Elisabeth Raabe (Hrsg.): Der Literatur Kalender 2021: Momente der Hoffnung

Hoffnung – wer braucht sie nicht? Gründe, zu hoffen gibt es unzählige, „kleine“ und „große“.

Wir hoffen, dass wir und alle, die uns nahestehen, gesund bleiben oder werden und dass wir es schaffen, die Armut auf der Welt zu besiegen. Wir hoffen auf die Rettung des Klimas oder dass diese Pandemie vorübergeht. Und manchmal hoffe ich einfach nur darauf, dass das leckere Essen nicht gleich auf der Waage anschlägt.

Hoffnungen sind oft Wünsche oder Ziele. Manchmal kann man wirklich nichts weiter für die Erfüllung tun, als zu hoffen, oft kann die Hoffnung aber Motivation sein, selbst aktiv zu werden. Der Literaturkalender „Momente der Hoffnung“ versammelt Texte und Bilder aus der Weltliteratur, die sich genau diesen Themen widmen.

So schrieb die afroamerikanische Autorin Zora Neale Hurston in ihrer Autobiografie: „Mein Wunsch, wieder zur Schule zu gehen, war nie verstummt … Entschlossen ergriff ich die einzige Waffe, die ich besaß – Hoffnung –, und nahm die Beine in die Hand. Vielleicht würde von nun an alles gut werden. Vielleicht. Und so zog ich denn meine Schuhe an und machte mich auf den Weg.“ (Januar)

Jede Woche bekommt ihr eigenes Kalenderblatt, ihr eigenes Stückchen Hoffnung. Ende März erfahren die Leser*innen, was sich Virginia Woolf für ihre Ehe wünscht, im Mai können sie darüber lesen, wie die surrealistische Malerin Leonora Carrington mit Mut und Glück selbst dazu beiträgt, dass sich eine ihrer Hoffnungen erfüllt (zu ihrer Lebensgeschichte siehe „Die Surrealistin“). Marcel Proust bringt im Juli in einem Brief an seinen Verleger sehr deutlich seinen Wunsch zum Ausdruck, dass seine „Gedanken in die größtmögliche Anzahl aufnahmebereiter Gehirne“ eindringen sollen und deshalb seine Bände nur 3,50 Francs kosten dürfen. Und Frank McCourt erzählt im August, wie er zum „Leuchtturm der Hoffnung“ wurde.

Die kurzen Zitate werden durch einen Begleittext kommentiert und eingeordnet. Man weiß immer, aus welchem Zusammenhang sie stammen. Die Fotos illustrieren den Inhalt wunderbar und am Ende sind noch einige biografische Hinweise zu allen Autor*innen aufgeführt. Die Herausgeberin Elisabeth Raabe und der Gestalter des Kalenders Max Bartholl haben hervorragende Arbeit geleistet.

Schon seit vielen Jahren begleiten mich Literaturkalender durch die Wochen und Monate. Ich habe darüber schon viele Autor*innen für mich entdeckt und blättere jeden Montag gespannt die nächste Seite um. Der Platz an meiner Wohnzimmerwand ist schon für den neuen Kalender reserviert. Im Jahr 2021 können Leserinnen und Leser in den „Momenten der Hoffnung“ Texte finden, die berühren, erfreuen, nachdenklich machen oder zum Weiterlesen anregen. Wer Literatur liebt, Hoffnung braucht, sucht oder geben möchte, findet hier wunderschöne Impulse. Klare Empfehlung!

Elisabeth Raabe (Hrsg.): Der Literatur Kalender 2021: Momente der Hoffnung.
edition momente GmbH, Juni 2020.
60 Seiten, Kalender, 22,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Beate Fischer.

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2 Kommentare zu “Elisabeth Raabe (Hrsg.): Der Literatur Kalender 2021: Momente der Hoffnung

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