Winnie M Li: Nein

Als die 29-jährige Vivian, Amerikanerin chinesischer Eltern, und der 15-jährige Johnny aufeinandertreffen, verändert sich das Leben beider für immer. Denn für Johnny hat das Wort Nein keine Bedeutung und er vergewaltigt Vivian in einem beliebten Ausflugspark in der Nähe von Belfast. Danach geht er seiner Wege, sie wollte es schließlich auch und hat versprochen, niemandem etwas zu sagen. Dass er nur wenige Stunden später von der Polizei gesucht wird, war so nicht geplant. Er flüchtet zu einem Freund. Vivian muss unterdessen Fragen über Fragen beantworten, immer wieder das Geschehene schildern und beschämende Untersuchungen über sich ergehen lassen.

Winnie M Li schreibt in „Nein“ unter anderem eigene Erfahrungen nieder. Sie selbst war vor vielen Jahren auch Opfer einer Vergewaltigung und auch sonst ist ihr ihre Hauptfigur Vivian nicht unähnlich. Sie selbst stammt aus Taiwan, ist Amerikanerin und liebt – wie Vivian – das Reisen. Ein spannendes Interview mit der Autorin gibt es auf Jetzt.de zu lesen. Der Roman „Nein“ entstand auch aus der Motivation heraus, die Gedanken eines Täters näher zu beleuchten. Weiterlesen

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Brigid Kemmerer: Worte, die leuchten wie Sterne

Rev war schon immer anders als die anderen Jugendlichen. Von Pflegefamilie zu Pflegefamilie gereicht, fand er nach den dramatischen Ereignissen bei seinem Vater kaum zur Ruhe. Erst in den letzten Jahren scheint er etwas Glück zu haben. Er hat eine Pflegefamilie gefunden, die ihn sogar adoptieren möchte! Rev ist hin- und hergerissen. Als er dann auch noch eine Email seines leiblichen Vaters erhält, mit dem er seit mehr als 10 Jahren keinen Kontakt hatte, ist das Gefühlschaos perfekt.

Emma würde sich selbst als Gamer bezeichnen und doch ist sie mehr. Sie hat sogar schon ein Computerspiel programmiert. Echte Freunde hat sie wenige und auch von ihrer Mutter erhält sie keine Unterstützung. Sie hält Emmas Hobby und Berufswunsch als Programmiererin für ein Hirngespinst und brotlose Kunst, denn auch der Vater hat mit dem gleichen Beruf wenig Vorzeigbares hervorgebracht. Doch Emma glaubt an ihre Träume. Als dann ein Troll im Internet auftaucht, sie beschimpft und bedroht, kommt Mitspieler Ethan gerade recht. Er hilft ihr, gegen den aufdringlichen Typen vorzugehen. Weiterlesen

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Jan Wiechert: Scheidung mit dem Beil

Der historische Kriminalfall um Maria Dorothea Huther ist ein Buch aus der Regionalgeschichtenreihe des Gmeiner Verlags. Autor Jan Wiechert hat sich mit den im Hohenlohe-Zentralarchiv gelagerten Dokumenten befasst und sich dem Inhalt der Strafprozessakte gegen die 1777 des Mordes an ihrem Ehemann verdächtigten Maria Dorothea Huther angenommen.

Maria Dorothea Huthers getöteter Mann Peter war Wanderhandwerker und übte den Beruf eines Schmierbrenners aus. Er wurde tot und übel zugerichtet von zwei Bauern auf deren Feld neben zwei zuvor entwendeten Pflugsägen aufgefunden.

Jan Wiechert beleuchtet mit seinem daraus entstandenen zeitgenössischen Text einführend geschichtliche und geografische Hintergründe und zeigt eben diese Mordermittlungen aus dem 18. Jahrhundert auf. Die Informationen aus der Strafprozessakte sind exakt übernommen und unverfälscht wiedergegeben.

Die Möglichkeiten zu einer objektiven Beweisführung in der damaligen Zeit waren begrenzt und mit der oberflächlichen Untersuchung von Tatort und der Obduktion der Leiche weitgehend erschöpft. So mussten weiterführende Zeugenbefragungen und Vernehmungen von Verdächtigen geführt werden. Auf den ersten Seiten werden sämtliche dieser später in der Mordakte auftauchenden Personen aufgelistet. Weiterlesen

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Maria Adolfsson: Doggerland 01: Fehltritt

Als Kommissarin Karen Eiken Hornby am Morgen nach dem traditionellen Austernfest mit einem gewaltigen Kater neben einem schnarchenden Mann aufwacht, ist ihr sofort klar, dass sie einen Fehler gemacht hat. Denn der Mann, mit dem sie das Hotelbett teilt, den sie nicht leiden kann und mit dem sie – wie sie sich dunkel erinnert – keinen guten Sex hatte, ist ihr überheblicher Chef Jounas Smeed. Sie macht sich so leise wie möglich aus dem Staub und hofft, dass er sie nie darauf ansprechen wird.

