Thore D. Hansen: Die Reinsten

Die Menschen haben eine mächtige KI namens Askit erschaffen,  die das Überleben der Menschen auf dem Planeten Erde nach der Klimakatastrophe sichern soll. Der Klimakatastrophe folgten Kriege und Seuchen, wenige Menschen überlebten, was kurz und drastisch beschrieben wird.

Am Ende des 22. Jahrhunderts steuert  Askit nun die Geschicke der Menschheit, wobei sie Zugriff auf die Gedanken der meisten Menschen hat. Das Ziel der KI ist nicht nur, das Überleben der Menschheit zu sichern, sondern die Fehler der vorangegangenen Generationen wieder gutzumachen und die Erde „zu heilen“. Die KI steuert und plant die Handlungen der Menschen, berechnet Klimamodelle und bestimmt, welcher Mensch welche Tätigkeit ausführen darf. Nur die Gründergeneration steht außerhalb von Askits Kontrolle und scheint eigene Pläne zu verfolgen.

Es gibt eine Elite in dieser Welt, genannt „die Reinsten“, zu der Eve Legrand zählt. Sie scheint unter allen Reinen die Vollkommenste zu sein.  Die Begegnung mit einer Walpopulation –einer ausgestorben geglaubten Spezies- zeigt ihr, wieviel die Menschen unter Askits Führung für den Planeten erreichen können. Weiterlesen

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Cornelia Funke & Guillermo del Toro: Das Labyrinth des Fauns

Spanien, 1944: Die 13-jährige Ofelia wird gezwungen mit ihrer hochschwangeren Mutter zu deren neuem Ehemann, dem Capitán Vidal, zu ziehen. Während ihre Mutter eine schwierige letzte Zeit der Schwangerschaft hinter sich bringt, fühlt sich Ofelia magisch angezogen von dem Labyrinth hinter der alten Mühle, die nun ihr neues Zuhause sein soll. Ein Faun begegnet ihr dort und stellt sie vor drei Aufgaben, die sie bis zum Vollmond erledigt haben muss. Dabei riskiert Ofelia mehr als einmal ihr Leben und gerät in Gefahr. Viel zu spät merkt sie allerdings, dass viel mehr auf dem Spiel steht als ihr eigenes Leben …

„Das Labyrinth des Fauns“ von Cornelia Funke basiert auf dem Spielfilm aus dem Jahre 2006 namens „Pans Labyrinth“, bei dem Guillermo del Toro für Regie und Drehbuch verantwortlich war. Der spanische Originaltitel des Films deckt sich mit dem des Buches von Cornelia Funke. Wer den Film bereits kennt, wird vielleicht etwas enttäuscht sein vom Buch. Denn das ist geschrieben für Jugendliche ab etwa 14 Jahren, während der Film definitiv seiner FSK 16 gerecht wurde. Der Roman ist dann auch viel mehr typisch Funke als typisch del Toro. Es geht um die Magie in Büchern, die Macht von Geschichten und das große Ganze, ein Spiel zwischen Realität und Fantasie. Weiterlesen

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Shida Bazyar: Nachts ist es leise in Teheran

Jetzt ist sie auch literarisch angekommen. Die Generation, bzw. die Kinder und Enkel der Menschen, die aus welchen Gründen auch immer, aber eben immer aus höchster Not und Lebensgefahr, aus ihren jeweiligen Heimaten fliehen mussten. Jetzt sind sie unter uns und mischen mit. Und womit? Mit Recht. Sie erzählen uns, nach und nach auch in Prosa, die Geschichten der Fluchten, der Toten und der Vertriebenen. Wie nach dem Krieg die Gruppe 47 versuchte, langsam dem Nazi Grauen mit ihren Millionen von Toten literarisch ein Bild zu geben. („An diesem Dienstag“, Wolfgang Borchert z.B.) So ist es auch heute. Sie verschaffen sich ein Gehör über Sprache und Bild. Ein Beispiel ist Shida Bazyar. Ihr gelingt ein Überblick über vier Jahrzehnte 1979 – 2009 und vier Generationen von  iranischem politischem und religiösem Wirrwarr. Sie gibt dem Ganzen eine Geschichte, indem sie bei ihrer Familie bleibt. Bei Ihrem Vater Behsad, der nach dem Sturz des Schahs 1979 voller Hoffnung als junger Kommunist im Iran von gerechter Zukunft träumte und der doch fliehen musste. Dies ist das Lied aus 1979. Weiterlesen

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Annette Pehnt: Mein Amrum

„Wenn der Entschluss zu einer Insel gefasst ist, kann ich diese eine Insel erforschen, als sei sie die ganze Welt.“ (Zitat S. 26)

Annette Pehnt reist nach Amrum, zum ersten Mal mit der Hündin. Die Hündin lebte als Streunerin auf einer südlichen Insel, wurde angefahren und kam über den Tierschutz zur Erzählerin. Seit einem Jahr gewöhnen sich die beiden aneinander. Und nun also Amrum. Eine lange Fahrt mit dem Zug, die Hündin ist unruhig und den Mitreisenden im Weg; sie weiß nicht, was vor sich geht, wo sie schlafen werden. Sie hat gelernt, sich zu fürchten, und muss an der kurzen Leine bleiben.

