Charles Dickens: Große Erwartungen (1860)

diceknsDer kleine Pip wächst bei seiner Schwester und ihrem Mann Joe auf, möchte später einmal das Schmiedehandwerk erlernen und die Werkstatt zusammen mit Joe führen. Doch sein so vorherbestimmtes Leben gerät ein wenig aus den Fugen, als er in das Haus von Miss Havisham eingeladen wird und dort auf die wunderschöne Estella trifft. Nun will er ein echter Gentleman werden.

Große Erwartungen von Charles Dickens gehört zweifelsohne zu den Klassikern der Weltliteratur. Die Figuren sind in Benehmen und Sprache ganz vortrefflich ausstaffiert, der Schauplatz ist mit so viel Liebe zum Detail erklärt, dass man nach nur wenigen Seiten in eine Welt eintaucht, die durchdringt mit den feinen Fäden der Geldmacht und des Älterwerders nicht weniger kompliziert ist als der Alltag im 21. Jahrhundert. Dickens versteht es, Bilder zu erschaffen, die durch das Buch selbst und schließlich durch die Gedanken des Lesers dringen.

Unglaubliches Gefallen habe ich an der Feinheit der Sprache gefunden. Dickens gehört nicht zu denjenigen, deren Bücher man ohne weiteres überfliegen könnte. Er hält den Leser gefangen in Wortspielereien und geschriebenen Bildern und lässt ihn erst wieder gehen, wenn die Geschichte ihr Ende nimmt. Ein Trost für alle, die es nicht so mit Büchern von besonders dünnen Seiten haben: Der Roman ist in drei Teile gegliedert. Welch Kurzweil!

Charles Dickens: Große Erwartungen (1860).
Insel Verlag, November 2011.
740 Seiten, Taschenbuch, 9,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Annett Bergk.

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