Doch schon kurze Zeit später ist klar: Sie wird um ein Gespräch mit Jounas nicht herumkommen, denn seine Ex-Frau Susanne wurde ermordet – und zwar vermutlich zu einer Zeit, in der Karen Teil seines Alibis ist. Bevor nicht eindeutig geklärt ist, dass Jounas Smeed nichts mit dem Tod von Susanne zu tun hat, kann er seinen Dienst nicht wieder antreten. Karen wird die Leitung der Ermittlungen übertragen.

Susanne Smeed liegt erschlagen in ihrer Küche. War es ein Raubüberfall, der aus dem Ruder lief? Der Geldbeutel fehlt, ein paar Schubladen sind durchwühlt, aber es gibt auch noch Bargeld und Wertgegenstände im Haus, die nicht angetastet wurden. Gibt es ein anderes Motiv? Hatte sie Feinde? Weiterlesen

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Luca Di Fulvio: Als das Leben unsere Träume fand

Als ihr Vater stirbt, atmet Rosetta zunächst auf: Sie muss keine Schläge mehr von ihm befürchten. Der elterliche Hof geht auf sie über und sie plant, ihn selbst zu bewirtschaften. Doch der Baron Rivalta de Neroli will ihr Land und bald beginnen seine Leute, Rosetta zu drangsalieren. Auch die Bewohner des Dorfes wenden sich gegen Rosetta, aus Angst vor dem Baron und aus Unverständnis: Wie kommt eine junge Frau im Jahr 1912 in Sizilien dazu, so selbständig zu sein zu wollen? Das ist doch wider die Natur. Und so schauen alle weg oder machen sogar mit, als sich die Lage immer weiter zuspitzt und der Baron seine Männer darauf ansetzt, Rosettas Willen zu brechen. Fast gelingt das auch, doch sie ist stärker, als alle denken. Der Baron bekommt zwar ihr Land, aber er muss persönlich dafür bluten. Rosetta kann fliehen, aber ihr mächtiger Widersacher bleibt ihr auf den Fersen.

Nicht weit entfernt in Palermo legt sich Rocco mit dem Mafiaboss an, für den sein Vater die Drecksarbeit erledigt hat. Doch Rocco möchte nicht werden, wie sein Vater. Er will sein Geld auf ehrliche Art und Weise verdienen und träumt davon, Mechaniker zu werden. Am Ende bleibt ihm nur der Aufbruch in die „neue Welt“ nach Argentinien, um dem langen Arm von Don Mimì Zappacosta zu entkommen. Allerdings gibt es auch in Buenos Aires einen Zappacosta, mit dem er sich herumschlagen muss. Weiterlesen

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Margaret Atwood: Hexensaat

Felix, in eigentlicher Bedeutung „der Glückliche“, hat nicht viel mit seinem Vornamen gemein. Der einst erfolgreiche Theaterregisseur wurde nach dem Tod von Frau und Tochter beruflich ausgebootet und um seinen Job gebracht. Nur der Sinn nach Rache hält ihm am Leben. Dafür lässt sich Felix etwas ganz Besonderes einfallen… Margaret Atwood hat einen faszinierenden „Story-in-Story“-Plot entworfen. Denn Felix‘ Rache orientiert sich an Shakespeares Theaterstück „Der Sturm“. Diesen will Felix tatsächlich inszenieren, aber nicht mit herkömmlichen Schauspielern, sondern mit den Insassen einer Strafanstalt. Diese irrwitzige Ausgangslage meistert Atwood mit viel Einfallsreichtum, einem atemberaubenden Aufbau und viel lakonischen Witz. Nicht nur für Shakespeare Liebhaber ist dieser Roman ein Muss!

Felix ist das erfolgreiche Enfant terrible des Makeshiweg-Festivals in Kanada und bekannt für seine Inszenierungen, die gerne Grenzen überschreiten. Ein Genie, das ganz in seinem Beruf aufgeht. Doch private Schicksalsschläge werfen ihn aus seiner Bahn. Zuerst stirbt seine Frau, zwei Jahre später seine Tochter Miranda an einer zu spät erkannten Meningitis. Felix wird von Schuldgefühlen zerfressen. Hätte sich ihr Tod vermeiden lassen, wenn er öfters zu Hause und aufmerksamer gewesen wäre? Weiterlesen

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Bernard Cornwell: Narren und Sterbliche

Wer hätte erwartet, dass Bernard Cornwell einmal einen Roman über William Shakespeare schreibt? Für mich ist das jedenfalls eine der positivsten Überraschungen des Jahres.

Bisher ist Cornwell vor allem für historische Romane bekannt, die von Kriegern und Kämpfern handeln. So spielt die Uhtred-Saga im tiefsten Mittelalter und erzählt vor dem Hintergrund der Entstehung des heutigen England von einem Krieger, der um sein rechtmäßiges Erbe kämpft. Die wohl noch bekanntere Sharpe-Serie des Autors wiederum begleitet den britischen Soldaten Sharpe in die kriegerischen Auseinandersetzungen zur Zeit Napoleons. Sehr gute und spannenden Romane, die zeigen, dass Cornwell ein erstklassiger Autor ist. Alle leben aber auch davon, dass er es hervorragend versteht, Kämpfe und Schlachten ausgesprochen realistisch zu schildern.

