Benjamin & Fabian Eckert: Die 35-Tage-Challenge: Dein Weg in ein umweltbewusstes Leben

Sachbücher über Umwelt, Gesundheit und Lebensplanung gibt es viele. Die 35-Tage-Challenge der Brüder Benjamin und Fabian Eckert darf man als ein Experiment betrachten. In ihrem Buch wird alles miteinander vereint. Darüber hinaus entstand ein interaktives, ganzheitliches Buch.

Das Ziel ihrer vorgeschlagenen Herausforderungen: Jeder kann seinen persönlichen Energieverbrauch senken. „… Wenn du wirklich etwas für das Klima tun willst, sollte der Verbrauch pro Person etwa bei 600 bis 700 kWh pro Jahr liegen, wobei auch 300 kWh pro Jahr und Person möglich sind.“ (S. 63)

Wie man dahin kommt, beschreiben die Autoren ausführlich. Die praktischen Übungen für Anfänger und Experten sind in wöchentliche Aufgaben unterteilt, die jeder schaffen kann. Die größte Herausforderung besteht darin, den engen Kreis aus Gewohnheiten und Bequemlichkeit zu verlassen. Die Autoren erhoffen sich, dass ihre aktiv gewordenen Leser auf ihr direktes Umfeld eine Vorbildfunktion ausüben und andere wiederum die Klugheit eines klimafreundlichen Lebens in ihr eigenes Verhalten integrieren. Weiterlesen

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Helwig Brunner: Gummibärchenkampagne

Wer viel in öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist oder in Wartezimmern oder Ämtern längere Wartezeiten zubringen muss, wird dieses Buch mögen. Helwig Brunner unterhält die Leserin mit Minutennovellen. Diese sind wunderbar geeignet, jede Wartezeit amüsant zu verkürzen.

Unterteilt in die Kategorien Eigenbrötler, Paare, Schreibende, Lesende und Herden präsentiert der Autor fein pointierte, scharfzüngige, aber nie verletzende „Erzähldestillate“. Er führt uns, immer mit einem Augenzwinkern, unsere eigenen Absonderlichkeiten, Manierismen und alltäglichen Absurditäten vor Augen.

Wenn er von der Frau erzählt, die unbedingt eine zyklamfarbene Handtasche erwerben muss, die ihr nach einer Weile gar nicht mehr gefällt und die sie daher in den Sammelcontaier gibt, erkennen wir (Frauen) uns darin nicht alle wieder? Wenn jemand seine Brille nicht findet, weil er ohne Brille nicht genug sieht, ist das zwar sicher kein neuer Witz, aber wenn es so leichtfüßig erzählt wird, macht es einfach Spaß, davon zu lesen. Weiterlesen

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Inès Bayard: Scham

Was für ein Buch! Wäre es ein Kinofilm, würde er mit FSK 18 eingeordnet, vermutlich. Schon der Beginn ist ein heftiger Schlag in die Magengrube.

Der Roman von Inès Bayard, geboren 1992, erschien in Frankreich 2018. Geschrieben wurde er also wahrscheinlich zu oder kurz nach dem Beginn der #MeToo-Bewegung. In ihrem Debütroman schildert die Autorin in teils drastischen Worten und in teils extrem plastischen Bildern, was eine Vergewaltigung mit dem Opfer macht.

Marie, gutaussehend, jung, glücklich verheiratet, erfolgreich im Beruf wird von ihrem Chef im Auto brutal vergewaltigt. Inès Bayard erspart der Leserin hier nichts. Brutal heißt brutal auch in der Beschreibung des Vorgangs.

Danach ist für sie nichts mehr wie vorher. Ihr Vergewaltiger droht ihr, sie und ihren Mann Laurent zu zerstören, wenn sie davon erzählt. Aber vermutlich hätte sie dies ohnehin nicht getan. Marie ist wie paralysiert, sie erzählt tatsächlich niemandem davon, nicht ihrer Familie, nicht ihrem Mann. Marie redet sich vergeblich ein, dass die Schande, die sie empfände, wenn sie ihrem Mann die Wahrheit sagen würde, sicherlich nur ein kleines Opfer im Gegenzug für ihre Freiheit wäre, am Ende fügt sie sich doch immer der Lüge, wohl wissend, dass sie sich damit selbst täuscht und zerstört. (S. 58). Sie erträgt auch die sexuelle Bedürfnisse ihres Mannes, lässt alles über sich ergehen. Er merkt nichts, ihm fällt ihre Veränderung nicht auf. Weiterlesen

