B. C. Schiller: Rattenkinder, gelesen von Volker Wolf

ratteVictor Maly sitzt in der geschlossenen Abteilung der Psychiatrie. Vor einem Jahr wurde er ohne Gedächtnis und blutverschmiert aufgegriffen. Jetzt hat er sich entschlossen, sein Schweigen zu brechen. Er führt den Ermittler Tony Braun zu einer frischen Frauenleiche, bei der sich ein sehr lebendiges Baby und ein Rattenschädel befinden. Aber woher konnte Victor Maly das wissen? Er hat seit einem Jahr keinen Kontakt mehr zur Außenwelt. War die Frau Opfer einer lang geplanten Tat? Gar Teil eines langangelegten Komplotts? Der Vater des Babys scheint sich nicht im geringsten für den Zustand seines Sohnes zu interessieren, was Tony Braun seltsam vorkommt und die Ehe war auch eher – na ja. Der Vater beschreibt seine Frau als eine Frau, die alles bekommt, was sie möchte und jetzt war es eben ein Baby.

So richtig reinziehen konnte mich die Geschichte nicht. Ich habe jede CD zweimal gehört und trotzdem immer wieder den Faden verloren. Dabei kann ich aber gar nicht sagen, woran das lag. Wenn ich die Gesamtstory im Nachhinein Revue passieren lasse, klingt es schon spannend und originell,aber während des Hörens stellte sich dieser Effekt gar nicht ein. Die Figuren blieben irgendwie farblos und uninteressant, das Ende der Story hatte schon einen Knallereffekt, aber wie gesagt, der rote Faden fand sich bei mir nicht. Victor Maly fand ich erst interessant,als am Ende herauskam, wer er wirklich ist und zu dem Ermittler Tony Braun fand sich gar kein Zugang. Eher nervig fand ich, wie er sich am Ende dann noch mit der eigenen Behörde herumschlagen muss. Ja, er ist toll und unabhängig, ja, alle sind gegen ihn – alles irgendwie schon mal besser gehört.

Grundsätzlich ist die Story aber sehr ambitioniert und beschäftigt sich mit dem Problem, in Deutschland ein Kind zu adoptieren. Oder vielmehr mit den Menschen, für die es dann plötzlich kein Problem mehr ist. Und was ist am Ende mit den Kindern, wenn sie irgendwann erwachsen werden und dann doch die ganze Wahrheit erfahren?

Fazit: Uneingeschränkt empfehlen kann ich es nicht, aber ich fand den Gedanken hinter der Geschichte schon interessant.

B. C. Schiller: Rattenkinder, gelesen von Volker Wolf.
Lübbe Audio, Oktober 2015.
6 CDs, 11,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Regina Lindemann.

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