Raymond A. Villareal: Die Chronik vom Aufstand der Vampire

Es beginnt in einem kleinen Kaff an der Grenze zwischen Arizona und Mexiko. Die Leiche einer jungen Frau, deren Körper auffällig wenig Blut aufweist, verschwindet aus der Pathologie. Als die Fachärztin vom Center for Disease Control am Tatort eintrifft, ist gerade eine zweite Leiche, offensichtlich auf ihren eigenen Beinchen, aus dem Untersuchungszimmer entflohen. Die Spur führt die Forscherin an den Grenzzaun, und nur zu bald in den Kongress. Hier darf sie, zusammen mit anderen Spezialisten, die von den Vorgängen wie sie auch kaum eine Ahnung haben, zu einer neuen Spezies, die vom NOBI Virus geschaffen wurden, aussagen – den Gloamings.

Etwa die Hälfte derer, die gewandelt werden übersteht die Prozedur und wird mit einer Lebensdauer von 200 bis 300 Jahren, immerwährender Gesundheit und der Fähigkeit, Menschen zu beeinflussen belohnt. In die Sonne aber sollten sie nicht mehr gehen, die fügt ihnen dauerhaften, letalen Schaden zu. Pop-Stars, ein Bischof, Senatoren, selbst der Präsident lassen sich wandeln, ob und wie sie fürderhin Blut zu sich nehmen müssen, kann mangels Mithilfe der Infizierten nicht untersucht werden. Und diese wissen sich zu organisieren – Gesetzesvorhaben zum Schutz ihrer Rechte als neue Rasse werden eingebracht und beschlossen, die Gloamings sind in. Weiterlesen

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Ami Polonsky: Und mittendrin ich

Grayson ist 12 Jahre alt und ein unglücklicher Junge. Vor den Gleichaltrigen zieht er sich immer mehr zurück. Aber als Amelia in die Klasse kommt, ändert sich das zunehmend. Die beiden finden einen gemeinsamen Nenner und freunden sich miteinander an. Doch Grayson könnte ihr niemals sein Geheimnis verraten. Denn in Wirklichkeit fühlt er sich wie ein Mädchen. Möchte ein Mädchen sein, Kleider tragen und all die Dinge tun, die Mädchen tun. Und dann ist Grayson ganz mutig und bewirbt sich bei der Schultheater-Aufführung für die weibliche Hauptrolle!

Ami Polonsky bearbeitet in ihrem Jugendroman für Jugendliche ab 12 Jahren ein sensibles Thema. Schon seit der Kindheit ist Grayson gerne ein Mädchen. Er steckt im falschen Körper, das wusste sogar schon seine Mutter, die vor vielen Jahren verstorben ist. Seitdem lebt Grayson bei Onkel, Tante und deren Sohn. Und niemand weiß, wie es in ihm aussieht. Nur heimlich probiert er Kleider an, malt seine Träume und hofft, dass sie eines Tages wahr werden. Die Schulaufführung scheint ein Lichtblick. Was wäre, wenn er wirklich die weibliche Hauptrolle spielen dürfte? Als seine Tante und der Onkel davon erfahren, sind sie sie verunsichert. Grayson wäre damit dem Mobbing seiner Mitschüler ausgesetzt. Weiterlesen

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Anna Tell: Nächte des Zorns 02: Die Unterhändlerin

Amanda arbeitet in einem Team des schwedischen Sonderkommandos. Die Kommissarin wird bei Entführungen als Unterhändlerin eingesetzt. Ihr neuer Auftrag lautet, in den Kosovo zu reisen und zu untersuchen, ob ein dort stationierter schwedischer Polizist entführt worden ist. Recht schnell entwickelt sich der Vorfall zu einer Katastrophe. Abgesehen davon, dass möglicherweise die Mafia den Kollegen entführt haben könnte, sind sowohl der verschwundene Polizist als auch sein Vorgesetzter alles andere als harmlose Polizisten. Beim ersten Kontakt mit den möglichen Entführern zeigen sich weitere Ungereimtheiten. Eine davon ist die Ankündigung bei Nichtzahlung des Lösegeldes die in Schweden lebende Ehefrau des Polizisten zu verletzen.

Je mehr Amanda und ihre Kollegen über diesen Fall erfahren, um so undurchsichtiger werden Motive und Hintergründe.

Die Autorin Anna Tell ist in Schweden Kriminalkommissarin. Ihre über zwanzigjährige Erfahrung bei der Polizei, dem Militär und Auslandseinsätzen stehen für ihre Kompetenz. Der Leser darf nicht nur davon ausgehen, dass die Autorin weiss, wovon sie schreibt, auch die Einsätze ihrer fiktiven Amanda dürften sich an konkreten Erlebnissen orientieren. Weiterlesen

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Jussi Adler-Olsen: Opfer 2117: Der achte Fall für Carl Mørck, Sonderdezernat Q

Der dänische Schriftsteller Jussi Adler-Olsen (Jahrgang 1950) schreibt schon seit mehr als zehn Jahren an seiner Reihe um Carl Mørck vom Sonderdezernat Q. Mit „Erbarmen“ aus dem Jahr 2008 startete die Erfolgsserie von Adler-Olsens Thriller. Nun erschien am 10. Oktober 2019 der achte Fall für Carl Mørck mit dem Titel „Opfer 2117“ in einer Übersetzung von Hannes Thiess.

