John Scalzi: Frontal

Fünfundzwanzig Jahre ist es her, dass die Welt sich für einige wenige Menschen radikal änderte. Ein aggressives, grippeähnliches Virus griff um sich, selbst die First Lady der USA fiel ihm zum Opfer. Die meisten der Erkrankten genasen nach kurzer Zeit wieder, doch bei einigen Wenigen veränderte das so genannte Haden-Virus das Gehirn. Sie, die vom Lock In Syndrom befallen sind, liegen bewegungslos eingeschlossen in ihrem Körper gefangen, müssen für den Rest ihres Lebens gepflegt und medizinisch umsorgt werden. Nur über ins Gehirn implantierte neurale Netzwerke und die Steuerung von hochtechnisierten Robotern können sie noch mit der Außenwelt interagieren.

Chris Shane wurde als Kleinkind ein Opfer der Erkrankung. Anders, als viele seiner Leidensgenossen ist er auf die immer weiter zurückgefahrene staatliche Unterstützung nicht angewiesen, gehören seine Eltern doch zu den begütertesten Unternehmern von Washington D.C. Doch nur in der Agora, wie die virtuelle Welt, in der sich die meisten Patienten fast immer aufhalten, will er sein Leben nicht verbringen. Er tritt in eine Spezialeinheit des FBI ein, die bei Verbrechen in Zusammenhang mit den Hadens ermittelt. Mit Hilfe der Threeps, der Roboterkörper, werden ganz neue Sportarten möglich. Eine davon, Hiketa genannt, zieht die Massen in ihren Bann. Weiterlesen

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Dennis E. Taylor: Bobiverse 01: Ich bin viele

Kaum hat Robert, genannt Bob, ein stinknormaler Mittdreißiger der Gegenwart, einen Vertrag unterzeichnet, der ihm nach seinem Ableben eine Wiedererweckung garantiert, da wird er überraschend von einem Auto überfahren und stirbt. Erst 2133 geschieht besagte Wiedererweckung und da die Dinge sich in der Zwischenzeit verändert haben, staunt Bob nicht schlecht. Er hat nicht etwa einen Menschenkörper ohne Gebrechen, sondern ist eine Künstliche Intelligenz, die rasend schnell denken und handeln kann. Nach einem ersten Schock nimmt Bob sein Schicksal an, vor allem als er hört, dass er nach gut gelaufenen Tests ins All geschickt werden soll!

Dennis E. Taylors „Ich bin viele“ hat viele innovative Ideen und Gedankengänge. Für Science-Fiction der Gegenwart halte ich persönlich das Buch fürs sehr intelligent und gut gemacht. Die Geschichte hat einen nicht zu verachtenden Science-Anteil, einen kleinen politischen Anteil, viel Humor und noch viel mehr Abwechslung. Weiterlesen

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David Pedreira: Killing Moon

Der Mond im Jahre 2072: Die großen Wirtschaftsnationen haben Stationen bezogen auf dem Erdtrabanten und bauen dort verschiedenste auf der Erde benötigte Rohstoffe und Materialien ab. Auch Caden Dechert, Leiter der amerikanischen Station, baut mit seiner Mannschaft dort Helium-3 ab. Doch in letzter Zeit häufen sich die seltsamen Vorkommnisse auf der Mission. Dinge gehen kaputt, obwohl sie es nicht sollten, und dann passiert sogar ein Mord. Der erste Mord auf dem Mond. Ausgerechnet an einem allseits beliebten Mitglied der Mannschaft. Die hinterlassenen Spuren geben Rätsel auf, doch Dechert will nicht aufgeben, bis er den Mörder gestellt hat.

Ein Mord auf dem Mond und zahlreiche verwirrende Spuren in einer allseits lebensfeindlichen Umgebung. Der Mond ist – man kann es kaum anders formulieren – ein Pulverfass geworden. Weiterlesen

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Annalee Newitz: Autonom

Kanada, 2144: Zacuity ist eine neue Droge auf dem Markt und der allerletzte Schrei. Denn wenn man die Droge konsumiert, fühlt sich arbeiten plötzlich ganz toll an und man möchte den ganzen Tag nichts anderes mehr tun. Doch Zacuity macht auch rasend schnell abhängig und führt dazu, dass Menschen sogar das Essen vergessen. Drogenschmugglerin Jack hat einige der Pillen kopiert und auf den Schwarzmarkt gebracht. Nun ist die Herstellerfirma und das halbe Land auf der Suche nach Jack, denn sie wird für den Skandal verantwortlich gemacht. Doch die Formel der Pillen selbst ist das Problem und das will Jack beweisen!

