Armando Lucas Correa: Das Erbe der Rosenthals

Berlin, 1939: Für die fast 12-jährige Hannah und ihre jüdische Familie spitzt sich die Lage zu. Öffentliche Anfeindungen, böse Kommentare der Nachbarn und dann steht auch noch die Gestapo vor der Tür und verhaftet den Vater. Hannah, ihr Vater und ihre Mutter müssen alles daransetzen, aus dem Land zu fliehen. Nur die kleine Insel Kuba möchte die Familie aufnehmen. Mit gemischten Gefühlen besteigen sie im Mai das Schiff St. Louis und brechen Richtung Westen auf.

New York, 2014: Die fast 12-jährige Anna weiß nur wenig über ihren Vater, der vor ihrer Geburt im September 2011 bei den Anschlägen in der Stadt starb. Jede noch so kleine Information über ihn hütet sie deshalb wie einen Schatz. Als ein Brief aus Kanada eintrifft, der ihren Vater mit seiner Heimat Kuba in Verbindung bringt, befindet sich Anna in heller Aufruhr. Gemeinsam mit ihrer Mutter will sie sich auf Spurensuche begeben.

Dieser Roman ist fantastisch erzählt. Das erste Drittel läuft weitgehend parallel ab. Beide Mädchen sind in den Erzählungen gleich alt und erleben Vergleichbares. Sie wollen zu einer ungewissen Reise aufbrechen und fühlen sich als Außenseiterinnen.  Im weiteren Verlauf der Geschichte verliert sich die Parallelität dann, aber auch nur, weil Hannah deutlich älter ist als Anna. „Das Erbe der Rosenthals“ ist kein überragender Roman, der für immer in Erinnerung bleiben wird, aber dennoch eine gut zu lesende Geschichte, die sogar ein wenig nachhallt. Für Fans von historischen Lebensgeschichten, die nicht unbedingt den historischen Kontext, sondern eine Personengruppe innerhalb dieses Zeitraums in den Mittelpunkt stellen.

Ein gut zu lesender Roman, der sogar ein wenig berührt.

Armando Lucas Correa: Das Erbe der Rosenthals.
Bastei Lübbe, Dezember 2017.
432 Seiten, Gebundene Ausgabe, 20,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Janine Gimbel.

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