Carol Weston: Wie man bei Regen einen Berg in Flip-Flops erklimmt

In ihrer Widmung schreibt Carol Weston „Für meine Mom und meinen Dad – denen ich so gern ein signiertes Exemplar überreicht hätte“.

Sofia, die Ich-Erzählerin, lebt mit ihrem Vater in einem Hochhaus in New York, das den Lehrern vorbehalten ist, die in der benachbarten Schule unterrichten. Auch sie geht in diese Schule. Ohne Vorankündigung stirbt ihre Mutter, und Sofias behütetes Leben verändert sich.

Gleich zu Beginn ihrer Geschichte warnt sie vor ihrer ziemlich traurigen Geschichte.

Sofia erzählt einleitend, „… Vierzehn war ein hartes Alter für mich. Echt hart. … – rückblickend betrachtet war das ein perfektes Leben.“ (S.10)

Trotz allem oder genau genommen wegen allem ist es ein perfektes Leben geworden. Denn nach dem Erklimmen eines Berges bei Regen in Flip-Flops findet Sofia Selbstvertrauen, Liebe, Glück und die Erkenntnis, aus allem das Beste machen zu können. Immer und egal, was passiert.

Im Nachwort schreibt die Autorin, dass viele Menschen ihren Roman vor der Veröffentlichung gelesen und kommentiert haben. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Abgesehen von einer ausgereiften, angenehm berührenden Geschichte hat die Autorin die Trauer um einen geliebten Menschen perfekt in einem Jugendroman ausgearbeitet.

Dieses wichtige Lebensthema betrifft irgendwann jeden. Den einen früher, den anderen später und manchmal mit geballter Macht. Wie Sofia mit ihrer Trauer umgeht, ist ergreifend und zugleich spannend zu lesen. Zahlreiche Wendungen treiben ihre Geschichte durch ein extrem ereignisreiches Jahr, in dem Freunde Trost und Hilfe geben. Schritt für Schritt findet Sofia einen Weg aus ihrer lähmenden Trauer und streift, ohne es zunächst zu merken, ihre Kindheit ab.

„… Ich war aus meinem tiefen Loch hervorgekrabbelt, und … ich wurde erwachsen.“ (S. 266)

Die schön geschriebene, von Jessika Komina und Sandra Knuffinke übersetzte Geschichte schenkt dem Leser alles, was man sich nur wünschen kann. Trost, Herz, Verstand und ausschließlich angenehme Charaktere.

Viel zu schnell ist die letzte Zeile gelesen, und es bleibt ein starker Wunsch, Sofia weiter begleiten zu dürfen.

Carol Weston: Wie man bei Regen einen Berg in Flip-Flops erklimmt.
Hanser, Mai 2019.
352 Seiten, Taschenbuch, 16,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Sabine Bovenkerk-Müller.

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