Carina Wohlleben: Die Welt ist noch zu retten

Carina Wohlleben wohnt mit ihrem Mann und zwei Kindern im Sauerland. Eine Dokumentation verändert ihr Leben nachhaltig. Es wird ihr klar, wie sehr Massentierhaltung und industrialisierte Landwirtschaft unser Klima beeinflussen. Sie bespricht in ihrem Buch die Rodung des Regenwaldes zugunsten von Sojamonokulturen. Dieses so gewonnene Soja wird in Europa zur Tiermast verwendet. Das Problem Aquakulturen findet Erwähnung, aus denen der Großteil der Fische auf unseren Tellern stammt, oder das unermessliche Leid, das unseren „Haustieren“ Rind, Schwein und Huhn angetan wird.

Für Frau Wohlleben gibt es nur eine Lösung: den Verzicht auf Fleisch und alle tierischen Produkte. Ihre gesamte Familie hat die Ernährung umgestellt und gute Erfahrungen damit gemacht. Würden alle Menschen sich Großteils pflanzlich ernähren, gäbe es, laut Frau Wohlleben, kein Tierleid, keine zerstörten Regenwälder, keine den Boden vergiftende Gülleflut und 70% weniger in der Landwirtschaft produziertes CO2. Auch unser Umgang mit dem Ökosystem Wald liegt ihr sehr am Herzen. Sie skizziert das Problem Fichtenmonokulturen mit all seinen Auswirkungen. Weiterlesen

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Sinéad Gleeson: Konstellationen. Die Sprache meines Körpers

Als Sinéad Gleeson 13 Jahre alt ist, erzwingt ihr Körper ihre Aufmerksamkeit: Schmerzen in der Hüfte, ausgelöst durch den Zerfall der Knochen, sind der Anfang einer lebenslangen Leidensgeschichte. Sie wird mehrfach operiert, verbringt immer wieder lange Wochen im Krankenhaus. Schmerz wird zum ständigen Begleiter.

Mit Ende 20 wird bei ihr eine aggressive Form der Leukämie diagnostiziert. Ihre fassungslosen und aufgelösten Eltern beruhigt sie mit der Ankündigung, sie werde nicht sterben, sondern ein Buch schreiben. Sie übersteht die Chemotherapie, überwindet den Krebs. Sie schreibt auf, was ihr in Krankenhäusern, mit Ärzten und Mitmenschen begegnet.

Am Anfang ist es vor allem die Perspektive der Patientin, die sich Ärzten und Klinikroutine ausgeliefert fühlt, nicht gehört und verstanden wird. Ihr gelingt der Schritt in die Metaebene, sie studiert die Funktionsweise eines Körpers, sammelt Informationen, will verstehen, was mit ihr geschieht.

Zugleich schärft sich ihr Blick für soziale Interaktionen. Woher kommt die Scham, die man als kranker, eingeschränkter Mensch empfindet. Wie wird man wahrgenommen, wenn man unheilbar krank ist. Wie wird man wahrgenommen, wenn man etwas wagt, das unvernünftig erscheint. Wenn man einer kaputten Hüfte und einem von Chemotherapie gebeutelten Körper eine Schwangerschaft zumutet. Sie meistert auch diese Herausforderung und schenkt zwei gesunden Kindern das Leben. Weiterlesen

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Fränzi Kühne: Was Männer nie gefragt werden: Ich frage trotzdem mal

Als ich vor etlichen Jahren in meinem Beruf begann, Karriere zu machen und die ersten Geschäftsreisen anstanden, fragte mich mein damaliger, selbst vielreisender Vorgesetzter: „Was sagt denn Ihr Mann dazu, dass Sie reisen wollen?“ Zuerst war ich völlig perplex über diese Frage und fragte dann zurück: „Und was sagt Ihre Frau zu Ihren vielen Reisen?“.

An diese Frage, die Männern nie gestellt wird, musste ich denken, als ich dieses Buch in Händen hielt. Auch wenn mein Erlebnis viele Jahre her ist, hat sich, glaube ich, seither zwar manches, aber lange nicht genug geändert. Genau das thematisiert Fränzi Kühne in ihrem Buch.

