Hayley Barker: Die Arena 01: Grausame Spiele

Menschen können sich ihre Herkunft nicht aussuchen. Entweder wird man 2045 als Pure oder Dreg geboren. Seit Hundert Jahren herrscht zwischen den Pures und Dregs Krieg, bei dem die inzwischen überlegenen Pures ihren Gegnern jede Menschlichkeit absprechen und diese konsequent auf die Stufe der gefährlichen Tiere stellen. Dank ausufernder Hetzreden und Propaganda herrschen tiefes Misstrauen und Hass. Nur tote Dregs sind akzeptable Dregs, heißt es.

Ben erlebt in London auf der Seite der Pures einen unermesslichen Luxus. Dies hängt auch mit seiner Mutter, der Ministerin, zusammen, die gerade für das Amt der Präsidentin kandidiert. Überall und zu jeder Zeit steht der gesamten Familie Personenschutz zur Verfügung. Auch Ben hat ständig einen Schatten hinter sich, seinen persönlichen Bodyguard, der ihn nie aus den Augen lässt.

Immer häufiger glaubt Ben, er würde nicht beschützt, sondern eher wie ein Gefangener gehalten, denn er darf nie seine Schulkameraden besuchen, oder mit ihnen etwas unternehmen.

An dem Tag, an dem der legendäre Zirkus nach zehn Jahren Abwesenheit wieder in London seine Zelte aufschlägt, will jeder Pure die ebenso legendären Attraktionen sehen. Den spektakulären Einzug verfolgt Ben am Fenster seines Zimmers, auch die Hologramme am Himmel faszinieren ihn und ganz besonders die der Seiltänzerin Hoshiko, einer Dreg. Weiterlesen

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Clare Furniss: Morgen ist heute schon vorbei

Hattie hatte sich ihre Sommerferien ganz anders vorgestellt. Sie ist 17 und könnte den ganzen Sommer genießen, doch dann sind vier Schwangerschaftstests, auf die sie heimlich gepinkelt hat, allesamt positiv. Hattie ist schwanger. Von Reuben. Ihren besten Freund. Der weiß von nix und schlägt sich irgendwo in Frankreich mit süßen französischen Mädchen die Nächte um die Ohren. Als sich eine seltsame Großtante in das Leben der Familie schleicht, ergreift Hattie die Chance und nimmt sich eine Auszeit. Mit Gloria bereist sie Orte aus deren Vergangenheit und versucht dabei, sich über ihre eigene Zukunft klar zu werden.

Der Roman beginnt mit witzigen Emails, die Hattie an den verreisten Reuben schreibt. Doch obwohl sie sich noch so viel Mühe gibt, antwortet er nicht oder selten. Und wenn, dann nur sehr knapp, in wenigen aussagelosen Worten. Dabei könnte Hattie einen besten Freund gerade sehr gut gebrauchen, denn auch ihre beste Freundin ist verreist. Die macht sich immerhin Sorgen, als Hattie ihr die Schwangerschaft offenbart und sucht nach Tipps bei Google. Doch Hattie ist und bleibt auf sich allein gestellt. Weiterlesen

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Karl Olsberg: Boy in a Dead End

Stephen Hawking hatte die Krankheit und wurde über siebzig Jahre alt. Manuel hat sie auch, und sie zersetzt seinen Körper systematisch. Nur viel, viel schneller. Die Ärzte geben ihm noch ein halbes Jahr Lebenszeit. Was macht ein überdurchschnittlich kluger Junge von 15 Jahren, wenn für ihn nichts mehr eine Rolle spielen soll?

Als sein Vater mit der Idee nach Hause kommt, er könne sein Gehirn scannen und alle gelesenen Informationen auf einen Hochleistungscomputer übertragen lassen, klingt dies wie eine Verheißung. Manuel würde als Datenpaket in einer virtuellen Welt überleben. Der Firmeninhaber und Milliardär spricht sogar von dem ewigen Leben. Seine Firma, die ihm dieses Angebot scheinbar selbstlos unterbreitet, verkauft gerade das beliebteste Onlinespiel aller Zeiten. Die Forschungsabteilung lädt Manuel ein, als Proband die neue Version auszuprobieren und alle Tools zu testen. Wenn er den Spezialanzug trägt, fühlt Manuel seinen Körper wie früher, als er noch laufen und seine Arme bewegen konnte. Ohne Vorwarnung werden seine letzten Lebensmonate zu einem Abenteuer, das nicht nur angenehme Überraschungen für ihn bereit hält. Weiterlesen

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Krystal Sutherland: Es muss ja nicht perfekt sein

Esthers Familie ist verflucht. Und das liegt alles nur an Erlebnissen, die ihr Großvater einst im Vietnamkrieg hatte. Dort traf er den Tod höchstpersönlich und wurde mit einem Fluch belegt. Seitdem stirbt ein jeder aus der Solar-Familie an seiner größten Angst. Esthers Zwillingsbruder Eugene fürchtet sich vor der Dunkelheit, der Vater verlässt wegen Agoraphobie den Keller nicht mehr und die Mutter ist abergläubig. Ein Onkel starb an seiner Angst vor Keimen und auch für Esther sieht es nicht gut aus. Sie kennt ihre größte Angst noch nicht, hat aber deshalb Angst vor allem Möglichen. Sie führt eine Liste, auf der sie all diese Dinge notiert. Als diese Liste in die Hände ihres ehemaligen Klassenkameraden Jonah gerät, ändert sich alles. Jonah möchte Esther helfen, sich ihren Ängsten zu stellen. Jeden Sonntag möchte er sich mit ihr treffen und eine der 50 auf dem Zettel notierten Ängste aufarbeiten. Esther ist wenig begeistert, willigt dann aber doch ein.

