Christian Pfannenschmidt: Die Träumerin

traumUm gleich zwei Missverständnisse aus der Welt zu schaffen: Nein, Die Träumerin ist kein historischer Roman. Auch wenn wir verwöhnt sind von Die Hebamme und Die Wanderhure. Und nein, es ist auch nicht das Erstlingswerk von Christian Pfannenschmidt. Der Autor hat es bereits mit Fünf Sterne für Marie in die Bestsellerlisten geschafft; Der Seerosenteich wurde sogar verfilmt. Dennoch hat der Roman Die Träumerin die Leichtigkeit eines Newcomers.

Die Geschichte handelt von Julia, die schon früh die Liebe ihres Lebens getroffen und auf tragische Weise wieder verloren hat. Mittlerweile ist sie Karrierefrau, hat sie eine leicht zynische Art und ihren Lebensgefährten respektiert sie mehr, als ihn zu lieben. Wer sich von den ersten etwas langatmigen 100 Seiten nicht irritieren lässt, erfährt die Charaktere als sehr tiefgründig und ausgereift. Spannung und Blätter-Rate steigen, und Pfannenschmidt zieht den Leser immer tiefer in die mystische und doch so alltägliche Welt der Banker und Kunsthändler.

In wenigen zeitgenössischen Büchern findet man noch so ausformulierte, verrückte und doch absolut verständliche Protagonisten. Der Autor schafft es, ein vollständiges und vor allem rundes Bild einer modernen Liebesgeschichte aufzuzeichnen, dass man sich durchaus als Verfilmung vorstellen kann. Pfannenschmidt also ein Name, den man sich merken sollte.

Christian Pfannenschmidt: Die Träumerin.
Knaur, Dezember 2011.
432 Seiten, Gebundene Ausgabe, 16,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Annett Bergk.

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