Dani Atkins: Sag ihr, ich war bei den Sternen

Eine typische Dani Atkins: viel Herz und Schmerz, viel Liebe und Leid. Und sooo schön. Ja, ich gestehe, ich mag solche Bücher, die man herrlich an einem verregneten Sonntagnachmittag verschlingen kann. Sicher, mit „Literatur“ hat das nichts zu tun, es trieft von Schmalz und alle Handelnden sind schön und gut. Aber wenn ein Buch so gut geschrieben ist, dass man es schon nach fünf Seiten nicht mehr aus den Händen legen mag, solange, bis man zum Wort Ende auf der letzten Seite kommt, dann darf man das auch zugestehen.

In diesem Roman von Dani Atkins geht es um die junge, schwangere Maddie, die wenige Tage vor ihrer Hochzeit mit dem gutaussehenden und erfolgreichen Ryan einen schweren Unfall hat und ins Koma fällt. Als sie wie durch ein Wunder wieder erwacht, sind nicht, wie sie zuerst annimmt, wenige Wochen seit dem Unfall vergangen, sondern sechs Jahre. Und selbstverständlich ging in dieser Zeit das Leben aller weiter, das ihrer Eltern ebenso wie das von ihrem Verlobten Ryan und auch das von ihrer Tochter. Ja, Maddie hat tatsächlich trotz Koma eine gesunde Tochter zur Welt gebracht, die nun eben schon sechs Jahre alt ist, als Maddie sie kennenlernt. Und hier beginnen die Schwierigkeiten. Mehr soll an dieser Stelle nicht erzählt werden, um die Spannung nicht zu verderben.

Die Frage, wie man damit umgeht, wenn einem plötzlich sechs Jahre des eigenen Lebens fehlen, ist in jedem Fall interessant und spannend. Was geht in dir dabei vor, wie kommst du damit zurecht? Und wie dein Umfeld, Verwandte und Freunde? Maddie fällt es schwer, sich damit abzufinden, zumal es ihr so vorkommt, als hätte sie nur kurz geschlafen. Wie sich diese ungewöhnliche Situation für sie auswirkt und wie sie damit klarkommt, das schildert die Autorin in berührenden Szenen.

Dani Atkins gelingt es, wie auch in ihren anderen Romanen, die ich genauso verschlungen habe, die Gefühle der Charaktere nachvollziehbar zu beschreiben. Sie ist ganz nah dran an Maddie und Ryan und auch an Maddies Vater, der sich liebevoll um seine demente Frau kümmert. Vielleicht hat die Autorin wirklich ein wenig viel in diese Geschichte hineingepackt, ein wenig üppig die Schicksalsschläge auf die Protagonisten einprasseln lassen. Aber was soll’s. Der Roman ist fesselnd, spannend, die Charaktere sympathisch und (einigermaßen) realistisch, die Handlungen nachvollziehbar und die Entwicklung der Figuren logisch. So soll ein gutes Buch, bei dem wir uns herrlich entspannen und in andere Welten träumen können, sein.

Für Romantikerinnen ein wunderbares Buch. Leser, die mit Gefühl nicht viel anfangen können, sollten vielleicht lieber nach einem Sachbuch greifen…

Dani Atkins: Sag ihr, ich war bei den Sternen.
Knaur, Oktober 2019.
432 Seiten, Taschenbuch, 9,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Renate Müller.

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