Auslöser für sie, dieses Buch zu schreiben, waren Interviews, die sie gab, nachdem sie selbst als eine der ersten Frauen in den Aufsichtsrat einer Aktiengesellschaft berufen worden war. In diesen Interviews wurden ihr viele Fragen gestellt, die Männer nie gefragt werden, es wurde viel über ihre Kleidung, ihr Auftreten, ihre Familie berichtet, Details über das Leben eines Menschen, die in Interviews von Männern selten bis gar nicht vorkommen. Im Laufe dieser Gespräche sammelte Fränzi Kühne all diese Fragen:  Fragen danach, wer die Kinder versorgt, während sie im Aufsichtsrat sitzt, Fragen danach, warum sie keinen Hosenanzug oder High Heels trägt, den Ausdruck der Bewunderung oder wahlweise des Mitleids mit ihrem Mann, der sie unterstützt, und weitere Fragen ähnlichen Kalibers. Weiterlesen

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Julia Barbarino: Auf der Alm – Vom Glück des einfachen Lebens: Sommer in den Bergen.

Schon als Kind begeistert sich Julia Barbarino für das „einfache Leben“. Die Berge haben es ihr angetan und als ihr mit achtzehn ein Artikel über eine Sennerin in die Hände fällt, beginnt sie sich für die Almwirtshaft zu interessieren.  2008 ist es so weit. Gemeinsam mit ihrer Schwester Sophie und zwei kleinen Kindern, eines davon ist ein Baby, geht sie auf eine Alm in Tirol. Dort sind zwölf Milchkühe, zwölf Jungrinder und zwei Kälbchen zu versorgen. Eine enorme Herausforderung für die „Greenhorn-Sennerinnen“, aber sie meistern die Aufgabe hervorragend und Julia Barbarino packt das „Almfieber“ so heftig, dass sie bis heute nicht davon „genesen“ ist. Sommer für Sommer kehrt sie in die Berge zurück und letztendlich bewirtschaftet sie mit vier Kindern im Schlepptau alleine eine Alm, unterstützt vom ihrem Mann Schorschi, der hilft, soviel es sein Beruf zulässt.

Julia Barbarino schildert den Almalltag unzensiert. Neben unzähligen schönen Momenten erlebt sie auch Unfälle der Kinder, Unwetter, Arbeit bis zur Erschöpfung und brenzlige Situationen, die Gott sei Dank gut ausgehen. Sie berichtet von Sommernächten unter freiem Himmel, Badespaß mit der Gießkanne und einer tiefen Verbundenheit mit den ihr anvertrauten Tieren. Viele Fotos, Liedertexte und einige Kochrezepte bereichern dieses Buch. Weiterlesen

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Herman van Veen: Es regnet im Radio

Ein Leben in Liedern. Für den niederländischen Liedermacher und Autor Herman van Veen sind Musik und Verse ein Wegweiser und Gerüst für Erinnerungen. Nat King Cole lässt Bilder aus Kindertagen, von Mutter und Vater, entstehen. Der Rap am Geburtstag des 19-jährigen Enkels lässt Wehmut aufkommen „If I had a hammer“ mit Trini Lopez bringt viele Jahre vorher Schwung ins Jugendleben. Und was hat eigentlich Rotkäppchen mit Michael Jacksons „Thriller“ zu tun?

„Es regnet im Radio – Von Liedern und Erinnerungen“ heißt das Buch, mit dem ich Herman van Veen neu entdecke. Bisher kannte ich den Musiker und Kinderbuchautoren. Nun erlebe ich einen humorvollen Erzähler, einen Menschen, der das Staunen nie verlernt hat und der mit offenen Augen und voller Neugier seine Umgebung betrachtet.