Ankunft auf Amrum. „Obwohl die Sonne nicht scheint, ist der weite Himmel weißlich und schimmert, als wäre er von hinten angeleuchtet. Ich hatte vergessen, wie weich die blassen Farben ineinander übergehen, wie sich die Flächen ineinander auflösen …“ (Zitat S. 38) Bei den Wanderungen auf der Insel, durch den Kniepsand, über die Dünen und am Flutsaum entlang bleibt die Hündin an der Leine. Die Erzählerin hat dafür die längste Leine gekauft, die sie finden konnte. Weiterlesen

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Marisha Pessl: Niemalswelt

Niemalswelt ist eine schaurig-schöne Geschichte, die die Idee einer Zwischenwelt aufnimmt.

Bees Freund Jim ist seit 5 Jahren tot und Bee hat keinen Kontakt mehr zu ihren gemeinsamen Freunden Cannon, Martha, Kipling und Whitley. Als sie ihnen wieder begegnet – in einem noblen Wochenendhaus an der Küste – scheint sie zunächst nicht wirklich willkommen zu sein. Der Abend endet damit, dass die Freunde einen furchtbaren Autounfall haben. Scheinbar überleben sie den schweren Unfall und retten sich zurück ins Ferienhaus. Doch am nächsten Morgen steht ein unheimlicher Mann vor ihrer Tür und sagt ihnen, dass sie sich in der Niemalswelt befinden und denselben Tag immer wieder erleben werden. Aus der Niemalswelt kann nur einer von ihnen entkommen, und diese Person muss von allen ausgewählt werden. Die Zeit ist von nun an unendlich und Bee erfährt immer mehr über die Umstände des Todes von Jim. Warum musste er sterben? Hat er Bee betrogen? War er ein Drogendealer? Außerdem treibt die Gruppe auseinander und die Entscheidung, wer von ihnen weiterleben soll, scheint in unendliche Ferne gerückt. Weiterlesen

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Carol Weston: Wie man bei Regen einen Berg in Flip-Flops erklimmt

In ihrer Widmung schreibt Carol Weston „Für meine Mom und meinen Dad – denen ich so gern ein signiertes Exemplar überreicht hätte“.

Sofia, die Ich-Erzählerin, lebt mit ihrem Vater in einem Hochhaus in New York, das den Lehrern vorbehalten ist, die in der benachbarten Schule unterrichten. Auch sie geht in diese Schule. Ohne Vorankündigung stirbt ihre Mutter, und Sofias behütetes Leben verändert sich.

Gleich zu Beginn ihrer Geschichte warnt sie vor ihrer ziemlich traurigen Geschichte.

Sofia erzählt einleitend, „… Vierzehn war ein hartes Alter für mich. Echt hart. … – rückblickend betrachtet war das ein perfektes Leben.“ (S.10)

Trotz allem oder genau genommen wegen allem ist es ein perfektes Leben geworden. Denn nach dem Erklimmen eines Berges bei Regen in Flip-Flops findet Sofia Selbstvertrauen, Liebe, Glück und die Erkenntnis, aus allem das Beste machen zu können. Immer und egal, was passiert.

Im Nachwort schreibt die Autorin, dass viele Menschen ihren Roman vor der Veröffentlichung gelesen und kommentiert haben. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Abgesehen von einer ausgereiften, angenehm berührenden Geschichte hat die Autorin die Trauer um einen geliebten Menschen perfekt in einem Jugendroman ausgearbeitet. Weiterlesen

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Tony Kent: 3 2 1 – Im Kreis der Verschwörer

Der US-Präsident und sein Amtsvorgänger nehmen an einer Großveranstaltung in London teil. Der gesamte Trafalgar Square ist gesperrt und nur für geladene Gäste zugänglich. Überall ist Sicherheitspersonal postiert. Sogar auf den Dächern, die den Platz umgeben, liegen Scharfschützen in Stellung. Dennoch kommt es zu einem Attentat, bei dem einer der Politiker getötet und ein weiterer verletzt wird. Sicherheitschef Joe Dempsey kann den Täter zwar fassen, doch als dieser kurz darauf tot in seiner Zelle aufgefunden und weitere seltsame Todesfälle folgen, kommen ihm Zweifel.

