James Comey: Größer als das Amt

In diesem Buch zeigt der ehemalige FBI-Direktor der Vereinigten Staaten seinen beruflichen Werdegang und Begebenheiten aus seiner Kindheit und Jugend auf.

Letztlich ist es aber auch eine wohlüberlegt formulierte Abrechnung mit Präsident Donald Trump: Als Jugendlicher war Comey Opfer von Ausgrenzungen und Mobbingattacken seiner Mitschüler. Mit 16 Jahren wird er Opfer eines gefährlichen Einbrechers, der in sein Elternhaus eindringt und ihn und seinen Bruder bedroht. Dennoch war dies nicht der Ausschlag, dass er beruflich den Weg in die Justiz wählte.

Als Comey 1987 als Staatsanwalt in die Dienste des Gerichtsbezirks NY Süd in Manhattan eintritt, hat er seinen Traumjob unter dem damaligen Chef Rudy Giuliani gefunden. Der ranghöchste amerikanische Mafioso Gravano, der Zeuge der Anklage wird, bringt Comey die Regeln des Mafialebens nahe. Unter Comey und Dutzenden von weiteren Ermittlern und Strafverfolgern werden mächtige Mafiabosse hinter Gitter gebracht. 2003 übernimmt Comey das Amt des stellvertretenden Justizministers. Im Antiterrorkampf in der FBI-Zentrale arbeiten führende Köpfe des CIA und einflussreiche Regierungsmitglieder gegen Comey. Gängige Folterpraktiken des CIA (u. a. das simulierte Ertrinken) nach Nine-Eleven überschreiten rechtliche Zulassungsgrenzen, denen Comey sich erfolglos widersetzt. Weiterlesen

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Werner Hamacher: Sprachgerechtigkeit

„Gerechtigkeit ist Sprache.“ So beginnt das letzte Buch des international renommierten Literaturwissenschaftlers Werner Hamacher, der im vergangenen Jahr verstorben ist.

Viele der hier versammelten Texte, von denen er die meisten zunächst in Vorlesungen und Vorträgen seinen Zuhörern präsentierte, hatte er von Anfang an für eine gemeinsame Veröffentlichung geplant und konzipiert.

„Gerechtigkeit“, so präzisiert er einige Seiten weiter, „sofern sie in der Entscheidung für das Miteinanderleben im Reden beruht, ist Sprache.“

In seinen Studien und Analysen, in seinen Interpretationen und Gedankengängen geht er den verschiedensten Rechtstheorien im Hinblick auf Sprache und Gerechtigkeit, deren Zusammenhänge und Zusammenwirken auf den Grund. Dabei steigt er tief ein, seziert die Wörter und Sätze, setzt sich sehr detailliert mit ihren Bedeutungen und ihren Inhalten auseinander. In einer Reise durch die Zeit folgt er Platon und Aristoteles, Milton und Hobbes, Kant und Celan sowie weiteren Geistesgrößen.

Im 2. Kapitel beschäftigt er sich beispielsweise mit Schriften von Karl Marx und Hannah Arendt zu den Menschenrechten und bringt dabei sehr interessante, für mich erstaunliche Ansätze ans Licht. „Die sogenannten Menschenrechte, so zeigt Marx, sichern das Gegenteil dessen, was sie zu sichern behaupten,“ schreibt er beispielsweise auf Seite 61. Er analysiert unter anderem das Recht, seine Rechte nicht zu gebrauchen, das Recht auf Scheidung und das Recht auf Leben und schafft in allen Texten einen Bezug zur Sprache. Weiterlesen

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William Finnegan: Barbarentage

„… – wenn man … von einer riesigen Welle erwischt wird …, dann nützen einem alle Fähigkeiten … gar nichts mehr … Das Einzige, was man … idealerweise noch in den Griff bekommt, ist die Panik.“ (S. 438, 439)

William Finnegan, geboren 1952 in New York, Autor, Journalist und Kriegsreporter lernte im Alter von elf Jahren surfen. Was ihn ins Wasser zu den Wellen trieb, war viel mehr als der Spaß an einem Wassersport. Es war die dem Surfen innewohnende Lebensphilosophie, die den Surfer mit der Welle in sehr intensiven Momenten verbindet: zum Beispiel wenn das Licht sich in den aufgetürmten Wellen bricht, das Wechselspiel der Farben im Wasser oder wenn Strömung und Entladung der Brandung eigenen Gesetzen folgen. In diesen besonderen ekstatischen Momenten wird der Ritt auf der Welle zu einer Art Zwiesprache mit ihr, die den Surfer traumähnlich in die Höhe hebt und weiter katapultiert.

