Delphine Coulin: Samba für Frankreich

deplMit einem sehr aktuellen Thema befasst sich die französische Autorin Delphine Coulin in ihrem Buch „Samba für Frankreich“: dem Schicksal von Flüchtlingen, die versuchen, sich in Europa durchzuschlagen, dann aber enttäuscht feststellen müssen, dass sie dort nicht mit offenen Armen empfangen werden.

Samba Cissé ist nach mehreren gescheiterten Versuchen und Gefängnisaufenthalten unter schwierigsten Umständen aus dem afrikanischen Mali nach Frankreich gelangt. In Paris findet er bei seinem Onkel Unterschlupf, der in einem Kellerloch haust, aber immerhin einen Job in einem Restaurant hat. Von dort kann er gelegentlich Lebensmittel mitbringen, die ansonsten weggeworfen würden, sodass die beiden vergleichsweise komfortabel leben.

Samba selbst jedoch hat Schwierigkeiten, Fuß zu fassen. Obwohl er Abitur hat, findet er bestenfalls stumpfsinnige Gelegenheitsjobs, die kein Franzose machen will. Außerdem ist er permanent von Abschiebung bedroht. Seine Situation wird nur vorübergehend besser, als er sich Hals über Kopf in die schöne Kongolesin Gracieuse verliebt, die jedoch seinem Freund Jonas versprochen ist. Der lebt jedoch derzeit im Abschiebegefängnis. Als er entlassen wird, kommt es zum Eklat. Und dann verliert sein Onkel auch noch den Job im Restaurant …

Das Buch weckt Verständnis für das harte Leben von Flüchtlingen, ohne sie kitschig als reine Gutmenschen zu überhöhen. Und es erklärt – zum Teil drastisch –, warum dieses Leben für sie immer noch besser ist, als in der Heimat zu bleiben. Der mitunter etwas hölzern wirkende Stil ist verzeihlich.

„Samba für Frankreich“ ist mit Omar Sy (dem Darsteller aus „Ziemlich beste Freunde“) in der Hauptrolle verfilmt worden. Unter dem Titel „Heute bin ich Samba“ kommt der Film im Februar in die Kinos.

Delphine Coulin: Samba für Frankreich.
Aufbau, Dezember 2014.
268 Seiten, gebundene Ausgabe, 16,95 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Andreas Schröter.

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