Alles fängt damit an, dass der spanische Journalist Joan Aiguader am Strand von Ayia Napa auf Zypern Fotos von einer scheinbar ertrunkenen, älteren Frau und umstehenden Trauernden macht. Diese Fotos mit dem Opfer Nummer 2117 (ertrunkene Flüchtlinge im Mittelmeer) schickt Aiguader an seine Redaktion von „Hores del dia“ und von dort aus gehen sie durch die internationale Presse, weil die Frau nicht, wie angenommen, ertrunken ist, sondern erstochen wurde. Aiguader wird auf die Geschichte angesetzt.

Gleichzeitig sitzt irgendwo in Kopenhagen ein junger Mann, Alexander, vor dem Computer und spielt Tag und Nacht Ballerspiele. An seinen Zimmerwänden hängen der Zeitungsartikel mit dem Foto von Opfer Nummer 2117 und ein Samuraischwert. Weiterlesen

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Clara Paul (Hrsg.): Der schöne Augenblick – Lektüre zwischen den Jahren

Ein kleines, feines Buch für Liebhaber*innen von Lyrik und Kurzprosa; ein kleines feines Geschenk für alle, bei denen Sie sich vielleicht für etwas bedanken möchten. Und ein kleines feines Buch für Sie selbst, eben für die Zeit zwischen den Jahren, die Zeit, in der wir alle in der Regel ein wenig zur Ruhe kommen, innehalten.

Der schön gestaltete Band umfasst Gedichte und Texte vieler namhafter Autor*innen, so unter anderem Rainer Maria Rilke, Hans Magnus Enzensberger, Hermann Hesse, Max Frisch, Antoine de Saint-Exupéry, Elke Heidenreich oder von Tucholsky, Ringelnatz, Brecht usw..

Gemeinsam ist den Geschichten und Gedichten das Thema Augenblick. Es geht um entscheidende, kritische, unvergessene und unvergessliche, kurz um ganz besondere Augenblicke. Weiterlesen

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Samuel Selvon: Eine hellere Sonne (1952)

Wenige Monate vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges erlebt die Insel Trinidad einen Ansturm von Menschen: Arbeitssuchende von den Nachbarinseln, jüdische Flüchtlinge aber auch Amerikaner und Engländer, die auf der Insel ihre Stützpunkte ausbauen. Der sechzehnjährige Tiger kennt bis dahin nur die Arbeit im Zuckerrohrfeld und abends das Spielen mit seinen Freunden, die ebenfalls Kinder armer indischer Bauern sind. 1940 wird Tiger mit der gleichaltrigen Urmilla verheiratet. Die beiden sehen sich auf dieser arrangierten Hochzeit zum ersten Mal. Und ebenfalls zum ersten Mal verlassen sie ihr Heimatdorf, um in das Dorf Barataria, vier Meilen östlich der Hauptstadt Port of Spain, zu ziehen. Ihr völlig auf sich selbst gestelltes Leben beginnt in einer baufälligen Lehmhütte, mit einer Kuh und einem Stück Acker. Das Einzige, worüber sich Tiger im Klaren ist: Ein Mann trägt Verantwortung, trinkt Rum und raucht. Schnell begreift er seine fehlende Bildung und Lebenserfahrung, aber auch, dass etwas Großartiges passieren wird. Weiterlesen

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L.P. Hartley: Ein Sommer in Brandham Hall (1953)

Sommer, 1900: Als sein Schulfreund eine Einladung ausspricht, nimmt Leo sie nur zu gerne an. Ein ganzer Sommer auf dem Anwesen Brandham Hall. Das klingt nach verwinkelten Gängen, zahlreichen Zimmer, Herumwandern in den Ländereien der Familie und ganz viel Spaß. Aufgeregt macht sich Leo auf den Weg. Schon bald lernt er Marian, die Schwester seines Schulfreundes kennen, die in Kürze den Grafen Trimingham heiraten soll. Als Leo plötzlich Nachrichten zwischen ihr und dem benachbarten Bauern Ted überbringen soll, ahnt er in seiner kindlichen Verliebtheit nicht, was um ihn herum passiert. Er verknallt sich immer mehr in Marian und merkt viel zu spät, um was es wirklich geht.