Der Autor erzählt im Plauderton aus seinem Leben, knüpft Assoziationsketten und verbindet Vergangenes und Gegenwärtiges, von der Kindheit in den Nachkriegsjahren bis zur aktuellen Corona-Krise. Er schreibt von Menschen und Ereignissen, persönliche Erlebnisse spiegeln sich in historischem oder aktuellem Geschehen.   Weiterlesen

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Rebecca Maria Salentin: Klub Drushba

Auf einem Schild las die Autorin Rebecca Maria Salentin, dass sie gerade auf dem EB, dem Fernwanderweg Eisenach – Budapest, stand. Die Wahlleipzigerin war sofort begeistert und beschloss ihren vierzigsten Geburtstag auf ihm zu erleben. Sie nennt diese Idee eine Wutzidee, ein Begriff für ein absurdes Vorhaben. Für ihre Freunde muss es so geklungen haben, denn sie kennen ihre Rebecca: unsportlich, ängstlich in Wäldern und bei Gewitter. Wandern mag sie nicht und bergauf schon einmal gar nicht.

Viele Berge liegen auf ihrem Weg, manche Strecken sind nur kletternd zu überwinden. Gewitter, Starkregen, Schnee, Hitze und Trockenheit sind zeitweise ihre Begleiter aber auch unberührte Natur und geschundene Füße. Freunde kommen und begleiten sie für ein paar Tage. Oft wandert sie alleine, reflektiert, was war gut, was weniger und die schwierigste Frage überhaupt, was soll aus ihrem Leben werden? Denn am Tag ihrer Abreise liegt ihre gesamte Existenz buchstäblich in Scherben. Alles, was sie besitzt, trägt sie im Rucksack. Für die nächsten Monate heißt die Devise, Flucht nach vorn, alles auf Anfang setzen.

„Ich wollte also mutterseelenallein unberührte Natur durchschreiten und dort zelten, wo Braunbären und Wolfsrudel leben.“ (S. 24) Weiterlesen

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Hannah Mumby: Elefanten

Sie haben ein langes Leben, sie können Gefühle ausdrücken, sich an Ereignisse erinnern und Informationen weitergeben – Elefanten sind dem Menschen viel ähnlicher, als uns bewusst ist. Sie können sich sogar im Spiegel erkennen und verfügen damit über ein Ich-Bewusstsein.

Hannah Mumby geht in ihrem Buch weit über eine rein wissenschaftliche Beschreibung einer Spezies hinaus. Sie zeigt Individuen mit charakteristischen Eigenschaften und unterschiedlichen Lebenswegen. Jeder Elefant ist eine Persönlichkeit mit Vorlieben, Gewohnheiten und einer eigenen Lebensgeschichte.

Mit dem Ziel, Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Lebenszyklen verschiedener Tiere zu untersuchen, begann die Verhaltensbiologin mit der Erforschung der sanften Riesen und erlag ihrer Faszination. In Afrika beobachtete sie die Tiere in freier Wildbahn. In ihrem Buch beschreibt sie Verhalten und Zusammenleben – die von einer Matriarchin geführten Familien aus Elefantenkühen und ihren Kälbern und die in eher lockeren Gruppen umherziehenden Bullen. Ich erfahre, dass Elefanten ähnliche Sozialstrukturen aufweisen wie auch wir Menschen, sie kennen die Mitglieder ihrer Gruppe und wissen um den Platz eines jeden. Weiterlesen

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Frank Schätzing: Was, wenn wir einfach die Welt retten?

Wir leben in einem Thriller. Wem das noch nicht aufgefallen ist, der sollte sich vor Augen halten, dass ein Thriller immer in scheinbar geregelter Harmonie beginnt. Das gilt auch für die Klimakrise. Sie ist schwer fassbar, weil wir noch immer den Eindruck haben, normal weiterleben zu können. Gut, es gibt erste Anzeichen einer Katastrophe, doch sie werden ignoriert oder anderen Ursachen zugeschrieben. Und doch, das Eis schmilzt schneller, die Sommer werden immer trockener, die Stürme häufiger und heftiger. Es kommt der Punkt, an dem wir die Bedrohung nicht mehr verdrängen können und dann ist guter Rat teuer. Hier kommt Frank Schätzing ins Spiel: „Nun, wenn sie Thriller lieben, wissen Sie, was als Einziges gegen Bedrohungen hilft: sie zu verstehen.“ (S.16)

