David Safier: Miss Merkel: Mord in der Uckermark

Die aktive Regierungszeit von Angela Merkel wird im September 2021 enden. Aber was macht eigentlich so eine Ex-Bundeskanzlerin in Rente? David Safier lässt sie gemeinsam mit Ehemann „Puffel“ Joachim, Mops Putin und Personenschützer Mike in das beschauliche Neufreudenstadt in der Uckermark ziehen. Wandern und Kuchenbacken sollen ab jetzt ihr Leben bestimmen und ruhig und erholsam machen. Aber Wandern ist anstrengend, manchmal anstrengender als regieren, und Kuchenbacken kann man nur begrenzt, es muss ja auch von irgendwem gegessen werden. Kleinfreudenstadt hat zwar eine High Society, zu der Kontakt zu bekommen erweist sich jedoch in mancher Hinsicht als schwieriger als ein G7-Gipfel und auch der Kontakt zum Volk funktioniert nur eingeschränkt. Angela langweilt sich.

Da wird der Freiherr Philip von Baugenwitz vergiftet in seinem von innen verschlossenem Verlies gefunden. Endlich wieder eine Aufgabe. Sie treibt ihren Personenschützer damit zwar in den Wahnsinn, aber die Ex-Bundeskanzlerin ist fest entschlossen, von jetzt an auf den Spuren Sherlock Holmes zu wandeln. Sie will den Täter finden.

Das ist witzig, ohne Angela Merkel jemals zu einer Witzfigur zu machen. Ich fand sie in ihrer wissenschaftlichen Ernsthaftigkeit bei der Tätersuche sogar liebevoll charakterisiert. Safiers Dialoge sind wie immer witzig und die Pointen auf den Punkt gebracht. Auch die eine oder andere Anspielung auf vergangene politische Ereignisse (für meinen Geschmack leider zu wenige, mehr davon) spülen Erinnerungen hoch, bei Miss Merkel und bei mir. Die Tätersuche erweist sich als komplex und auch einer Ex-Bundeskanzlerin folgt die örtliche Polizei nicht immer „einfach so“.

Fazit: Ein witziges Buch, das zu verpassen echt schade wäre.

David Safier: Miss Merkel: Mord in der Uckermark.
Kindler, März 2021.
320 Seiten, Taschenbuch, 16,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Regina Lindemann.

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