Andrea Sixt: Eine ganz heiße Nummer

nummreWas tun, wenn der Lebensmittelladen schließt und man joblos auf der Straße sitzt? Richtig: Schnellstmöglich wieder aufstehen. Und genau das tun Waltraut, Maria, Lena und Katharina. Die vier Verkäuferinnen wollen schnellstmöglich einen eigenen Laden eröffnen. Mit Produkten der Region und selbstgemachter Marmelade und all den Dingen, die man eben gern so kauft. Und wie man an das nötige Geld herankommt, ist auch schnell geklärt. Mit Telefonsex. Aha.

Andrea Sixt, Diplomingenieurin, hat sich ebenso auf Abwege begeben, als sie sich 1995 als Autorin versuchte. Mit dem Roman um die vier Frauen aus dem Bayerischen Wald ist ihr ein Meisterstück geglückt, das mich inmitten einer ruhigen Bahnfahrt in schallendes Gelächter ausbrechen ließ und (als ob das nicht schon genug wäre) auch noch erfolgreich von Markus Goller verfilmt wurde.

Begeistert hat mich die Balance zwischen der Ernsthaftigkeit eines Liebesromans und der Komik der schnellen Dialoge. Irritiert hat mich dabei umso mehr die Einbindung von Filmbildern in den Roman. Offensichtlich wurde bei der Verfilmung einer der Charaktere komplett gestrichen und auch der Klappentext entspricht nicht ganz dem Buchinhalt. Wen das nicht weiter stört, bekommt mit Eine ganz heiße Nummer nicht nur Bauchmuskeln vom Lachen, sondern auch eine Menge Flausen im Kopf, die sich als Geschäftsideen tarnen.

Andrea Sixt: Eine ganz heiße Nummer.
Bastei Lübbe, Dezember 2011.
312 Seiten, Taschenbuch, 8,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Annett Bergk.

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