Die Liebe zum Wasser und dem Surfen begann bei William Finnegan an der Küste Kaliforniens. Als sein Vater drei Jahre später beruflich nach Hawaii zog, nahm er die gesamte Familie mit. Und wieder lebten sie am Wasser in der Nähe von Wellen, auch wenn es die für Surfer weniger interessante Inselseite war. Als seine Familie ein paar Jahr später wieder zurück in die Heimat zog, hatte der sechzehnjährige William nur eines im Kopf: Die perfekte Welle reiten. Weiterlesen

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Titus Müller: Die Stimme des Schöpfers: Erzählungen aus dem Alten Testament

Wie schon im Vorgängerband „Der den Sturm stillt: Begegnungen mit Jesus“ befasst sich Titus Müller auf besondere Art und Weise näher mit Bibelgeschichten. Diesmal hat er sein Augenmerk auf das Alte Testament gelegt und bewegt sich hier bei weitem nicht nur innerhalb der Bücher Mose. Die beiden Titel können unabhängig voneinander gelesen werden und stehen nur in lockerem Zusammenhang. Gemeinsam ist ihnen der besondere Blick auf Bibelgeschichten.

Im neuen Band wirft Titus Müller natürlich einen genaueren Blick auf die Schöpfung, den Sünderfall, die Geschichte rund um Kain und Abel und auch klassische Figuren wie Abraham, Mose und Noah haben ihren Platz. Doch auch die Geschichten, die sonst eher weniger Beachtung finden, werden in „Die Stimme des Schöpfers“ erwähnt. Etwa die Erzählungen rund um Simson und die Philister, die Bundeslade, den heldenhaften David in seiner Zeit nach Goliath. Geschichten, denen man sonst in der typischen Bibelkunde nicht allzu viel Beachtung schenkt.

Gegenüber dem ersten Band voller Jesus Geschichten fehlt den hier anwesenden Erzählungen etwas der Zusammenhang. In allen spricht Gott zu den Menschen und sie handeln daraufhin auf eine bestimmte Weise. Weiterlesen

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Titus Müller: Der den Sturm stillt: Begegnungen mit Jesus

Wie muss das gewesen sein, zur Zeit Jesu gelebt zu haben? Ihn vielleicht getroffen zu haben, mit ihm gesprochen zu haben? Sogar Teil eines seiner Wunder gewesen zu sein? Wie hat sich Barabbas gefühlt, als er begnadigt wurde und Jesus an seiner statt ans Kreuz genagelt wurde? Und wie die Jünger, als sie sich endlich sicher waren, dass der Messias unter ihnen ist? Titus Müller stellt sich all diesen Fragen auf eine sehr natürliche Art und Weise. Er schreibt über ebendiese Menschen, aus ihrer Perspektive, beleuchtet ihre Gedanken, Sehnsüchte, Wünsche und Ängste. Entstanden ist ein ganz wundervolles Büchlein über die vier Evangelien des neuen Testaments der Bibel. Wer bibelfest ist, wird hier keine neuen Geschichten finden, aber vielleicht die ein oder andere Gedankenanregung, eine Geschichte doch noch mal aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.

Ein echtes Highlight im Buch ist der Verrat Judas und der Blick über seine Schulter. Was mögen seine Beweggründe gewesen sein? Weiterlesen

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Susanne Gärtner: Borreliose – Die verschwiegene Volkskrankheit

Vereinfacht ausgedrückt, ist Borreliose eine durch Borrelia verursachte Infektionserkrankung, bei der es weder eine eindeutige Diagnose noch ein eindeutiges Erkrankungsbild gibt. Darin liegt die Tücke. Wer kann sich noch erinnern, wann und wo eine Zecke, eine Mücke oder eine Bremse gebissen oder gestochen hat? Möglicherweise hat dabei das Insekt auch andere Krankheitserreger weitergereicht. Wer eine Wanderröte auf der Haut bemerkt, kann sofort bei einem Arzt eine Behandlung mit Antibiotika beginnen. Wer diesen ersten Schritt versäumt, kann irgendwann chronisch erkranken. Viele Menschen haben Bakterien aus der Familie der Borrelia im Blut. Manche wissen es, manche nicht. Wer eines Tages unter einer chronischen Erkrankung leiden wird, läuft Gefahr, dass der Arzt an der wahren Ursache vorbei seine Diagnose und Behandlung beginnt.

Die Autorin und Heilpraktikerin Susanne Gärtner hat am eigenen Leib erfahren, wie lang- und schwerwiegend eine chronische Erkrankung sein kann. Erst als ein Arzt ihr mitteilte, sie müsse sich endgültig mit einem Rollstuhl abfinden, begehrte sie auf. Sie trug Informationen über Borreliose zusammen und probierte die unterschiedlichsten Behandlungsmethoden aus. Der Erfolg nach fünfzehn Jahren hat ihr ein neues, gesundes, selbstbestimmtes Leben geschenkt. Weiterlesen

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Bas Kast: Der Ernährungskompass

Das neue Buch des Wissenschaftsjournalisten und Autors Bas Kast hat sich in den Bestsellerlisten schnell einen der vorderen Plätze erobert. Völlig zu Recht, wie ich meine, denn es behandelt ein für uns alle äußerst wichtiges, aber leider nur zu oft vernachlässigtes Thema: die Ernährung und ihre Auswirkungen auf unsere Gesundheit.