‚Narren und Sterbliche‘ ist ganz anderes. Hier gibt es keine Kämpfe. Hier gibt es keine Krieger und auch keine sonstigen dramatischen Auseinandersetzungen. Es geht vielmehr um die Entstehung des Theaters, die Ende des 16. Jahrhunderts begann. Zur Zeit Shakespeares wurden in London die ersten festen Schauspielhäuser gegründet, aus denen sich im Laufe der Zeit das entwickelte, was wir heute kennen, wenn wir ‚ins Theater‘ gehen. Weiterlesen

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Andrea Camilleri: Gewisse Momente

Der italienische Schriftsteller und Regisseur Andrea Camilleri (Jahrgang 1925) hat zu seinem neunzigsten Geburtstag 2015 eine Sammlung von Geschichten über Begegnungen und Bücher, die in seinem Leben eine große Bedeutung gespielt haben, unter dem Originaltitel „Certi Momenti“ veröffentlicht. Nun ist dieses Buch, im Deutschen heißt es „Gewisse Momente“, am 18. Dezember 2018 im Rowohlt Verlag in einer Übersetzung von Annette Kopetzki erschienen.

Darin versammelt Andrea Camilleri kurze Geschichten von bekannten und unbekannten Persönlichkeiten und der Literatur, die sein Leben geprägt haben.

Sei es die Beichte bei Bischof Piccione vor Camilleris Hochzeit, die sich zu einem dreistündigen Gespräch entwickelte oder die unglücklichen Begegnungen mit dem Filmregisseur Pier Paolo Pasolini. Camilleri beschreibt Erlebnisse während der Zeit des Faschismus, wie die Geschichte von „David, genannt Pippo“ und die anrührende Wiederbegegnung mit dem jüdischen Mitschüler, den Camilleri tot glaubte, Ende der 1980er Jahre. Ein Buch mit dem Titel „So lebt der Mensch“ von André Malraux macht aus Camilleri mitten im Faschismus (1942) einen Mann „mit kommunistischen Ideen“. Zum Abschluss des schmalen Bandes erzählt er über das traurige Schicksal der Prostituierten Foffa. Weiterlesen

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Greig Beck: Primordia – Auf der Suche nach der vergessenen Welt

Es ist ein schöner, sonniger Tag, als Ben Cartwright zur Beerdigung seines einem Herzinfarkt erlegenen Vaters in seine Heimatstadt zurückkehrt. Trotz all seiner zum Teil traumatischen Erlebnisse in Diensten von Uncle Sam ist er am Boden, als er seine Mutter zum Sarg begleitet.

Des Nachts suchen ihn regelmäßig Alpträume vom Anschlag der ISIS heim, dem er eine lange Narbe im Gesicht verdankt. Gebeutelt von Schuldgefühlen, dass er sich von seinem Vater nicht verabschieden konnte, macht er sich daran, sie Sachen seines Dads in den Dachboden zu bringen. Hier lagern die Erinnerungen der Familie – und hier stößt er auf ein druckfrisches Exemplar von Conan Doyles „Die vergessene Welt“ mit einer handschriftlichen Widmung Doyles an seinen Urgroßvater. Was aber hat der berühmte Autor damit gemeint, dass der Roman auf den Erkenntnissen eines Expedition seines Ur-Opas beruht?

Zusammen mit der alten Clique aus Jugendtagen macht Ben sich auf, das Rätsel zu lösen. Die Spur führt zunächst, auf der Suche nach dem Expeditionstagebuch seines Vorfahren nach England – und dann in die tiefen des Venezuelanischen Dschungels. Alle 10 Jahre zieht ein Komet an der Erde vorbei, stört das Magnetfeld Südamerikas und sorgt für atmosphärische Gefahrenlagen. Dabei wird auch der Zugang zu einem sonst hermetisch von der Welt abgeschlossenen Hochplateau ermöglicht, zu einer Welt, in der die Urzeit noch höchst lebendig und mehr als bedrohlich ist. Weiterlesen

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Jeff Kinney: Gregs Tagebuch 13: Eiskalt erwischt!

Greg ist ja außer einem Faulpelz auch noch eine Frostbeule. Deswegen kommt es ihm ganz gelegen, dass es noch warm ist, obwohl der Winter längst begonnen haben müsste, Klimawandel hin oder her. Nur dass seine Schule mit der Situation gar nicht umgehen kann und alle Heizungen so hoch eingestellt sind, dass man sich vorkommt wie in einer Sauna ist unangenehm.  Aber dann kommt der Winter doch noch mit aller Kraft und anstatt gemütlich vor dem Fernseher zu liegen, scheucht Gregs erziehungskorrekte Mutter ihn raus zum Spielen. Im Laufe des Buches lernen wir beinahe die gesamte Nachbarschaft kennen, was ziemlich lustig ist. Da gibt es Anfang und Ende von Gregs steiler Straße und natürlich ist man sich nicht gewogen. Da werden Forts gebaut und Schneebälle mit taktischer Feinheit weiterentwickelt und alles ist ein Riesenspaß, schließlich hat die ganze Stadt schulfrei. Weiterlesen

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