„Es muss ja nicht perfekt sein“ ist ein ganz besonderer Jugendroman. Auch wenn das auf den ersten Blick nicht gerade deutlich wird. Denn es beginnt alles etwas holprig. Man lernt eine Familie kennen, die mehr als sonderbar ist. Alles wird aus Esthers Perspektive beschrieben. Sie ist eine Außenseiterin und hat nur eine wirkliche Freundin, Hephzibah, die an selektivem Mutismus leidet und mit niemandem spricht. Viele Jahre dachte Esther sogar, dass Hephzibah nur eine einbildete, nicht real existierende Freundin sei. Weiterlesen

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Kasie West: Du bist der Liebe nicht egal

Kate mag keine fremden Menschen. Sie hasst es, im Mittelpunkt zu stehen und hat nicht das geringste Bedürfnis, etwas Neues kennenzulernen. Sie lebt mit ihrer Familie in einiger Entfernung zur Stadt an einem See, wo ihre Eltern einen Bootsverleih leiten. Hier will Kate nach ihrem Abschluss arbeiten und später das Geschäft übernehmen. Ihr Leben ist ruhig und vorbestimmt – genau wie sie es mag.

Als ihre beste Freundin Alana sie überredet, sich für den Podcast-Kurs der Schule einzuschreiben, ist sie nicht sonderlich begeistert und hofft, im Hintergrund die Recherche zu übernehmen, ohne besonders viel Aufmerksamkeit zu bekommen. Umso fassungsloser ist sie dann, als sie als Moderatorin ausgewählt wird. Da eine Weigerung unmöglich ist, findet sie sich damit ab und  sitzt kurz darauf hinter dem Mikrofon, um Ratschläge zu jeder Lebenssituation zu erteilen. Womit niemand gerechnet hat: Kate ist witzig, originell, sarkastisch und tatsächlich ziemlich gut darin, anderen mit ihren Problemen zu helfen.

Schon bald wird ihr klar, dass es ihr wirklich Spaß macht, die Sendung zu moderieren. Vor allem, weil dieser eine anonyme Anrufer sich so sehr nach dem Schwarm ihrer besten Freundin Alana anhört, der Kate um Ratschläge zu einem Mädchen bittet, das er wirklich mag. Weiterlesen

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Ursula Poznanski: Erebos 2

Das Computerspiel Erebos war schon vor Jahren kein Spiel, es war eine Bedrohung mit weitreichenden Folgen für alle Mitspieler.
Eine Spielregel lautet: Mit niemandem über Erebos reden.
Auch heute, bei seiner unerwarteten Rückkehr, ist Erebos kein Spiel.

Für den Schüler Derek sieht es wie ein virtuelles Abenteuer aus, bei dem er mit seltsamen Wesen für bessere Waffen und Fähigkeiten kämpft. Jedes weitere Abenteuer wird gefährlicher. Aber auch Erebos‘ Aufträge in der realen Welt haben es in sich. Sie bringen ihn mit überzeugenden Argumenten zum Lügen, Stehlen und Betrug. Ohne es anfangs zu bemerken, entwickelt sich für Derek die virtuelle Welt voller Gefahren und Tod realer als der Alltag. Und als er es begreift, ist es für ihn zu spät. Erebos hat ihn fest im Griff.

Nick, der Spielveteran, wird ebenfalls von Erebos überrascht. Weil der Abschluss eines Fotoauftrags vom Mitspielen abhängig gemacht wird, entsteht für ihn eine Zwangslage. Egal, was er versucht, jedes weitere Spiel, jeder neue Auftrag raubt ihm Freiheit und Lebenszeit, die er besser für das Studium und seine Jobs nutzen könnte. Deshalb wachsen von Tag zu Tag Nicks Schwierigkeiten in der realen und virtuellen Welt. „… Das Smartphone in der Jackentasche fühlte sich wie ein Sprengsatz an, … doch jetzt musste er erst mal erreichbar bleiben. Für beide Welten.“ (S. 268) Weiterlesen

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Anna Rosina Fischer: Songbird

Ella ist 18 Jahre alt und wiederholt soeben die 11. Klasse nach einem Auslandsjahr. Ein bisschen verloren fühlt sie sich in der neuen Klasse, trauert ihren Freunden im Schuljahr darüber nach. Aber ein bekanntes Gesicht gibt es und das ist ausgerechnet der beste Freund ihres Bruders: Sam. Sie kennt ihn schon ewig und ist heimlich auch ein bisschen in ihn verliebt. Aber Sam ist nicht etwa ihr Mitschüler, sondern ihr Lehrer. Das macht die Sache nur komplizierter, als Ella merkt, dass sie ernsthafte Gefühle für den jungen Mann hat. Und dann setzt sie ihre komplette Gesundheit aufs Spiel, nur um ihm nahe zu sein.

