E.S. Schmidt: Welt der Schwerter I

Ester S. Schmidt erschafft in ihrem Fantasy-Roman eine Welt, die teilweise angelehnt ist an „Mittelalter-Fantasy“, es gibt Könige, Prinzen, Schlachten, Diener, Burgen und adlige Damen, die auserwählt und verheiratet werden sollen, nachdem sie in einer Art Kloster erzogen wurden. Gleichzeitig führt die Autorin mit gewohnt sicherer Hand in eine Welt, in der sich alles nach den Regeln der „großen Mutter“ richtet.  Lynn, eine Kanonissin im Kloster, vollzieht das Ritual der Reinigung und steigt in eine Höhle hinab in das Allerheiligste, wo sie mit den anderen jungen Frauen betet und sich der Göttin hingibt. Der Grund für dieses Ritual ist, dass der König für seinen Sohn und Thronfolger namens Siluren die richtige Frau sucht. Diese wird wiederum in diesem Ritual auserwählt. Lynn ist zu alt und zu ungehorsam, um auserwählt zu werden, außerdem stört sie unerlaubt das Ritual, als sie Thaja rettet, die in der Grotte einen Anfall bekommt und nicht allein hinausgelangen kann. Trotz dieses Regelbruchs wählt die große Göttin sie aus, kennzeichnet sie mit dem Stirnmal No`Ridahl und macht sie zur Akh`Eldash. Lynn fügt sich dem Willen der Erdmutter und es ist klar, dass sie den Prinzen Siluren, genannt den Zauderer, heiraten und als Akh`Eldash die Befehle des Ordens befolgen wird.

Auf dem Weg aus dem Kloster zum Schloss wird sie eskortiert vom Halbbruder Silurens, Coridan dem Kaltblütigen. Er ist der Sohn, den der König gern auf dem Thron sähe; und ein Blick Silurens auf das Stirnmahl der Braut würde bewirken, dass er und sie zusammengehören und gemeinsam den Thron besteigen – dies ist schon einmal in einem Bruderzwist geschehen. Doch Coridan meint in Lynn eine Seelenverwandte des Bruders zu erkennen und bleibt loyal. Gleichzeitig zu diesem Ereignis beginnt König Krolan einen Krieg, in den auch Siluren der Zauderer zieht, um sich den Respekt des Vaters zu erkämpfen, und seine Belesenheit, für die er immer verspottet wurde, hilft ihm nun, in der Welt des Krieges zu bestehen.

Ein weiteres Fantasy-Element, das in Band II an Bedeutung gewinnt, ist die Welt der Geister und der Träume. In der Traumwelt kann ein Mensch einen anderen in dessen Träumen aufsuchen und sogar töten. Auch der mächtige König Krolan hat sich dieser Geisterwelt verschrieben.

Ich bin gespannt, ob Band II noch mehr zur Religion und dem Mythos der „Großen Mutter“ bereithält – und welchen Weg Siluren und Coridan gehen werden.

„Welt der Schwerter I“ ist ein mit (scheinbar) leichter Hand geschriebener Roman, der mich gefesselt hat!

E. S. Schmidt: Welt der Schwerter I.
Lindwurm Verlag, Oktober 2021.
348 Seiten, Taschenbuch, 12,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Corinna Griesbach.

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