Annalee Newitz zeichnet ein futuristisches Bild einer Welt, in der Roboter und Menschen friedlich miteinander leben. Wie eh und je gibt es menschliche Sklaven, aber auch Robotersklaven. Doch die Roboter wollen frei sein und nicht jemandem unterstellt, der ihnen ihren Willen aufdrängt. Nur zur Hälfte wird die Geschichte von der etwas in die Jahre gekommenen Jack erzählt, die auch immer wieder einen Blick auf die Vergangenheit, etwa die letzten 30 Jahre der Entwicklung von Medikamenten, Drogen und technischer Sklaverei wirft. Weiterlesen

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Andreas Eschbach: NSA – Nationales Sicherheits-Amt

Helene glaubt, nicht viele Talente zu haben. Aber Programmieren, oder „Programme stricken“, das kann sie, auch wenn die neuartigen Komputer (sic!) sich im Deutschen Reich erst in den Anfängen durchgesetzt haben. Eugen dagegen ist von sich schon überzeugt, der Vater ist im Weltkrieg als Kriegsheld gefallen, die Mutter übergroß. Beide arbeiten bei der NSA, dem Nationalen Sicherheits Amt und ihre Aufgabe besteht darin, die Unmenge von Daten, die es über jeden Staatsbürger gibt, auszuwerten.

Es ist eine alternative Welt, die Andreas Eschbach für seine Roman geschaffen hat. Aber er hat sie derart mit historischen Realitäten durchsetzt, dass das Buch den Leser verstört zurücklässt. Deutschland hat den Weltkrieg 1917 verloren, die Nazis sind 1933 an die Macht gekommen, Nürnberger Gesetze, Wannseekonferenz, alles eingebettet in eine Welt, in der Soziale Medien und Elektronisierung einfach einige Jahre früher gekommen sind. Es gibt ja viele Romane über die Gefahren der Datenausnutzung, wir werden jeden Tag davor gewarnt, zuviel von uns preiszugeben. Weiterlesen

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Timo Leibig: Nanos – Sie bestimmen, was du denkst

Deutschland, 2028: Johann Kehlis ist nicht nur Bundeskanzler der Republik, er kontrolliert auch alle Lebensmittelgeschäfte und -lieferungen. Man kann nur noch Produkte seiner Firma kaufen. Und das aus gutem Grund: Über JKs erhalten die Menschen mit der Nahrung kleine Nanopartikel, die in ihrem Gehirn aktiv werden. So denkt und fühlt die Bevölkerung nur das, was JK für richtig hält. Doch immer mehr Menschen werden immun gegen die Nanos und es gilt, diese Menschen zu finden und aus dem Verkehr zu ziehen. Maria und ihr kleiner Sohn sind zwei dieser Menschen. Sie glaubt schon lange nicht mehr an den Schund aus dem Fernsehen und Johann Kehlis‘ Botschaften. Doch das darf sie niemandem zeigen, sonst droht sie aufzufliegen. Auch Malek hat von JKs bisher nicht viel mitbekommen. Er war jahrelang im Gefängnis und lebt nun nach seiner Flucht allein in einem Wohnwagen. Als er in einer Verfolgungsjagd verstrickt wird, wird klar, dass er seinen Lebensstil verändern muss. Denn er wird von Kehlis‘ Männern gesucht und könnte bei der im Geheimen operierenden Opposition Unterschlupf finden.

Timo Leibig, der mit „Nanos – Sie bestimmen, was du denkst“ sein Verlagsdebüt im Penhaligon Verlag vorlegt, beschreibt eine erschreckende Zukunftsvision, die gar nicht so abwegig klingt. Weiterlesen

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Dan Wells: Die Formel

NewYew, eine New Yorker Firma, die ursprünglich Krebsmedikamente hergestellt hat, inzwischen aber auf Kosmetika setzt, will eine neue Hautcreme entwickeln. Das gelingt dem Chefchemiker Lyle Fontanelle und seiner Assistentin Susan besser, als sie sich das jemals vorgestellt hätten. Eigentlich sollte die Antifalten-Creme nur den Körper anregen, eigenes Collagen zur Faltenauffüllung zu produzieren. Stattdessen kopiert schon eine winzige Portion der Creme, irgendwo auf die Haut aufgetragen, die komplette DNA desjenigen, der die Creme zuletzt berührt hat, auf den neuen Träger. Das bietet ungeahnte Möglichkeiten. Für den einen zur Heilung aller Krankheiten, für den anderen die Möglichkeit zum Wunschkörper, für alle NewYew vor allem die Möglichkeit zu unendlich viel Geld. Sie nennen das Produkt ReBirth und um dem schwierigen Genehmigungsweg auszuweichen, vermarkten sie es nicht als Medikament, sondern als simple Kräutercreme.

