Ernest Hemingway: Schnee auf dem Kilimandscharo (1936)

schneeSucht man ein ausgesprochenes Männerbuch, ist Hemingway gewiss eine Option. In dieser Edition wurden zehn von Hemingways Kurzgeschichten vom Rowohlt-Verlag neu aufgelegt. Die Auswahl der Erzählungen wurde von der amerikanischen Ausgabe 1961 übernommen. Die Übersetzung von Werner Schmitz lässt sich gut lesen, er hat die Geschichten  vom absolut nicht mehr zeitgemäßen Stil der frühen Ausgaben befreit.

Hemingway, einst Reporter einer Lokalzeitung, war ein Weitgereister. Er lebte u. a. in Paris, Florida, auf Kuba, nahm am Spanischen Bürgerkrieg teil. Im zweiten Weltkrieg war er Kriegsberichterstatter. Zeitlebens blieb er ein Abenteurer. Weiterlesen

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Rebecca West: Die Rückkehr (1918)

westIm Ersten Weltkrieg kursierte ein geflügelter Witz:

»Hilf mir, alter Knabe, ich hab‘ keine Beine mehr!«

… »Ich kann nicht, alter Knabe, ich hab‘ keine Hände mehr!«

Rebecca West schrieb im Alter von 24 Jahren ihren Debütroman »Die Rückkehr«, der 1918 veröffentlicht wurde. Während ihre Kollegen über das Leiden der Soldaten berichteten, erzählt die Autorin aus der Perspektive einer finanziell abhängigen, unverheirateten Frau im Alter von 35 Jahren.

Jenny lebt im Haushalt ihres Cousins Chris. Zusammen mit Kitty, der Ehefrau, wartet sie auf seine Lebenszeichen von der Front. Nach wochenlangem Bangen taucht die Arbeiterin Margaret auf, die Nachrichten bringt. So nach und nach erfahren sie alle Umstände seiner Krankheit. Durch Granateneinschläge wurde Chris traumatisiert, so dass seine Erinnerungen an die letzten fünfzehn Jahre verdrängt sind. Weiterlesen

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Gabriele Tergit: Käsebier erobert den Kurfürstendamm (1931)

tergit„Mensch, ist Liebe schön“, singt der Chansonsänger Georg Käsebier 1929 in Berlin, und eine Zeitungsredaktion, der noch ein paar Zeilen fehlen, empfiehlt den Sänger und seinen Auftritt in der Hasenheide. Damit beginnt der Großstadtroman der Gerichtsreporterin und Schriftstellerin Gabriele Tergit. Ereignisse werden losgetreten, die Käsebier nicht mehr beeinflussen kann, er will einfach nur singen, aber was nun geschieht ist mehr, als er selber in der Hand hat.

Plötzlich will die Berliner High Society Käsebier singen hören, seine Auftritte werden zum Event, der Schmalz seiner Texte populär. Es gibt Käsebier-Puppen und er bekommt einen Vertrag bei der UFA, schließlich hat der Tonfilm Einzug gehalten. Weiterlesen

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Harper Lee: Gehe hin, stelle einen Wächter (1957)

wachAls die US-Schriftstellerin Harper Lee im Februar 2016 wenige Wochen vor ihrem neunzigsten Geburtstag verstarb, zog ihr Name noch einmal die Aufmerksamkeit der Nachrichtenwelt auf sich.

Mit ihrem ersten Roman Wer die Nachtigall stört, hatte Harper Lee gleich den begehrten Pulitzer-Preis gewonnen.

Harper Lee hat Gehe hin, stelle einen Wächter noch vor ihrem Erfolgsroman Wer die Nachtigall stört geschrieben, doch es war nicht der richtige Zeitpunkt, diesen Roman zu veröffentlichen. Harper Lee’s Agenten lehnten das Manuskript 1957 ab. Die Autorin schrieb weiter, versetzte ihre Protagonisten zurück in die Jahre ihrer Kindheit und so entstand Wer die Nachtigall stört. Weiterlesen

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Frans Kellendonk: Buchstabe und Geist (1982)

»… Alles liegt immer an einem selbst. Du wolltest nicht mehr so wichtig sein. Du wolltest dich verlieren und dein Leben retten. Du kamst, um ein Mensch unter Menschen zu werden, in der Hoffnung, deine Glasglocke der Eitelkeit würde zerbrechen. Es ist dir nicht gelungen. Und du glaubst, es wird niemals gelingen.» (S. 140/141)

geistFelix Mandaat jagt einem Geist hinterher. Er ist so flüchtig, dass er ihn noch nicht einmal zu benennen vermag. Vergeblich suchte er sein Glück in der Dichtkunst. Und dann, kurz vor seinem dreißigsten Geburtstag sollen ihm die Menschen helfen. Die Vertretungsstelle in der Bibliothek entwickelt sich jedoch nicht so, wie er hofft. Aus irgendeinem Grund bleibt er zwischen den vielen, schriftstellerisch tätigen Kollegen der Außenseiter. Zusammen mit ihren eigenen Büchern haben sie in den Hallen eine geistige Heimat gefunden, einen Hort der Gelehrsamkeit. Mandaats anfängliches Unbehagen bleibt. Allmählich verändert die Arbeit in diesem alten Gemäuer seine Wahrnehmung. Weiterlesen

