Anna Rosina Fischer: Songbird

Ella ist 18 Jahre alt und wiederholt soeben die 11. Klasse nach einem Auslandsjahr. Ein bisschen verloren fühlt sie sich in der neuen Klasse, trauert ihren Freunden im Schuljahr darüber nach. Aber ein bekanntes Gesicht gibt es und das ist ausgerechnet der beste Freund ihres Bruders: Sam. Sie kennt ihn schon ewig und ist heimlich auch ein bisschen in ihn verliebt. Aber Sam ist nicht etwa ihr Mitschüler, sondern ihr Lehrer. Das macht die Sache nur komplizierter, als Ella merkt, dass sie ernsthafte Gefühle für den jungen Mann hat. Und dann setzt sie ihre komplette Gesundheit aufs Spiel, nur um ihm nahe zu sein.

Anna Rosina Fischer hat mit „Songbird“ einen guten Jugendroman geschrieben, großartig ist er aber nicht. Er behandelt eine Vielzahl von Themen und mir kommt es ganz so vor, als wäre für keins der Themen wirklich Platz und Zeit. Da sind zwei Freundschaften zu Gleichaltrigen, die nicht gerade unkompliziert sind, die Gefühle für Sam, Ellas Gesundheit. All das plätschert im Roman so vor sich hin und das meiste wird nur nebenbei abgehandelt. Selbst die Liebesgeschichte konnte mich nicht gänzlich packen, ist sie zum einen doch sehr vorhersehbar, zum anderen irgendwie nicht intensiv genug. Da gibt es bessere Liebegeschichten.

„Songbird“ ist dennoch nicht schlecht. Für Jugendliche ab 16 Jahren und interessierte erwachsene Leser kann der Roman gute Lektüre sein. Sam hat die typischen Qualitäten zum Anschmachten, Musik spielt eine wichtige, wenn auch nicht übergeordnete Rolle im Roman und es gibt typische Szenen, die jedes Teenie-Herz höherschlagen lassen. Alles in allem ist „Songbird“ solide, der große Wurf schien es mir allerdings nicht zu sein.

Anna Rosina Fischer: Songbird.
ivi, März 2019.
432 Seiten, Taschenbuch, 15,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Janine Gimbel.

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