Dafür braucht es Wissen. Frank Schätzing hat mit seinem Buch einen Überblick über Fakten, Begriffe und Szenarien geschaffen. Er analysiert den aktuellen Stand, erklärt den Unterschied zwischen natürlichem und menschengemachten Klimawandel. Dazu reist er an verschiedene Orte der Erde, die symbolisch für Folgen der Erderwärmung stehen. Ich erfahre, was Kippelemente und Kipppunkte sind, wo sie sich befinden und wo Kipppunkte bereits überschritten wurden. Das bedeutet, dass ein System so sehr aus dem Gleichgewicht geraten ist, dass es nicht mehr in seinen ursprünglichen Zustand zurückfindet. Weiterlesen

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Bernhard Kegel: Die Natur der Zukunft

Spannender als jeder Krimi: Bernhard Kegels Sachbücher sind nicht nur höchst informativ, sondern auch mitreißend, spannend und sogar (hoch-) emotional! In diesem Buch führt der mehrfach preisgekrönte Autor seinen Lesern vor Augen, wie sich die Natur mit ihren Bewohnern unter dem Druck von Klimawandel, Umweltverschmutzung und extensiver Landwirtschaft bereits verändert hat und noch weiter verändern könnte. Wohlgemerkt: Es handelt sich hierbei nicht um Prognosen, sondern um valide Zahlen.

Wir verfolgen das Schicksal von Tieren und Pflanzen, überall auf dem Globus. Es gibt Episoden, die uns zum Lachen bringen, zum Weinen, zum Staunen. Solche, die uns die Zornesröte ins Gesicht treiben und solche, die uns das Blut in den Adern gefrieren lassen. Kurz: Diese Fakten lassen keinen kalt. Noch dazu, wo Kegel erschreckend aktuelle Zusammenhänge zwischen Pandemien und Umweltzerstörung anführt. Besonders hervorzuheben ist Kegels differenzierte Betrachtung. Die Natur wird es immer geben, aber sie wird nicht mehr so aussehen, wie wir es gewohnt sind. Es gibt Gewinner und Verlierer, Veränderungen, die wir zulassen müssen. Manche Arten sind unwiederbringlich verloren, andere haben erstaunlich intelligente Überlebensstrategien entwickelt. Kegel relativiert nichts, entwirft aber auch keine Weltuntergangsszenarien. Immer wieder zeigt er Exit-Strategien auf, alternative Ansätze, Hoffnungsschimmer. Wo (noch) Leben ist, ist Lösung möglich! Nicht nur deshalb sollte Kegels Buch zum Standardwerk in Schulen werden. Auf Bundestagssitzungen sowieso… Weiterlesen

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Claire Berest: Das Leben ist ein Fest – Ein Frida-Kahlo-Roman

Frida Kahlo (1907 – 1954) gilt als berühmteste Malerin Mexikos. Ihr Malstil ist einzigartig und von hohem Wiedererkennungswert. In ihren vielen Selbstbildnissen hebt Frida Kahlo in ihren Gesichtszügen explizit die zusammengewachsenen Augenbrauen und den dunklen Schatten über ihrer Oberlippe hervor. Ihre Werke gelten als surrealistisch. Jedoch hat Frida Kahlo nach eigenen Aussagen immer nur ihre Gefühle, die häufig von unsäglichem Leid und von Schmerzen geprägt sind, in ihren Bildern verarbeitet. Fridas plakative Gemälde strotzen vor Knallfarben und Intensität. Ihre Welt ist in Farben aufgegliedert. Violett, lila Dahlie, Himmel, Blut, Apparat, Atmung, Langsamkeit, Schmerz… (E-Book S. 102). Purpur wird zur dominierenden Farbe für sie.

Im Alter von sechs Jahren erkrankt Frida Kahlo an Kinderlähmung. Mit 18 Jahren erleidet sie bei einem Straßenbahnunglück schwerste Verletzungen, als eine Eisenstange ihren Unterleib durchbohrt. Fridas rechtes Bein ist mehrmals gebrochen, mehrere Rippen sind gebrochen, der Fuß zerquetscht, das Becken ist an drei Stellen gebrochen, die Schulter verrenkt. Ein qualvoller Leidensweg beginnt von nun an für junge Frau. Weiterlesen

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