Der Eisele Verlag veröffentlicht mit „Ein Sommer in Brandham Hall“ den englischen Klassiker von Leslie Poles Hartley neu. Er ist zuvor bereits unter den Titeln „The Go-Between“, welcher auch der Titel des englischen Originals ist, und „Der Zoll des Glücks“ erschienen. Die Übersetzung dieser Ausgabe hat Wibke Kuhn vorgenommen. Weiterlesen

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Peter Prange: Eine Familie in Deutschland: Am Ende die Hoffnung

Zunächst ein Hinweis: „Eine Familie in Deutschland“ ist als „Roman in zwei Bänden“ konzipiert. Ich empfehle, tatsächlich zunächst den ersten Teil, „Zeit zu hoffen, Zeit zu leben“, zu lesen, um gut in die Geschichte hineinzukommen. Wer den ersten Band noch nicht kennt und ihn lesen möchte, sollte diese Rezension lieber überspringen, da einige Details zur Sprache kommen, die sonst die Spannung rauben können.

1939, der Krieg hat begonnen, doch in Fallersleben und der „Stadt des KdF-Wagens“ geht es fast weiter wie in Friedenszeiten. Die Kämpfe sind noch fern und in der Wochenschau flimmern Erfolgsmeldungen über die Leinwand.

Doch erste Anzeichen der Veränderung sind auch im beschaulichen Wolfsburger Land zu spüren: Lebensmittel werden rationiert, auch der Zucker. Hermann Ising, der ehemalige Zuckerbaron, ist empört. Für seine Frau Dorothee ist das jedoch nur eine Nebensache. Ihr Jüngster, der kleine Willy, wurde in eine Heil- und Pflegeanstalt gebracht. Sie darf ihn nicht besuchen, kaum einmal mit ihm telefonieren und hadert mit der Entscheidung, ihn fortgegeben zu haben. War es wirklich das Beste für Willy? Würde er dort gut versorgt werden? Weiterlesen

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Håkan Nesser: Der Verein der Linkshänder

Der Schwede Håkan Nesser (Jahrgang 1950) schreibt Krimis, Psychothriller und Romane. Er zählt zu den bekannten und berühmten Schriftstellern Skandinaviens. In Deutschland kennt und schätzt man vor allem seine Krimis um die Kommissare Van Veeteren und Barbarotti. Und in seinem neuesten Buch „Der Verein der Linkshänder“ lässt Nesser die beiden Ermittler aufeinander treffen. Der Krimi ist am 23. September 2019 in einer Übersetzung von Paul Berf bei btb erschienen.

„Der Verein der Linkshänder“ spielt auf drei Zeitebenen (Ende der 1950er bis Ende der 1960er Jahre, 1991 und 2012) und lässt den inzwischen pensionierten Kommissar Van Veeteren in einem alten Mordfall mit vier Opfern ermitteln, der durch das aktuelle Auftauchen einer fünften Leiche in einem anderen Licht erscheint. Diese Leiche kann nicht der Mörder gewesen sein, d. h. der Mörder befindet sich noch immer auf freiem Fuß. Das kratzt mächtig an Van Veeterens Ermittlerkompetenz, hatte er doch damals den Fall als gelöst zu den Akten gelegt. Inzwischen betreibt Van Veeteren eine Buchhandlung und steht kurz vor seinem 75. Geburtstag. Er begibt sich mit seiner Frau Ulrike Fremdli, statt zu feiern, nach Oosterby, dem Ort des damaligen Verbrechens. Weiterlesen

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Harry Bingham: Fiona: Das tiefste Grab

Dear Mr. Bingham,

in Ihrem Nachwort schreiben Sie von Ihrer Gewohnheit, alle Rezensionen zu lesen, weil diese Ihren Lesern zugutekommen. Vielleicht schenkt Ihnen das eine oder andere Feedback aber auch Anregungen. Für mich ist die Verschmelzung der Erzählstile Ihrer Favoriten Sir Arthur Conan Doyle mit seinen vertrackten Rätseln und Raymond Chandler mit seinem moralisch denkenden Ermittler deutlich erkennbar. In den klärenden Gesprächen/Verhören à la Doyle zeigt sich, dass immer wieder neue Aspekte hervortreten. Die komplette Geschichte könnte man mit einem Bilderstapel vergleichen, der allmählich – Schicht für Schicht freigelegt, neue Hintergründe für das gleiche Motiv offenbaren und damit eine tiefer gehende Deutung erlauben. Der eilige Leser wird vermutlich diese kostbaren Details überlesen, so dass Andeutungen und Wortspielereien möglicherweise verloren gehen.

Mir bereitet es immer wieder eine große Freude, wenn Ihre kluge Kunstfigur Fiona mit den Mächtigen und Stärkeren ringt. Eine zierliche, durch eine Erkrankung gehandikapte Frau schlägt mit enormen Fleiß und Mut da hin, wo es den im Verborgenen agierenden Herren richtig weh tut. Weiterlesen

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