Anna Rosina Fischer hat mit „Songbird“ einen guten Jugendroman geschrieben, großartig ist er aber nicht. Er behandelt eine Vielzahl von Themen und mir kommt es ganz so vor, als wäre für keins der Themen wirklich Platz und Zeit. Weiterlesen

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Helen Endemann: Todesstreifen

Die Grenzmauer zwischen Ost- und West-Berlin wirkt auf Marc eher wie die Wand eines Gefängnisses. Er muss da raus, weg von den Bestrafungen und den ständigen Kontrollen. Er will auch keine Tabletten einnehmen, die die Sportschule ihm vorschreibt.

Marcs Auflehnung kritisiert indirekt das sozialistische System der DDR, in dem jeder stumm jede Regel befolgt. Mal freiwillig, mal unter Zwang. Natürlich wissen alle, dass es mit Marc nicht gut enden wird. Niemals.

„… Wer diskutiert, ist ein Schädling.“ (S. 51) sagen die Lehrer.

Weil Marc trotzdem nicht den Mund halten kann, droht ihm der Aufenthalt in einem Kinderheim, das genaugenommen ein Gefängnis für Kinder ist.

Der Besuch einer Westberliner Sportschule zu einem Sportfest in Ost-Berlin verleitet Marc zu einem Fluchtversuch in den Westen. Ben, einer der westlichen Schüler, sieht ihm so ähnlich, dass Marc in Bens Kleidung und mit dessen Pass heil über die Grenze kommen könnte. Weiterlesen

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Jessi Kirby: Offline ist es nass, wenn’s regnet

Bri und Mari. Geboren am selben Tag des Jahres von ihren Tanten, sind sie von klein auf unzertrennlich. Noch mit 13 Jahren glaubten sie, dass das immer so sein würde. Doch dann veränderten sie sich. Bri zog es in die Natur, Mari ins Netz. Mittlerweile ist Mari ein gefeierter Online-Star, stellt massenweise Posts und Videos von ihrem Leben ein. Und Bri? Bri ist vor wenigen Monaten gestorben! An ihrem 18. Geburtstag stolpert Mari auf Bris Facebook-Seite über einige tiefgründige Erinnerungs-Posts und ist berührt. Sie beschließt, ihrem eigenen Online-Dasein ein Ende zu setzen. Just am nächsten Morgen erhält sie in einem Paket von ihrer Tante Bris Wanderausrüstung. Und da beschließt Mari kurzerhand, Bris Traum wahrzumachen: Sie wird den Trail vom Yosemite Nationalpark aus laufen, auf den sich Bri so lange vorbereitet hatte. Dumm nur, dass die online lebende Mari so gut wie gar nicht vorbereitet ist …

Eine junge Frau ändert ihr Leben radikal, stellt sich ihrem Online-Leben entgegen und wandert mal so eben den John Muir Trail. Und das ohne große Vorbereitung. So schwer fällt es Mari dann auch. Gleich zu Beginn wird sie gewarnt, nicht allein als junges Mädchen unterwegs zu sein. Weiterlesen

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Victoria Schwab: Monsters of Verity – Unser düsteres Duett

Ein halbes Jahr ist es her, dass Kate und August sich gesehen haben. Ein halbes Jahr seit den schrecklichen Ereignissen. Kates Vater ist seitdem tot, Kates Seele rot wie die eines Sünders. Und ein Monster wandert neu durch Verity, eines das in Kate seinen Ursprung hat. Doch davon weiß Kate nichts. Sie hat sich in den Randbezirk Prosperity geflüchtet und hilft einer jungen Gruppe bei der Monsterjagd. Eines Abends allerdings trifft sie auf ein neues Monster, das sich nicht den üblichen drei Arten zuordnen lässt. Es scheint die Menschen dazu zu bringen, sich gegenseitig zu attackieren. Als das Monster nach Verity geht, beschließt Kate, dass es an der Zeit ist, dass sie selbst sich auch ihren Ängsten stellt und in die Stadt zurückkehrt.

Der erste Teil dieser (leider nur) zweibändigen Serie hat mir im letzten Jahr irre gut gefallen. „Dieses wilde, wilde Lied“ war voller spannender und innovativer Ideen, gepaart mit der üblichen Story. Die Mischung, die am Ende dabei rauskam, war einfach toll. Der abschließende Band setzt genau dort an. Ein Quereinstieg sei allerdings nicht empfohlen, da die Ereignisse des ersten Bandes nur sehr eingeschränkt aufgearbeitet werden. Weiterlesen

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