Amy Harmon: Unendlich wir

wirBonnie ist 21 Jahre alt, als sie ihre erste wirklich eigene Entscheidung trifft. Sie will in Boston von einer Brücke springen und ihrem Leben ein Ende setzen. Ein Fremder taucht aus dem abendlichen Nebel auf und hält sie gerade noch davon ab. Clyde, wie er von Freunden genannt wird, ist unterwegs nach Las Vegas und da auch Bonnie etwas hinter sich lassen möchte, schließt sie sich ihm kurzerhand an. Auf dem Weg müssen die beiden feststellen, dass sie weit mehr als nur ein Namenspaar verbindet.

Die junge Frau ist seit Jahren eine erfolgreiche Countrysängerin und fährt mit ihrer Großmutter von Auftritt zu Auftritt. Die Oma kümmert sich um alles und regelt die Finanzen. Niemals wird Bonnie nach ihrer Meinung gefragt und so haut sie nach ihrem Auftritt in Boston einfach ab. Schnell hat die Medienwelt Wind von dem Tumult bekommen und in den Nachrichten und Promimagazinen überschlagen sich die wildesten Nachrichten von Entführungen, Lösegeldforderungen und Überfällen. Kein Wunder, ist Bonnie doch zu einem Exhäftling ins Auto gestiegen. Doch Clyde, der mit Vornamen eigentlich Infinity heißt und oft auch Finn genannt wird, hat auch so sein Päckchen zu tragen, denn nicht nur Bonnie hat jemanden verloren, der ihr so wichtig wie das eigene Leben war.

Von der ersten Seite an zieht einen dieser Roman in seinen Bann, ohne dass es von Anfang an eine klassische Lovestory wäre oder allzu viel mit den berühmten Namensvettern zu tun hätte. Bonnie ist verloren in einer Welt, in der nur Äußerlichkeiten zählen und über sie bestimmt wird. Clyde ist von seinem unschuldig abgebüßten Gefängnisaufenthalt gezeichnet. Und beide haben einen schweren Verlust erlitten. Das schweißt sie glaubhaft mit der Zeit zusammen und sorgt für zahlreiche tolle Zitate, witzige Szenen und auch ein bisschen Herzschmerz. Amy Harmons neuer Roman ist sogar noch besser als ihr Erstling, bei dem es einige Zeit brauchte, um mit den Figuren warm zu werden. Dieser Moment fällt bei „Unendlich wir“ weg, denn die Charaktere sind sympathisch und interessant gezeichnet. Obwohl ihre Lebenswelt der der Leser und Leserinnen kaum gleichen kann, gibt es doch Punkte, an denen man anknöpfen kann.

Ein wirklich guter, schön zu lesender Roman, der Lust auf mehr von der Autorin macht!

Amy Harmon: Unendlich wir.
Egmont INK, April 2015.
416 Seiten, Taschenbuch, 14,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Janine Gimbel.

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