Amy Giles: Jetzt ist alles, was wir haben

Hadley ist 17 Jahre alt und unsichtbar. Natürlich nur wortwörtlich. Sie ist die perfekte Schülerin, eine großartige Sportlerin, hat gute Noten und Aussichten auf einen großartigen Studienplatz. Und das alles nur, damit niemand merkt, dass ihre Familie ein Geheimnis hütet. Doch Hadley hat auch eine 10-jährige Schwester, Lila, um die sie sich Sorgen machen muss, wenn sie in Kürze endlich ausziehen kann. Und dann passiert ein schlimmes Unglück. Ein Flugzeugabsturz, der viele Fragen aufwirft. Fragen, denen sich Hadley auf kurz oder lang stellen muss.

Amy Giles entwirft eine Geschichte über eine Familie, die zerrüttet ist und dennoch nach außen ein perfektes Bild abgibt. Die Mutter in der Schule engagiert, der Vater wohlhabend und ein gern gesehener Spender bei jedem Anlass. Lila ganz unauffällig, aber rebellisch und jung, Hadley die Musterschülerin schlechthin, über die sich niemand beschweren kann. Was also könnte die Familie verbergen? Alles beginnt mit besagtem Flugzeugabsturz, dessen einzige Überlebende ausgerechnet Hadley ist. Dann geht es zurück in die Vergangenheit und man lernt Hadley erst richtig kennen. Sie ist ein typischer, wenn auch sehr angepasster Teenager. Erst als sie Charlie kennenlernt und sich in ihn verliebt, ändert sich alles. Keine Dates. Das hat ihr Vater schon früh als eiserne Regel aufgestellt. Doch Hadley will Charlie sehen und würde dafür jede Lüge über die Lippen bringen. Aber ihre Schwester will sie nicht in Gefahr bringen und dadurch begibt sie sich auf eine Gratwanderung.

Die Geschichte behandelt ernste Themen und ist für Jugendliche ab 15 Jahren sowie interessierte Erwachsene geeignet. Amy Giles erfindet das Rad nicht neu, setzt die Geschichte aber gut um, da die Zweiteilung immer wieder Fragen aufwirft. Man lernt eine verzweifelte Hadley an der Unfallstelle, im Krankenhaus und in der Psychiatrie kennen. Aber auch eine Hadley ohne Stimme und Meinung, die in der Vergangenheit alles tut, um ihrem Vater zu gefallen und seine Träume zu leben. Dadurch ist die Geschichte abwechslungsreich und wirft immer neue Fragen auf.

Gelungene, gute Geschichte über ernste Themen!

Amy Giles: Jetzt ist alles, was wir haben.
cbj, Oktober 2018.
400 Seiten, Taschenbuch, 17,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Janine Gimbel.

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