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Royce Buckingham: Die glorreichen Sechs

Caspar wächst als Angehöriger des Hochadels am Hofe auf. Seit frühster Jugend ist klar, dass es zur Königswürde nicht reicht – mehr als ein Dutzend Neffen und Cousinen befinden sich in der Rangfolge vor ihm, doch zumindest die Karriere ist gesichert. Er wird, der Familientradition folgend, wie sein Vater Botschafter werden. Der Tag der Titelverleihung ist da, Caspar selbst hat das Gerücht gestreut, als jüngster Adeliger zum Botschafter bestellt zu werden, doch die verwitwete, kinderlose Alte auf dem Thron hat etwas ganz Anderes für den ruhigen und damit ihren Plänen gefährlich werdenden Caspar in Petto. Sie macht den Jungen zum Steuereintreiber. Aber nicht etwa, da, wo die Pfründe gesichert, die Abläufe eingefahren und das Leben angenehm sind, oh nein, Caspar darf in die just befriedeten – manche sagen auch eroberten – Grenzlande ausziehen, den königlichen Beutel zu füllen.

Dass er dies nicht alleine tun muss, macht ihn zunächst auch nicht wirklich glücklicher. Die ihm an die Seite gestellten glorreichen Sechs sind bekannt dafür, eher burschikos, hemdsärmlig und auch ein wenig direkt, ja man könnte fast vulgär sagen aufzutreten. Dafür haben sie jede Menge Erfahrung darin, den störrischsten Steuerzahler sein Zehntel zu entlocken. Und ihnen fehlt, seit ihr Anführer im Schlaf erdrosselt wurde, ein ebensolcher – Auftritt unser zunächst verweichlicht-naiver Sprössling aus edlem Geschlecht, der sich aber als erstaunlich lernfähig, integer und geschickt erweist. Muss er auch, denn nur zu bald sieht er, dass die Herrschaft seiner Tante zu Ende gehen sollte. Das Wohl des Reiches verlangt es, und wenn er da ein wenig nachhelfen muss, so sei es … Weiterlesen

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Helga Schütz: Von Gartenzimmern und Zaubergärten

Die deutsche Schriftstellerin und Drehbuchautorin Helga Schütz (Jahrgang 1937) ist ausgebildete Gärtnerin. Sie besitzt einen großen Waldgarten in Potsdam und weiß, wovon sie spricht, wenn sie vom Gärtnern erzählt. Mit dem Buch „Von Gartenzimmern und Zaubergärten“, das von Nils Hoff wunderbar illustriert wurde, lässt sie die Leserinnen und Leser an ihren Gartenerfahrungen und ihrer Gartenleidenschaft teilhaben. Das Buch ist am 10. März 2020 im Aufbau Verlag erschienen.

Nicht schon wieder ein Buch über den Garten und das glücklich machende Gärtnern, dachte ich nach gefühlt 50 gelesenen Büchern zu diesem Thema und jedes Jahr (besonders im Frühling) kommen neue dazu. Aber dann las ich Helga Schütz’ ersten Satz „Selten führt so ein freundlicher Raum seinen richtigen guten Namen“ und sie meint damit das Gartenzimmer. Das ist, einmal abgesehen von Nils Hoffs Zeichnungen, ein überraschender Beginn. Spricht man in Gartenzeitschriften oft von Gartenzimmern, so ist der Trend gemeint, den Garten durch die Einteilung in Bereiche unterschiedlicher Bepflanzung abwechslungsreich zu gestalten. Weiterlesen

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Franz Hohler: Fahrplanmäßiger Aufenthalt

Der Schweizer Erzähler Franz Hohler (Jahrgang 1943), preisgekrönt und bedeutend, hat einen neuen Band mit kurzen Geschichten geschrieben. „Fahrplanmäßiger Aufenthalt“ ist am 16. März 2020 im Luchterhand Literaturverlag erschienen. In dem schmalen Buch finden sich 43 Erzählungen, die wenige Seiten lang sind, manchmal gar nur eine halbe.

