Christian Hardinghaus: Die Spionin der Charité

Seit seinem Roman um den Arzt, der Soldat wurde um seine Familie zu retten, bin ich ja ein großer Fan von Christian Hardinghaus Romanen. Der Roman beginnt in Bern 1974. Die 56jährige Lilly Kolbe regt sich furchtbar über die Feiern zum Gedenken der Widerstandskämpfer des 20. Juli auf. Waren doch die Attentäter um Staufenberg bei weitem nicht die Einzigen, die für den Widerstand Kopf und Kragen riskiert haben. Lilly arbeitete in den ersten 40 ger Jahren des 20. Jahrhunderts in der Berliner Charité unter dem berühmten Professor Ferdinand Sauerbruch. Dort gab es den Donnerstagsclub, dessen Mitglieder nach ihren Möglichkeiten versuchen, dem Naziregime Steine in den Weg zu werden. Ihre Aktionen waren wenig öffentlichkeitswirksam und alle Mitglieder schworen, den Donnerstagsclub nach dem Krieg für immer geheim zu halten. Aber vielleicht ist jetzt, nach 30 Jahren des Schweigens, der Moment des Redens gekommen? Lilly verabredet sich mit einem Journalisten und erzählt ihre Geschichte der Charité, Sauerbruchs, der Liebe und der Verzweiflung.

Einmal mehr ist dem Historiker Christian Hardinghaus ein spannendes Buch mit historischen Hintergrund gelungen. Gut zu lesen, historisch fundiert und interessant bis zur letzten Seite.

Christian Hardinghaus: Die Spionin der Charité.
Europa Verlag, Februar 2019.
240 Seiten, Gebundene Ausgabe, 20,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Regina Lindemann.

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