Agatha Christie: Das fehlende Glied in der Kette: Poirots erster Fall (1920)

Eigentlich sollte Hastings sich auf dem Anwesen seines alten Freundes John Cavendish von seinem Einsatz im Krieg ausruhen. Doch kaum angekommen überschlagen sich die Ereignisse: Die wohlhabende Witwe Emily Ingleothrop, Stiefmutter von Hastings Freund John und dessen Bruder, stirbt in ihrem Bett an unerklärlichen Krämpfen. Als herauskommt, dass sie vergiftet wurde, scheint die Sache sofort klar: Der Täter muss der neue und sehr viel jüngere Ehemann sein. Der Ansicht sind zumindest alle Bewohner des Hauses. Doch wie bald herauskommt haben sie selbst ebenfalls alle ein Motiv für den Mord und Scotland Yard glaubt kurz darauf, den wahren Mörder erkannt zu haben.

Hercule Poirot, der zur rechten Zeit am rechten Ort war, hat seine ganz eigenen Theorien zu dem Fall. Ihm fehlt jedoch ein wichtiger Hinweis, das fehlende Glied in der Kette, ohne das auch er Schwierigkeiten hat, hinter die mysteriösen Zusammenhänge des Mordes zu kommen. Für ihn deutet alles darauf hin, dass Mrs. Inglethorp nicht an diesem Tag hatte sterben sollen.

Ein unerklärliches Rätsel stellt vor allem das Gift dar. Zwar starb Mrs. Inglethorp nachweislich daran und ihr Kaffee hätte mit Leichtigkeit vergiftet werden können, doch unerklärlicherweise stirbt sie sehr viel später, als Gift im Kaffe es bewirkt haben könnte. Die Frage ist also nicht allein, wer Mrs. Inglethorp tötete, sondern auch, wie sie starb.

In einem großen Finale deckt Poirot den Täter auf – und überrascht damit nicht nur alle Beteiligten, sondern vor allem den Leser. Wenn man Krimis mag, kann man Agatha Christie eigentlich immer lesen. Sie gilt als die Begründerin des modernen britischen Kriminalromans und zeichnet sich durch ihre verwickelten Geschichten und vor allem durch ein immer wieder spektakuläres Finale aus.

„Das fehlende Glied in der Kette“ ist nicht nur der erste Roman mit dem international bekannten und allseits geliebten Protagonisten Hercule Poirot, es ist gleichzeitig auch der erste Kriminalroman der Autorin. Allein für die Allgemeinbildung lohnt es sich, dieses Buch zu lesen, es ist aber auch abgesehen von seinem historischen Wert einfach nur hervorragend: Spannend, witzig, vielseitig und schwer durchschaubar – das Buch hat alles, was ein Krimi haben muss.

Besonders der liebenswerte Charakter Poirots macht dieses Buch zu einem echten Lesevergnügen. Spannung und Ereignisse sind von der ersten bis zur letzten Seite garantiert, der Roman bietet viel Platz für eigene Überlegungen und Theorien.

Eine großartig durchdachte Geschichte, die jeden Krimifan genauso begeistern wird, wie jeden Bewunderer der Autorin. Die Neuauflage ist mit ihrem ansprechenden Cover auch etwas für alle Sammler.

Agatha Christie: Das fehlende Glied in der Kette: Poirots erster Fall (1920).
Atlantik, Juli 2020.
224 Seiten, Gebundene Ausgabe, 20,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Isabella M. Banger.

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