Vor einiger Zeit hatte ich Hohlers „Ein Feuer im Garten“ aus dem Jahr 2015 gelesen, das mich nicht überzeugen konnte. Nun also neue Kurzerzählungen vom „Meister der kleinen Form“. Und gleich die erste Geschichte „Nach Europa“ schlägt bei mir ein. Darin wähne ich mich (von Hohler geschickt mit „du“ im Text angesprochen) als einen Wanderer auf Bergtour. An einem Bergsee angekommen, erlebe ich statt der Stille die Ankunft eines Schlauchbootes und kann nicht anders als zu helfen.

In der titelgebenden Geschichte „Fahrplanmäßiger Aufenthalt“, die bei mir im Kopf immer wieder als „fahrplanmäßige Ankunft“ herumgeistert, nutzt der Ich-Erzähler den kurzen Stopp seines Zuges am Bahnhof zum Besuch einer Gedenkstätte für KZ-Häftlinge. Die Fragen, die der Erzähler sich stellt, bevor er zu seinem wartenden Zug zurück eilt, sind auch heute wieder aktuell: „Wo hatten sich Mitleid und Menschenliebe verkrochen in dieser Zeit?“ Weiterlesen

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Claudia Neumann: Hat die überhaupt ne Erlaubnis, sich außerhalb der Küche aufzuhalten?

Oft war Claudia Neumann eine der ersten oder sogar die einzige Frau, wenn sie als Sportjournalistin beruflich etwas angepackt hat. Als Frau ein Fußballweltmeisterschaftsspiel der Männer live im Fernsehen zu kommentieren, ist auch heute noch eine absolute Ausnahme. Wenn Claudia Neumann diese Aufgabe übernimmt (und auch bei manch anderen Veranstaltungen, bei denen sie eingesetzt wird), ist der „Shitstorm“ beinahe vorprogrammiert. Um ihre eigene Persönlichkeit zu schützen, macht sie sich immer wieder klar, dass sie nur stellvertretend für die „Hetz- und Hexenjagd“ steht, die derzeit häufig im Gange ist. Sie ignoriert all die „Brutstätten wüster Beschimpfungen“ soweit sie kann, denn die Fußballkommentatoren sind (unabhängig vom Geschlecht) eine der beliebtesten Zielscheiben. Da ist es wohltuend, dass innerhalb der Reporter-Teams Solidarität und Zusammenhalt herrschen, die das teilweise wieder auffangen können.

Eine Opferrolle möchte sie keinesfalls annehmen. Sie ist keine, die sich in den Mittelpunkt stellt, doch sie bezieht deutlich Stellung zu dieser gesellschaftlichen Entwicklung, die durch das Internet erst möglich geworden ist, benennt, was aus ihrer Sicht schiefläuft und hat auch Ideen, wie dem entgegengesteuert werden könnte.

Ihre persönliche Geschichte hat auch ihre Haltung geprägt. In ihrem Buch berichtet sie von ihrer Kindheit auf dem Bolzplatz (Wolfgang Overath ist ihr Idol und Fallrückzieher ihre Spezialität), ihrem beruflichen Werdegang, von den Stolpersteinen und Erfolgen. Weiterlesen

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Rebecca Makkai: Die Optimisten

Nico ist tot. Gestorben an dem Virus, das die Gesellschaft viel zu lange ignoriert hat, weil es vor allem schwule Männer trifft, und das von einigen sogar zur Strafe Gottes erklärt wurde. Es ist 1985, Aids beginnt auch in Chicago zu grassieren. Die Eltern hatten Nico wegen seiner Homosexualität verstoßen, seine einzige Vertraute in der Familie war seine jüngere Schwester Fiona. Sie hat ihn, gemeinsam mit seinen Freunden aus „Boystown“, bis zu seinem Tod begleitet.

