Barney Norris: Die Jahre ohne uns

„Die Jahre ohne uns“ des britischen Autors Barney Norris handelt von zwei älteren Menschen, die auf ihr Leben zurückblicken, das für sie nicht optimal verlaufen ist. Der Roman teilt sich im Wesentlichen in zwei Hälften, die zunächst rein gar nichts miteinander zu tun haben – es folgt noch ein kurzer dritter Teil. Der erste Part besteht aus Selbstreflexionen der Frau. Sie ist einsam und findet nur in der Gartenarbeit etwas Freude. Besonders betrauert sie den Verlust ihres Vaters, der offenbar – genau wird es nicht erläutert – wegen einer psychischen Erkrankung die Familie verlassen hat, als unsere Ich-Erzählerin sieben Jahre alt war. Auch ihren Mann hat sie später schon kurz nach der Heirat verloren.

Diese rund 100 Seiten kommen arg freudlos und wehleidig daher, und man muss ich etwas hindurchquälen. Das wird in Teil zwei leider nicht besser. Ein Mann verlässt nach einem Streit seine Frau und verirrt sich 30 Jahre lang in einer absurden Abfolge von Schauplätzen und Situationen: Immer wenn er durch eine Tür tritt, findet er sich woanders wieder. Nirgends kann er bleiben. Im Deutschunterricht würde man sich sicher verzweifelt fragen, was uns der Autor damit sagen will, für eine genussvolle Lesestunde auf dem Sofa sind solche Fragestellungen eher hinderlich.

Erst im kurzen Teil drei kommt es zu einer Interaktion der beiden Figuren. Zu spät.

Barney Norris: Die Jahre ohne uns.
DuMont Buchverlag, Februar 2021.
272 Seiten, Gebundene Ausgabe, 22,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Andreas Schröter.

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