Zur gleichen Zeit gerät die Journalistin Sarah, die bei dem Attentat ebenfalls anwesend war, zufällig an Informationen, die ihr Leben in Gefahr bringen. Zusammen mit dem Rechtsanwalt  Michael Devlin versucht sie, die Hintergründe der Tat aufzudecken. Es beginnt eine Jagd, die bis nach Irland führt und bei der sowohl Michael Devlin als auch Joe Dempsey ihrer Vergangenheit begegnen… Weiterlesen

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Guy Jones: Der Eisblumengarten

Die 12-jährige Jess leidet an der Mondscheinkrankheit, einer Erbkrankheit, bei der ihre Haut im Sonnenlicht sofort zu brennen beginnt und es zu starken Rötungen kommt. Jess muss deshalb vor allem im Dunkeln leben und kann nur mit einer aufwendigen Verkleidung tagsüber an die frische Luft. Hänseleien sind dabei vorprogrammiert und Jess hasst nichts mehr als die Krankheit und die dazugehörige Verkleidung. Dann schleicht sie sich eines Nachts nach draußen und entdeckt mitten im Sommer einen verzauberten Garten aus Eis. In ihm lernt sie den etwa gleichaltrigen Owen kennen. Er lebt schon immer im Eisblumengarten und weiß gar nichts von der Menschenwelt. Die beiden freunden sich an und plötzlich verschwindet auch Jess‘ Krankheit. Doch schon bald muss sie feststellen, dass sie nicht beides haben kann: Gesundheit und Owen im Eisblumengarten.

Guy Jones hat mit „Der Eisblumengarten“ ein zauberhaftes Märchen für Kinder ab etwa 10 Jahren geschrieben. Es geht um Freundschaft und Familie, um den Umgang mit Schicksalsschlägen. Weiterlesen

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Angie Thomas: On The Come Up

Bri ist 16 Jahre alt und wohnt mit ihrer Mutter, die sie nur noch bei ihrem Namen Jay nennt, und ihrem Bruder Trey in einer kleinen Wohnung in einem nicht armen Viertel. Jeden Tag fährt sie mit dem Schulbus in ein besseres Viertel, um dort zu Schule zu gehen. Doch die schwarzen Kids haben es dort nicht leicht und werden oft ausgegrenzt und benachteiligt. Bri ist dort ein niemand. Um so wichtiger ist es ihr, in ihrer Freizeit Bedeutung zu haben. Ihr Vater war ein aufstrebender Rapper und starb in einer Schießerei, als Bri vier Jahre alt war. Nun möchte sie selbst auch in seine Fußstapfen treten und Rapperin werden. Als die Mutter ihren Job verliert und die finanzielle Situation der kleinen Familie schwierig wird, gewinnt Bris Traum immer mehr an Bedeutung.

„On The Come Up“ erinnert in vielen Dingen an Angie Thomas‘ Erstling „The Hate U Give“. Die Protagonistin ist schwarz, liebt Rap, lebt in einer schlechten, schwarzen Gegend und geht in einer guten, weißen Gegend zur Schule. Rap nimmt hier sogar noch einen größeren Stellenwert ein als im ersten Roman, Weiterlesen

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Katharina V. Haderer: Black Alchemy 01: Das Schwert der Totengöttin

Erik Zejn ist Sergent der Garde Tradeas. Er ist ausgebildeter Kampfmagier, oft schlecht gelaunt und hält sich an Regeln. Vor allem ist er aber eins: Überqualifiziert für die Versetzung in den kleinen Vorort Svonnheim.

In Svonnheim gewinnen die Männer ihre militärischen Ränge beim Kartenspiel, so stehen ihm zu allem Überfluss auch noch unfähige Soldaten und ein viel zu gutmütiger Stellvertreter, der nicht kämpfen kann, zur Verfügung. Trotz der ländlichen Umstände, beharrt Zejn auf das Gesetz und beginnt kurz nach seiner Ankunft die Jagd nach der dortigen Heilerin Mirage, die er ohne Lizenz glaubt.

Kurz darauf bricht das Chaos in Svonnheim aus: Die Toten erheben sich aus ihren Gräbern und bedrohen die Bewohner des Dorfes. Zejn ist überzeugt davon, dass Mirage Ursache des Übels ist und lässt sie festnehmen. Erst als sie in die Hauptstadt, fort von Svonnheim, gebracht wird, bemerkt Zejn, dass er sie zu Unrecht beschuldigt und damit die einzige Hilfe im Kampf gegen die Toten verloren hat. Er reist ihr hinterher, seinen Irrtum bereuend, um die Überfälle auf die Dorfbewohner endgültig stoppen zu können. Weiterlesen

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