Auch Yale war Nicos Freund. Der junge Mann arbeitet in der Brigg Gallery und hat derzeit einen großen Fisch an der Angel. Nora Lerner, Nicos und Fionas Großtante, hat der Galerie eine Schenkung angekündigt: Werke berühmter (und weniger berühmter) Künstler vom Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, für die Nora in ihrer Zeit in Paris Modell gestanden hatte. Obwohl Yale um seinen Freund (und die, die ihm noch folgen) trauert und die Epidemie ihn aufwühlt, konzentriert er sich auf seine Arbeit. Er fühlt sich sicher, weil er mit seinem Partner Charlie schon seit Jahren monogam lebt.

Dreißig Jahre später fliegt Fiona nach Paris, um ihre Tochter Claire zu suchen, die schon vor einiger Zeit den Kontakt zu ihr fast vollständig abgebrochen hat. Fiona plagt das schlechte Gewissen. Weiterlesen

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Marah Woolf: Angelussaga 02: Der Zorn der Engel

Moon hat es nicht geschafft. Ihr Plan, ihre Geschwister aus Venedig zu schmuggeln, um sie vor den grausamen Engeln zu retten, ist fehlgeschlagen. Stattdessen wurde sie festgenommen und in den Kerker des Dogenpalastes gesperrt. Sie soll eine Schlüsselträgerin sein. Ihr ganzes Leben glaubte Moon, ihre Zwillingsschwester sei eine Schlüsselträgerin, nun wird sie selbst von den Engeln festgehalten, um die Prüfung zu durchlaufen, mit dem Ziel, den Engeln die Himmelstore wieder zu öffnen und die Menschen zu vernichten. Als ihr die Flucht aus den Kerkern gelingt, kann Moon ihr Glück kaum fassen – doch dann läuft sie ausgerechnet dem Engel in die Arme, vor dem sie ihr ganzes Leben lang gewarnt worden ist: Lucifer.

Moon ist davon überzeugt, dass es nicht schlimmer hätte kommen können, denn zu allem Überfluss lässt Lucifer sie nicht zurück in den Kerker werfen, sondern bringt sie in seine Privatgemächer, um jeden Fluchtversuch persönlich verhindern zu können. Dort muss Moon nun mit seinen Gefolgsleuten, den gefallenen Engeln leben und sich auf ihre Prüfung zur Schlüsselträgerin vorbereiten. Doch die gefallenen Engel sind ganz anders, als sie es von deren Geschwistern gewohnt ist. Sie sind nett und rücksichtsvoll und behandeln sie wie eine Freundin. Allen voran Lilith, Mutter aller Dämonen. Moon weiß nicht, wem sie vertrauen soll und diese Verwirrung ist das Letzte, was sie jetzt brauchen kann, denn die Prüfung ist härter und grausamer als alles, was sie bisher erfahren musste. Und wenn sie sie nicht besteht, muss sie sterben. Weiterlesen

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Jennifer Estep: Elemental Assassin 13: Spinnenblitz

Ashland hat eine neue Gangsterfürstin. Seitdem Gin Blanco ihre Nenemis Mab Monroe umgebracht hat, ist sie ungewollt an die Spitze des organisierten Verbrechens aufgestiegen. Doch statt rauschender Feste, statt in Saus und Braus zu schwelgen darf sie Streitigkeiten zwischen Gaunern und Verbrechern schlichten. Bei einer dieser Schlichtungsversuche wird ein Anschlag verübt. Ein Unbekannter lässt eine Bombe explodieren – und Gin nimmt so etwas sehr persönlich.

Die Suche nach dem Täter führt Gin tief in ihre eigene Vergangenheit. Noch als Teenager während ihrer Ausbildung bei ihrem Mentor wurde sie in einen Missbrauchsfall verwickelt. Ein despotischer Metallelementar schaffte mittels seines metallenen Streitkolbens und der kreativen Nutzung von Eisennägeln nicht nur seine Widersacher aus dem Weg, er misshandelte aus seine Frau und Tochter. Damals gelang es Gin in letzter Sekunde den Übeltäter zu stoppen und davon abzuhalten, nach seiner Frau auch seine Tochter zu Tode zu foltern. Jahre später ist die Tochter, inzwischen erwachsen unter fremden Namen als erfolgreiche Schmugglerin in Ashland ansässig. Der Attentäter hat es auf sie und Gin abgesehen – doch wo ist die Verbindung, wer steckt hinter den Anschlägen und wie nur kann man den scheinbar übermächtigen Metallelementar aufhalten? Weiterlesen

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