Brent Weeks: Licht Saga 06: Brennende Spiegel

Der Welt der sieben Satrapien steht ihr Untergang bevor. Das Reich, das auf der Ausnutzung der wenigen Begabten, die Licht in Luxin zu wandeln imstande sind, fußte, wird von dem Farbprinzen, einem selbsternannten Gott und den ausgebrannten Wandlern, die dieser um sich geschart hat, angegriffen. Dass der König der Wichte die legendären Gottesbanne, die die Kräfte alle Wandler neutralisieren können gefunden und in seine Gewalt gebracht hat, bedeutet unweigerlich der Untergang der Satrapien.

Der Herrschende Lord Prisma, Gavon Guile wurde vom eigenen Vater entführte, gefangen gesetzt und gefoltert. Einseitig geblendet macht er sich auf einen Büssergang – um mit dem obersten Gott des Reiches abzurechnen … Seine Frau Karris ahnt nicht, dass ihr Geliebter überhaupt noch am Leben ist. Mit mehreren Flotten, die sich dem Sitz der Satrapie nähern und bedrängt durch ihren intriganten Schwiegervater muss sie versuchen, das Reich, dessen geistige Führerin sie ist, zusammenzuhalten.

Währenddessen machen Gavons vermeintlicher Sohn Kip und seine Freunde sich auf, den Farbprinzen und seine Armee zu verfolgen – wohl wissend, dass sie wohl zu spät kommen werden. Nur wenn sie eine Waffe gegen die Gottesbanne finden und rechtzeitig zum Sitz der Satrapie bringen, könnte der Untergang eventuell noch aufgehalten werden – ein paar viele vielleicht, oder?

Teia, das einstige Sklavenmädchen und Schwarzgardistin, hat sich sich als Spionin der Weißen verdingt, den Assassinen-Orden des gebrochenen Auges zu unterwandern und zu vernichten. Eine Aufgabe, die droht ihr nicht nur ihre Menschlichkeit zu nehmen, sondern auch einen der alten, rachsüchtigen Götter auf ihre Spur setzt – ein Gott, dessen gehäutete Haut sie als Mantel trägt …

Brent Weeks hat sich in den letzten Jahren in die erste Liga der modernen Fantasy geschrieben. Seine Schatten-Trilogie (dt. bei Blanvalet) bereitete den Weg, die Licht-Saga deren fünfter Roman (für die Übersetzung wiederum, aufgrund des enormen Umfangs gesplittet) vor uns liegt hat seinen Weltrum begründet.

Erneut haben Verlag und Übersetzerin dem Band glücklicherweise eine Zusammenfassung der bisherigen Geschehnisse vorangestellt, selbst Fans der Serie werden nach drei Jahren die Handlung nicht mehr wirklich parat haben. Inzwischen ist der Plot doch recht komplex geworden, teilt er sich doch in vier große Handlungsstränge mit ihren jeweiligen Erzählern. Es geht dem Ende zu – sprich das Tempo zieht an, die Dramatik – so schon nicht eben klein geschrieben – nimmt nochmals zu.

In den alternierenden Kapiteln, in denen jeweils eine der vier Hauptfiguren im Fokus steht, zeigt uns der Autor nicht nur die Vorbereitungen auf den letzten, vielleicht ultimativen Krieg, sondern auch immer wieder ergreifende Einzelschicksale. So begegnen unseren Erzählern neuen Figuren, die ihr eigenes Leid zu tragen haben, die oftmals mutig, manches Mal verzweifelt oder resignierend versuchen zu überleben. In kurzen Abrissen macht uns der Autor ihr Schicksal deutlich, nimmt uns dabei mit in ihr jeweiliges Leben und zieht uns so in seine Welt.

Man merkt dem Teilband an, dass Weeks die inzwischen doch recht komplexe Handlung zu einem Abschluss bringen will. Die Handlungsstränge laufen mehr und mehr aufeinander zu, es stehen Offenbarungen und Opfer an und wir können die Seiten kaum schnell genug umblättern, um zu erfahren, wie alles zusammenläuft.

Dankenswerterweise hat der Verlag den zweiten und damit letzten Teil der Saga schon für nächsten Monat angekündigt, so dass wir auf die Auflösung der Rätsel und Schicksale nicht allzu lange warten müssen.

Neulesern ist anzuraten, mit dem ersten Band zu beginnen, da sie selbst mit der Zusammenfassung der Handlung sonst kaum werden folgen können.

Mit der beschriebenen ganz besonderen Farbenmagie, den ergreifenden Schicksalen und den aberwitzigen Erfindungen hat sich der Autor mit seinem Zyklus schon jetzt selbst ein Denkmal gesetzt und einen Fantasy-Plot verfasst, der uns einen Verfasser auf der Höhe seiner Schaffenskraft zeigt – lesen!

Brent Weeks: Licht Saga 06: Brennende Spiegel.
Blanvalet, August 2020.
816 Seiten, Taschenbuch, 16,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Carsten Kuhr.

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