David Foenkinos: Das geheime Leben des Monsieur Pick

In dem kleinen Kaff Crozon in der Bretagne gibt‘s eine Bibliothek für alle Romane, die nie einen Verlag gefunden haben. Eines Tages findet sich dort jedoch ein Meisterwerk, das fortan die gesamte Welt der Literatur in Aufregung und Verzückung versetzt.

Das ist der Ausgangspunkt in David Foenkinos Roman „Das geheime Leben des Monsieur Pick“. Und der Autor des Fundstücks ist in dem Dörfchen kein Unbekannter. Es ist der Pizzabäcker Henri Pick. Doch niemand kann sich vorstellen, dass er, den man niemals mit einem Buch in der Hand gesehen hat, wirklich in seiner knappen Freizeit heimlich einen Roman geschrieben haben soll.

Das klingt nach einem schönen Märchen, bei dem alle unbekannten und zurückgewiesenen Hobbyautoren dieser Welt – und das sind verdammt viele – feuchte Augen bekommen dürften. So gesehen ein gut geplanter Bestseller mit klarer Vorstellung vom Zielpublikum. Der Text liest sich flüssig und leicht herunter und mündet zum Ende hin sogar noch in eine krimiähnliche Handlung, denn nicht alle Figuren sind davon überzeugt, dass der Pizzabäcker wirklich ein Schriftsteller ist.

„Das geheime Leben des Monsieur Pick“ ist ein gutes Buch für den Strand oder die U-Bahn – also für alle Gelegenheiten, in denen man sich nicht sonderlich konzentrieren muss.

Kehrseite der Medaille: Man kann dem Werk des 1974 geborenen Franzosen eine gewisse Oberflächlichkeit attestieren. Der Autor kommt von Hölzchen auf Stöckchen und widmet sich immer wieder Details und Nebenschauplätzen, die gar nichts mit dem Fortgang der Handlung zu tun haben. Man könnte meinen, er wolle auf diese Weise Zeilen schinden, um am Ende auf eine angemessene Buchlänge zu kommen. Auch wirkt der Text stilistisch gelegentlich etwas hölzern.

David Foenkinos: Das geheime Leben des Monsieur Pick.
Deutsche Verlags-Anstalt, März 2017.
336 Seiten, Gebundene Ausgabe, 19,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Andreas Schröter.

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