B.A. Paris: Saving Grace, gelesen von Christiane Marx

Jack Angel scheint ein Traummann zu sein, deswegen heiratet Grace ihn. Die Hochzeitsreise führt nach Thailand und dort wacht sie sehr schnell auf. Jack sperrt sie in ihr Hotelzimmer und jeder Fluchtversuch wird von ihm vorausgesehen und vereitelt. Zurück in England hat er zwar ein Haus für sie beide gekauft, aber das ganze Anwesen liegt einsam und ist von einem meterhohen Zaun umgeben. Und Grace hat keine Chance, um Hilfe zu bitten, denn sie ist niemals allein in der Öffentlichkeit. Freundinnen von ihr haben nur Jacks Kontaktdaten und alles wird gefiltert. Dabei hätte sie Hilfe so bitter nötig, denn es geht nicht nur um sie, es geht auch um ihre Schwester Millie, die vom Down-Syndrom betroffen ist und Jacks eigentliches Ziel.

„Saving Grace“ ist auf zwei Ebenen erzählt, der Vergangenheit, in der Grace zunächst glücklich war, Jack zu kennen und erst zu spät Begriff, an wen sie geraten war. Und der Gegenwart, der sich das Buch immer weiter annähert, ohne zuviel zu früh zu verraten. Ja, das Hörbuch war spannend, auch dank guter Sprecherin gut anzuhören. Aber: Der Plot hat deutliche Schwächen, eigentlich ist es mehr ein Fischernetz als ein Plot und Grace, aus deren Sicht das Hörbuch erzählt wird, wirkt bei weitem nicht immer authentisch. Sie hat als Protagonistin das Problem, dass sie auf der einen Seite tough rüberkommen muss, als ehemals erfolgreiche Karrierefrau und wegen des Verlaufs des Plots, auf der anderen Seite aber als hilfloses Weibchen, dass sich von Jack in die Tasche stecken lässt. Das ist kompliziert und nicht immer gelungen. B.A. Paris setzt als Motivation für Grace hauptsächlich die Sorge für ihre Schwester Millie ein. Für mich war das als einzige Motivation für das, was sie hinterher getan hat, eher nicht glaubhaft. Ich meine, eine Frau, die dem Leben eher passiv gegenübersteht, alles was ihr passiert mehr oder weniger kampflos annimmt und dann plötzlich einen komplizierten Plan in die Tat umsetzt? Davon abgesehen, hat Jack sie vorher schon bei wesentlich undurchschaubareren Manövern erwischt und soll ausgerechnet jetzt versagen? Nun ja. Und was ist mit ihren „Freundinnen“?. Wieso hat Grace niemanden aus der Vergangenheit, an den sie sich wenden kann?

Wer allerdings bereit ist, sich einfach auf die Geschichte einzulassen, wird mit einem sehr spannenden Hörbuch belohnt. Was geschehen ist, ist bis kurz vor dem Schluß unklar und es hat schon was, wie Millie immer wieder betont, wie sehr sie „George Clonney“ hasst.

B. A. Paris: Saving Grace, gelesen von Christiane Marx.
Random House Audio, November 2016.
1 mp3-CD 11,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Regina Lindemann.

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