Dan Wells beschreibt herrlich, wie die Welt durch Egoismus, Angst und Gier in nicht mal 300 Tagen untergeht. Das ist jetzt kein Spoiler, das steht bereits über Kapitel 1. Eigentlich liegen die Möglichkeiten und Gefahren von ReBirth völlig klar auf der Hand, Weiterlesen

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Corinna Griesbach: Das Prinzip der Mittelmäßigkeit

H’Thüsos Maisyn ist Historiker und fremd in der Welt, in die er aus der Zukunft geschickt wurde. Es ist nicht wirklich unsere Welt, aber wir könnten nur wenige Jahre davon entfernt sein. Großbrände und Überschwemmungen bestimmen die Nachrichten, Füchse haben sich die Städte erobert und leben neben den Menschen, andere Tiere sind komplett ausgestorben oder ihre Sichtung ist extrem selten, wie Enten. H’Thüsos Maisyn hat eine Aufgabe. Er soll mit seinem „Auge“ aufzeichnen, was ihm des Aufzeichnens wert erscheint und er soll eine Frau für seine Zukunft finden. Keine besondere, nur eben eine mittelmäßige. Keine leichte Aufgabe, wenn man die Vorgehensweisen der Welt, in der man gerade nicht, nicht wirklich versteht.

„Das Prinzip der Mittelmäßigkeit“ hat mich mehr durch seine Sprache als durch seine Handlung bestochen, obwohl man doch irgendwie immer wissen will, wie es weitergeht. Dabei muss ich sagen, dass ich nicht behaupten kann, alle Handlungsstränge vollständig verstanden zu haben. Manches ist mir rätselhaft geblieben, z.B. warum sich die Frauen dauernd umbringen und warum das H’Thüsos Maisyn sagt, dass einer seiner Kollegen erfolglos war. Weiterlesen

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Spencer Ellsworth: Starfire 01: Imperium

Sechs Entwicklungsperioden hat die Menschheit auf ihrer Reise ins All durchlaufen. Nachdem man dem Planeten, der ihr einst das Leben gab verlassen und interstellare Reiche gegründet hat, traf man auf die Jorier. Mit diesen zusammen entwickelte man die Knoten, Gebilde, die zeitloses Reisen zwischen den Sternen, ja den Galaxien erst ermöglichte. Zwei Imperien fielen im Feuer des Bürgerkriegs zum Opfer, zwei weitere wurden vernichtet, als man auf Fremde traf. Jetzt regiert das Rote Imperium, andere Spezies, darunter Hybriden, in Klontanks gezüchtete Mischwesen aus DNA von Menschen und Joriern werden gnadenlos unterdrückt.

Es kommt, wie es kommen muss – ein Befreiungskampf sucht die Galaxien heim, die Hybriden gewinnen und hinterlassen eine Spur aus vernichteten Planeten und Millionen von ihrer Seelen beraubten menschlichen Leichen. Jaqi ist eine der Hybriden. Sie verdingt sich als Pilotin, sucht und findet ihr Schlupfloch, um zu überleben. Bis sie eines Tages auf zwei menschliche Kinder trifft. Die Kinder eines einst unermesslich reichen Menschen, der die Rebellen unterstützte und dafür von diesen gemeuchelt wurde, hüten ein Geheimnis. In einer kleinen dunklen Kiste sind die Koordinaten von etwas versteckt, das alle, sowohl Rebellen wie das Imperium in ihren Besitz zu bekommen versuchen – mit allen Mitteln versteht sich. Um die Kinder zu schützen, macht sich Jaqi verfolgt von Araskar, einem drogensüchtigen Rebellen auf, das Geheimnis um die Kiste zu lüften und die Kinder zu retten … Weiterlesen

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Andy Weir: Artemis

Endlich ist es soweit. Die Menschen haben den Mond besiedelt. In einer Kuppelstadt namens Artemis leben sie in verschiedenen Kolonien. Auch Jazz lebt unter ihnen. Die junge Frau ist schon seit ihrem sechsten Lebensjahr auf dem Mond und hat sich als Schmugglerin einen Namen gemacht. Als sie bei einem ihrer Auftragsgeber ein seltsames Kästchen entdeckt, ist Jazz‘ Interesse geweckt. Doch als sie zu recherchieren beginnt, ist ihr Auftragsgeber am nächsten Morgen tot! Nicht nur auf der Erde wäre das eine Schlagzeile wert, den auf dem Mond, in dieser kleinen Menschenkolonie, stirbt selten jemand auf unnatürliche Weise. Jazz stellt fest, dass sie selbst in höchster Gefahr ist, und muss untertauchen.

Diese knappe Zusammenfassung deckt mitnichten alles ab, um das es bei „Artemis“ geht. Andy Weir, der Autor des erfolgreichen, sogar verfilmten Romans „Der Marsianer“ hat mal wieder ein Potpourri an Themen gesammelt. Jazz soll die Aluminiumproduktion eines großen Industriemoguls lahmlegen, der zugleich allerdings ein Mafiaboss ist. Weiterlesen

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