Andreas Eschbach: Submarin

Mit ‚Submarin‘ hat Andreas Eschbach nun einen Folgeband zu seinem 2015 erschienenen Jugendbuch ‚Aquamarin‘ geschrieben. Die Handlung des Buches setzt da ein, wo sie im ersten Band zu Ende ging: das Mädchen Saha macht sich auf die Suche nach ihrem Vater, einem sogenannten Submarin.

Submarins sind durch genetische Manipulationen entstandene Menschen, die aber nur unter Wasser leben können und, nach der Idee ihrer Schöpfer, die Meere besiedeln sollen. An der Luft können nur einige wenige von ihnen für kurze Zeit überleben. Sahas Vater gehörte dazu. So geschah es, dass Sahas Mutter eine Landbewohnerin war und sie selbst nun sowohl über Lungen als auch Kiemen verfügt und in beiden Lebensräumen zurechtkommt. All dies erfuhr Saha in ‚Aquamarin‘, nachdem sie ihre Kiemen zunächst für Narben eines Unfalls gehalten und erst nach und nach mehr über sich und die Submarins herausgefunden hatte.

In ‚Submarin‘ nun macht sich Saha auf die Suche nach ihrem Vater, von dem sie nur weiß, dass er irgendwo im Meer lebt. Unterstützt wird sie dabei von einem Unterwassermenschen namens ‚Schwimmt-schnell‘, dem sie im ersten Band das Leben gerettet hatte. Mit ihm und seinem Schwarm lernt sie das Leben unter Wasser, dessen Schönheit, aber auch dessen Probleme kennen. Insbesondere die Verschmutzung der Meere und die Interessen großer Konzerne, denen die Existenz der Submarins ein Dorn im Auge ist, machen den Unterwasserwesen das Leben und Überleben schwer. Daher setzten die Submarins große Hoffnungen in Saha, in der sie die lange prophezeite Mittlerin zu erkennen glauben. Eine Erwartung, die Saha zunächst ablehnt. Schließlich will sie nur ihren Vater finden. Doch die Ereignisse verhindern diese Suche zunächst…

Sowohl mein Sohn als auch ich haben ‚Aquamarin‘ mit Begeisterung gelesen. Das Buch ist sehr gut geschrieben und richtig spannend. Als mit ‚Submarin‘ der Folgeband herauskam, waren wir natürlich sehr froh, die Geschichte um Saha nun weiter miterleben zu können. Und ich muss sagen, dass auch ‚Submarin‘ wieder ein gelungener Roman geworden ist. Das Niveau von ‚Aquamarin‘ erreicht er allerdings nicht. Dazu hat das Buch zu viele Längen, in denen Andreas Eschbach zwar sehr schön das Leben und die Welt unter Wasser schildert, die die Handlung aber nicht wirklich weiterbringen. So kommen insgesamt nicht so recht die Spannung und die Neugierde auf das weitere Geschehen auf, die ich erwartet hatte. Zumal Sahas Suche nach ihrem Vater, die ja der eigentliche Auslöser für ihren ‚Gang ins Wasser‘ war, schon bald kaum noch eine Rolle spielt.

Trotzdem ist das Buch, wie gesagt, spannend und hat eine insgesamt durchdachte Handlung, deren Ende vermuten lässt, dass es noch mindestens einen weiteren Folgeband geben wird.

Mein Fazit: ein gut geschriebenes und spannendes Jugendbuch, das ich aber nicht zu den besten Büchern von Andreas Eschbach zählen würde. Wer ‚Aquamarin‘ noch nicht gelesen hat, der sollte das vor der Lektüre von ‚Submarin‘ auf jeden Fall erst einmal tun. Andernfalls dürfte einiges unklar bleiben.

Andreas Eschbach: Aquamarin.
Arena, Juni 2017.
456 Seiten, Gebundene Ausgabe, 18,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Christian Rautmann.

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