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Alfred Hayes: Alles für ein bisschen Ruhm (1958)

hayesDer Verlag Nagel & Kimche hat sich erfreulicherweise einem Klassiker aus dem Jahre 1958 angenommen und ihn – von Matthias Fienbork – neu übersetzen lassen: „Alles für ein bisschen Ruhm“ von Alfred Hayes (geboren 1911, gestorben 1986).

Darin rettet ein Drehbuchautor in Hollywood eine junge Frau vor dem Ertrinken. Sie ist – wie so viele andere Sternchen – nach Los Angeles gekommen, um ein Filmstar zu werden.

Die beiden beginnen eine Beziehung, doch muss der Mann mehr und mehr erkennen, dass die Frau einen etwas schwierigen Charakter hat, um es vorsichtig auszudrücken. Weiterlesen

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Irmgard Keun: Kind aller Länder (1938)

landDie lebenskluge und wortgewandte Kully ist zehn Jahre alt und lebt im Exil. Sie erzählt aus kindlicher Perspektive von dem Leben ihrer Künstlerfamilie auf der Flucht. Ihr Vater ist ein verarmter Schriftsteller und Trinker, dessen Bücher in Deutschland verboten sind. Mit ihm und der Mutter reist Kully durch Europa, in der Hoffnung auf Aufträge für den Vater, die ihnen das Überleben sichern. Das „Kind aller Länder“ reist durch Belgien, Frankreich und New York. Immer lebt sie mit ihren Eltern in Hotels, wird dort oder in Cafés allein gelassen, wird zu Freunden und Verwandten mitgenommen, die Geld leihen und helfen sollen.

Sie kennt das größte Problem des Vaters: Er hat einen Vorschuss für einen Roman bekommen, den es nicht gibt. Keine Zeile hat er geschrieben, das Geld aber ist längst aufgebraucht. Weiterlesen

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Truman Capote: Andere Stimmen, andere Räume (1948)

raumBereits als Jugendlicher schrieb Truman Capote Kurzgeschichten.
Mit „Frühstück bei Tiffany“ erreichte der Autor Weltruhm.
„Andere Stimmen, andere Räume“ ist Capotes erster Roman. Er handelt vom Erwachsenwerden des jungen Joel Knox.
Capote verarbeitet darin seine eigene homosexuelle Veranlagung.
Als das Buch 1948 veröffentlicht wurde, sorgte es nicht nur in den USA für Schlagzeilen, sondern später auch in Europa.
Durch Capotes eindringlichen plastischen Blick findet man sich als Leser sofort mittendrin im Geschehen. Weiterlesen

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F. Scott Fitzgerald: Liebe in der Nacht: und andere Lovestorys (1920)

scottSieben Geschichten, sieben Paare, sieben Mal Liebe: Da macht Perry sich für die reiche Betty auf einer Zirkusparty zum Kamel. Toby wird zum mutigen Piraten, der die zickige Ardita auf eine einsame Insel entführt. Val findet in der Titelgeschichte „Liebe in der Nacht“ seine erste Liebe auf einer Yacht im Mittelmeer bei einer namenlosen, unglücklich verheirateten Schönen. Der junge Südstaaten-Offizier Andy hat bei der Provinzschönheit Ailie, die von Mann zu Mann flattert wie ein Schmetterling, kein Glück. Weiterlesen

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Scholem Alejchem: Tewje, der Milchmann (1922)

scholemTewje ist arm, verheiratet und Vater von sieben Töchtern. Eines Abends, als seine Not besonders groß ist, begegnet er im Wald zwei herumirrenden Frauen. Er soll sie nach Hause bringen. Viel spricht gegen diese Hilfe. Der Weg führt in die falsche Richtung. Er ist müde, hungrig und verzweifelt wegen der schlechten Tagesgeschäfte. Trotzdem hilft Tewje. Am Ziel angekommen sind er und sein Pferd am Ende ihrer Kräfte. Erst so nach und nach begreift er, dass die Frauen aus einer reichen Familie stammen, die ihn großzügig entlohnen. Das Glück schenkt ihm einen beruflichen Neuanfang als Milchmann. Weiterlesen

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