Derek Landy: Skulduggery Pleasant 13: Untotenland

Die Gegner waren besiegt, die Welt ein wenig sicherer geworden. Insoweit haben Walküre Unruh und ihr Partner, Skulduggery Pleasant ihre Aufgabe erfüllt. Und dennoch wacht Walküre jede Nach mit Alpträumen auf, zweifelt an sich und macht sich Vorwürfe.

Um Darkise, die die Welt vernichten wollte aufzuhalten, war sie gezwungen, ihre jüngere Schwester zu ermorden und ihre Seele zu zerreißen. Dass sie danach ihre Schwester wieder zum Leben erweckt und deren Seele geflickt hat, ändert die Tatsache nicht wirklich. Selbstzweifel und Schuldgefühle belasten sie massiv. Da kommt es gut, dass einmal mehr eine dunkle Bedrohung ihr Haupt reckt. Unsere Welt wird Ziel eines Angriffs. Aus einer Parallelwelt plant Mevolant nichts weniger, als die Invasion unserer Realität durch seine Zauberer. Die Menschen ohne Magie sollen unterjocht, ein Regiment des Schreckens und der Dominanz durch Magier errichtet werden. Die Alten Männer werden in die Parallel-Dimension entsandt, den Plan aufzuhalten.

Schon als sie ankommen wird deutlich, dass ihr Auftrag weit schwieriger zu erfüllen sein wird, als gedacht. Die Welt wird von Horden Drauger heimgesucht, die von Totenbeschwörern gelenkt werden. Fast jeder Bewohner wurde zwischenzeitlich zum Zombie gemacht, nur in einer durch einen magischen Schirm geschützten Zone harren noch Uninfizierte aus. Genau hier werden drei Dimensionstore errichtet, durch die die Invasion erfolgen soll. Dass Walküre, Tanith und Skulduggerie sowie ihre Begleiter schon erwartet werden, ahnen sie, dass die Falle aber derart raffiniert aufgestellt ist nicht.

Der dreizehnte Band der Reihe führt die Handlung aus dem vorhergehenden Band nahtlos fort. Allerdings, um dies vorweg zu nehmen, ging im Lauf der Jahre Vieles, was die Serie ausmachte, verloren. Gerne erinnere ich mich an die tollen ersten Titel zurück. Skurrile Figuren, jede Menge Humor und eine abenteuerliche Handlung machten die Reihe zu einem weltweiten Bestseller.

Vorliegend präsentiert uns der Plot eine Aneinanderreihung von Gefahren und Kämpfen in einer typischen Zombie-Welt. Von der prickelnden Selbstironie, von den faszinierenden Ideen ist beinahe nichts geblieben. Statt dessen Gewaltschilderungen am laufenden Band. Dies mag zu Zeiten, da „The Walking Dead“ immer noch Kult ist, den Umsatz ankurbeln, Fans der Serie aber werden sicherlich der guten alten Zeit nachtrauern.

Dabei fällt auch auf, dass Landy gerne und ausgiebig bei sich selbst Anleihen nimmt. Ständig bekommen es unsere Protagonisten mit denselben besiegt geglaubten Gegnern zu tun, stehen Antagonisten fluchs von den Toten wieder auf, so dass sich die Handlung selbst oft ähnelt. Da fehlt es ein wenig an mitreißenden Ideen, an Spontanität was die Handlung anbelangt und, ja auch an dem besonderen Flair, das den Zyklus immer ausgezeichnet hat. Dabei kann Derek Landy es doch besser, so viel besser! Hoffen wir, dass er sich alter Tugenden und Stärken besinnt im nächsten, für 2021 in Vorbereitung befindlichen Abenteuer um den Skelett-Detektiv und Walküre.

Derek Landy: Skulduggery Pleasant 13: Untotenland.
Loewe, November 2020.
656 Seiten, Gebundene Ausgabe, 22,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Carsten Kuhr.

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