figuren eintauchen. Inhaltlich passieren keine Sensationen, dafür aber der ganz normale Alltag, der ja oft aufregend genug ist. Das ist auch in ihrem neuesten Werk „Oh William!“ nicht anders. Im Mittelpunkt steht einmal mehr die Autorin Lucy Barton, die eifrige Strout-Leser schon aus früheren Romanen kennen und aus deren Perspektive der Roman in Ich-Form geschrieben ist.

Lucy beschreibt die Beziehung zu ihrem Ex-Mann William, mit dem sie auch nach der Trennung noch freundschaftlich verbunden ist. Schließlich begleitet sie ihn sogar auf eine Tour nach Maine, wo William hofft, Aufklärung zu einem lange gehüteten Geheimnis seiner Mutter zu finden …

„Oh William“ ist nicht Elizabeth Strouts stärkster Roman. Gefühle werden zwar oft behauptet, sind für den Leser aber nicht immer nachvollziehbar. Stellenweise wirkt der Text wie eine nette Plauderei unter besten Freundinnen am Kaffeetisch. Hinzu kommt, dass besagter William nicht unbedingt ein Sympathieträger ist. Er wirkt oft egoistisch, sodass nicht immer verständlich ist, was Lucy Barton überhaupt an ihm findet.

Elizabeth Strout: Oh, William!.
Aus dem Englischen übersetzt von Sabine Roth.
Luchterhand Literaturverlag, November 2021.
224 Seiten, Gebundene Ausgabe, 20,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Andreas Schröter.

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