Auch dem studierten Psychologen und Biologen war es lange Zeit nicht wirklich wichtig, was er aß. Eines Tages jedoch bekam er aus heiterem Himmel gesundheitliche Probleme, die ihn nachdenklich machten. Er begann sich zu fragen, ob eine gesündere Ernährung ihm wohl helfen würde. Und wenn ja, wie diese genau aussehen müsste. Welche Nahrungsmittel sind wirklich gesund? Welche ungesund? Ist es beispielsweise sinnvoll, vegan zu essen oder sollte man die Paläoernährung vorziehen?

Kast stellte schnell fest, dass er nicht der Erste war, der solche Fragen stellte. Allerdings fand er auch eine schier unüberschaubare Anzahl an sich oftmals widersprechenden Antworten in Form von Studien, Ratgebern oder sonstigen Ernährungsratschlägen. Um Ordnung in dieses Chaos zu bringen, machte er sich daran, alles was er fand, zu sammeln, zu sichten und auszuwerten. Weiterlesen

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Armin Strohmeyr: Weltensammlerinnen

Am 24. Oktober 1901 – ihrem dreiundsechzigsten Geburtstag – überwindet die Amerikanerin Annie Taylor als erster Mensch die Niagarafälle: Mit ihrem speziell angefertigten Holzfass „Queen of the Mist“ stürzt sie in 3,3 Sekunden die 53 Meter im freien Fall hinab und taucht in den wilden Strudeln unter. Sie macht es aus Geldnot, möchte mit ihrer wagemutigen, halsbrecherischen Fahrt ein Stückchen Berühmtheit erlangen, um sich ein Auskommen zu sichern. Doch bald schon verschwindet sie wieder in der Versenkung, weil sie es nicht schafft, ihre kurze Reise auf und im Fluss gut zu vermarkten.

Das machen viele der nachfolgenden Weltensammlerinnen in Armin Strohmeyrs Buch besser. Sie schreiben Bücher und Zeitungsartikel, lassen sich auf ihren Reisen filmen und interviewen. Das führt nicht unbedingt zu Reichtum, aber die meisten können von ihrer Leidenschaft leben. Doch egal, wohin sie reisen und welche Abenteuer sie bestehen, eines haben alle gemeinsam: Es sind unabhängige Frauen, die ihre Ziele mit langem Atem verfolgen. Weiterlesen

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Hala Kodmani: »Sie können mir den Kopf abschlagen, aber nicht meine Würde nehmen«

„… 1. Juni 2015

Baghdadi hat für die Provinz Rakka die allgemeine Mobilmachung ausgerufen. Also, meine Herren Daeschler, ich werde für euch beten! Aber nur, wenn ihr auch brav als Märtyrer sterbt und kein Einziger von euch übrig bleibt!“ (S. 129)

Zwischen August und Oktober 2015 wurde Ruqia von der IS hingerichtet. Weil sie insbesondere über die Unterdrückung und den Terror in Rakka bzw. Syrien auf Facebook berichtet hatte, wurde sie „Journalistin“ genannt und als gefährlich eingestuft. Denn ihre Berichte standen im Widerspruch zu den offiziellen Bekanntmachungen.

Hala Kodmani ist eine syrische-französische Journalistin, die im Rahmen ihrer Recherchen 2016 auf „Nissan Ibrahim“ aufmerksam wurde. Nissans umfangreiche Chronik beeindruckte sie so sehr, dass sie sich auf eine Spurensuche begab. Wer verbarg sich hinter dem Pseudonym Nissan, wie lebte und starb sie? Weiterlesen

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D. Graf & K. Seide: Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn, gelesen von N. West

Das Alter zwischen fünf und zehn Jahren ist, so die Autorinnen, ein immens wichtiger Entwicklungsabschnitt, dem in der Fachliteratur aber häufig zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Diese Lücke wollen Danielle Graf und Katja Seide – Betreiberinnen des beliebten Blogs www.gewuenschtestes-wunschkind.de – mit dem vorliegenden Hörbuch schließen. Durch die bedürfnis – und beziehungsorientierte Erziehung, für die sie stehen, soll es möglich werden, dass innerhalb der Familie gleichermaßen auf die Bedürfnisse aller geachtet wird. Es geht darum,  Kompromisse einzugehen, sodass niemand zurückstecken muss. Wie das funktionieren kann zeigen sie kenntnisreich und unter Einbeziehung von Fachliteratur. Sie liefern anschauliche, sehr konkrete  und nachvollziehbare Praxisbeispiele basierend auf den Leserbriefen zu ihrem Blog.

Die Bedürfnis- und Beziehungsorientierung hat häufig einen schlechten Ruf. Ihr wird nachgesagt, die Kinder würden dadurch zu Tyrannen, zu Arschloch-Kindern herangezogen. Weiterlesen

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