Dana Spiotta: Glorreiche Tage

danaDie US-amerikanische Autorin Dana Spiotta hat einen wunderschönen Roman über die unzertrennlichen Bande der Familie, über den Rock‘n‘Roll und über die Lust an der Phantasie geschrieben, die bisweilen der Realität ein Schnippchen schlagen kann.

Nik schreibt alles über sein Leben als Rockstar auf. Es geht um Platten, die reihenweise Platinstatus und erste Chart-Plätze erreichen, um Konzerte, Fans, Interviews und um Musikrezensenten, von denen ihn manche verehren und einige verdammen. Nik gestaltet aufwendige Plattencover und spielt sogar ganze CD-Zyklen ein.

Problem: Diese Alben erreichen jeweils eine Stückzahl von genau vier Exemplaren, zwei davon gehen an seine Schwester Denise und seine Nichte Ada. Der Erfolg und alles, was damit zusammenhängt, spielt sich ausschließlich in Niks Phantasie ab. In Wahrheit ist er ein Loser am Existenzminimum, der von einem gelegentlichen Job als Barkeeper lebt.

Doch mindert das die Liebe seiner Schwester, aus deren Perspektive das Buch geschrieben ist? Nein, natürlich nicht. Sie steht bedingungslos zu ihrem Bruder und hilft ihm, wo sie kann, obwohl sie genügend eigene Schwierigkeiten hat.

„Glorreiche Tage“ ist ein sympathischer und warmherziger Roman, in dem viel Wahres steckt. Zugleich ist er eine Hommage an all jene, die den gängigen Erfolgsmustern nicht gerecht werden, sondern ein Leben neben der Spur führen.

Das Buch war 2011 in den USA für den National Book Critics Circle Award nominiert.

Dana Spiotta: Glorreiche Tage.
Berlin-Verlag, August 2014.
256 Seiten, gebundene Ausgabe, 19,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Andreas Schröter.

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